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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Pfizmaier

wird.  Man  nennt  dies:  der  Trommel  entgegengellen.  Um  dieselbe
Zeit  entscheidet  man  in  Sachen  der  Strafen  und  Streitigkeiten  und
entlässt  die  Gefangenen  aus  den  Gefängnissen.
Wenn  ein  Feldzug  bevorsteht,  opfert  man  ebenfalls  dem  Himmel. ­
  Man  tödtet  ein  Rind  und  weissagt  aus  den  Hufen  Glück  oder
Unglück.  Die  Reisenden  machen  keinen  Unterschied  zwischen  Tag
und  Nacht.  Sie  lieben  den  Gesang  und  der  Ton  ihrer  Lieder  verstummt ­
  niemals.
Die  Strafen  sind  streng  und  werden  rasch  verhängt.  Die  Mertsehen
  des  Hauses  desjenigen,  der  hingerichtet  worden,  werden  eingezogen ­
  und  zu  Sclaven  gemacht.  Von  dem  Diebe  wird  der  zwölffache
Ersatz  des  Schadens  gefordert.  Männer  und  Weiber,  welche  Unzucht
begehen,  werden  getödtet.  Man  hat  grossen  Abscheu  vor  eifersüchtigen ­
  Weibern.  Nach  der  Hinrichtung  werden  die  Leiehname  wieder
auf  der  Höhe  eines  Berges  zur  Schau  gestellt.
Wenn  der  ältere  Bruder  stirbt,  so  nimmt  der  jüngere  Bruder  die
Schwägerin  zur  Gattin.  Die  Todten  bekommen  einen  äusseren  Sarg,
aber  keinen  inneren.  Man  tödtet  Menschen  und  begräbt  sie  mit  dem
Verstorbenen,  wobei  oft  gegen  hundert  Menschen  geopfert  werden.
Wenn  der  König  begraben  wird,  verwendet  man  ein  Kästchen  mit
Edelsteinen.  Der  Kaiser  der  Han  hatte  einst  dem  Könige  der  Provinz
Yuen-tu  ein  Kästchen  mit  Edelsteinen  zukommen  lassen.  Als  der
König  starb,  holte  man  das  Kästchen  ab  und  begrub  es  mit  ihm.
Im  fünf  und  zwanzigsten  Jahre  des  Zeitraumes  Kien-wu  (49
n.  Chr.)  schickte  der  König  von  Fu-vü  einen  Gesandten,  der  Tribut
darreichte.  Kaiser  Kuang-wu  begegnete  ihm  mit  Auszeichnung.  Seit
dieser  Zeit  wurde  der  Verkehr  durch  Gesandte  alljährlich  fortgesetzt.
Im  fünften  Jahre  des  Zeitraumes  Yung-tsehu  (111  n.  Chr.)
stellte  sich  der  König  von  Fu-yü  an  die  Spitze  von  sieben-  bis  achttausend ­
  Fussgängern  und  Reitern,  plünderte  Lö-lang  und  tödtete
oder  verwundete  die  Angestellten  und  die  Bewohner.  Später  unterwarf ­
  er  sich  wieder  und  bewirkte  seinen  Anschluss.
Im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes  Yung-ning  (120  n.  Chr.)
schickte  der  König  seinen  zur  Nachfolge  bestimmten  Sohn  Weikieu-tai
  mit  dem  Aufträge,  sich  an  die  Thorwarte  zu  begeben  und
Tribut  und  Geschenke  zu  reichen.  Der  Himmelssohn  beschenkte
Wei-kieu-tai  mit  einem  Siegel  sammt  dem  breiten  Bande,  mit  Gold
und  bunten  Stoffen.
            
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