Nachrichten von den alten Bewohnern des heutigen Corea.
483
Zu den Zeiten des Kaisers Schün, in dem ersten Jahre des Zeitraumes
Yung-ho (136 n. Chr.) erschien der König an dem Hofe in
der Hauptstadt des Himmelssohnes. Der Kaiser liess ihm zu Ehren
die Musik der Trommeln und Blasinstrumente des gelben Thores
auflführen und veranstaltete Wettkämpfe. Er begleitete ihn, indem
er ihn mit einem Auftrag entsandte.
Zur Zeit des Kaisers Hoan erschien der König des Landes
wieder an dem Hofe mit Tribut und Geschenken. Der Kaiser trachtete
um diese Zeit, sich das Gebiet von Liao-tung anzueignen.
In den Denkwürdigkeiten von Wei heisst.es:
Fu-yü gehörte ursprünglich zu Yuen-tu. In dem Lande ist es
Sitte, dass, wenn eine Feindschaft entsteht, sämmtliche „Hinzugegebenen“
(kia) selbst kämpfen. Die niederen Familien haben ein
gemeinschaftliches Vordach und leben von den ihnen zugemessenen
Esswaaren. Bei Todesfällen bedient man sich im Sommer immer des
Eises. Man hat einen äusseren Sarg, aber keinen inneren. Man bleibt
in der Trauer durch fünf Monate und hält die lange Dauer für
ehrenvoll. Während der Trauer kleiden sich Männer und Weiber in
reines Weiss. Die Weiber tragen leinene Kleider und entfernen
Binge und Gürtelsteine, indem sie im Ganzen sich nach der Sitte
des Mittelreiches richten.
Gegen das Ende des Hauses Han erweiterte Kung-sün-15 das
Gebiet im Osten des Meeres und brachte durch sein Ansehen die
auswärtigen östlichen Fremdländer zur Unterwerfung. Wei-kieu-tai,
König von Fu-yü, schloss sich wieder an Liao-tung. Um diese Zeit
waren Keu-li und Sien-pi stark. Weil Fu-yü sich zwischen diesen
beiden fremdländischen Stämmen befand, vermälte Kung-sün-to den
König jenes Landes mit einer Tochter seines Hauses.
In dem Zeiträume Tsching-sehi (240 bis 248 n. Chr.) entsandte
man Wu-kieu-hien, den „stechenden Geschichtschreiber“ (tlise-sse)
von Yeu-tseheu mit dem Aufträge, Keu-li zu strafen. Man schickte
ferner Wang-hin, den Statthalter von Yuen-tu, nach Fu-yü. Der
König dieses Landes schickte einen „Hunde-Hinzugegebenen“
(kiuen-kia) zum Empfange des Gesandten an den Vorwerken und
versah das Heer mit Mundvorräthen.
In Fu-yü ist es eine alte Sitte, in den Fällen, wo Wasser oder
Dürre regelwidrig sind und die fünf Getreidearten nicht reifen, die