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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Nachrichten  von  den  alten  Bewohnern  des  heutigen  Corea.

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das  Heer  eintreten.  Man  kennt  Lärmfeuer,  Besatzungen,  Plänkler,
Ausspäher  und  hat  dabei  Zusammenziehungen,  Musterungen,  Abtheilungen ­
  und  Genossenschaften  von  fünf  Männern.
Die  Gewohnheiten,  die  Lenkung  und  die  Strafen,  ferner  die
Kleidung  sind  dieselben  wie  in  Kao-li  und  Pe-tsi.  Jeden  Monat
wünscht  man  einander  am  Morgen  Glück.  Der  König  veranstaltet  ein
Fest  und  betheilt  die  obrigkeitlichen  Personen  mit  Geschenken.  An
diesem  Tage  ernennt  man  die  Vorsteher  der  Götter  der  Sonne  und
des  Mondes.  Am  fünfzehnten  Tage  des  achten  Monats  lässt  der  König
Musik  aufführen  und  heisst  die  Angestellten  mit  Pfeilen  schiessen.
Er  belohnt  sie  dabei  mit  Pferden  und  Leinwandstoffen.  Bei  wichtigen ­
  Angelegenheiten  versammelt  er  die  obrigkeitlichen  Personen,  hält
mit  ihnen  Rath  und  fasst  Beschlüsse.
Bei  der  Kleidung  hat  man  eine  Vorliebe  für  ungefärbte  Stoffe.
Die  Weiber  flechten  das  Haar  und  umwinden  ihren  Iials  zur  Zierde
mit  verschiedenen  bunten  Stoffen  und  Perlen.  Die  Gebräuche  bei
Heiraten  bestehen  blos  darin,  dass  man  Wein  trinkt  und  Speise
verzehrt.  Hochachtung  und  Geringschätzung  richtet  sich  nach  Reichthum ­
  und  Armuth.
Bei  Todesfällen  bedient  man  sich  eines  inneren  Sarges  und
versammelt  sich  zu  dem  Leichenbegängnisse.  Man  führt  Grabhügel
und  Erdhöhen  auf.  Bei  der  Trauer  um  den  König,  um  die  Eltern,  um
Gattin  und  Kinder  trägt  man  die  Trauerkleider  durch  ein  Jahr.
Die  Felder  sind  sehr  vortrefflich.  Sie  werden  vonFlüssenbewässert
und  auch  auf  den  Anhöhen  wird  gesät.  Die  fünf  Getreidearten,  die
Früchte,  die  Gemüse,  die  Vögel  und  wilden  Thiere,  die  verschiedenen ­
  Gegenstände  und  Erzeugnisse  sind  im  Ganzen  dieselben  wie  in
dem  mittleren  Reiche.  Seit  dem  Zeiträume  Ta-nie  (603  n.  Chr.)  übersendet ­
  das  Land  alljährlich  dem  Hofe  Tribut.
In  dem  Buche  der  Thang  wird  gesagt:
Der  Wohnsitz  des  Königs  von  Sin-lo  heisst  Kin-tsching  (die
goldene  Feste).  Derselbe  hat  sieben  bis  acht  Weglängen  im  Umfange,
Die  Krieger  der  Leibwache  sind  dreitausend  Mann.  Es  sind  Löwenreihen ­
  (sse-tse-suij  eingesetzt.  Die  Obrigkeiten  des  Friedens  und
des  Krieges  bestehen  in  siebenzehn  Ordnungen.
Im  vierten  Jahre  des  Zeitraumes  Wu-te  (621  n.  Chr.)  schickte
Kin-tschin-ping,  der  König  des  Landes,  einen  Gesandten,  der  an  dem
Hofe  Tribut  überreichte.  Kao-tsu  schickte  seinerseits  einen  Gesand-
            
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