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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Nachrichten  von  den  alten  Bewohnern  des  heutigen  Corea.  477
man  bedient  sich  dieses  Wortes  wie  man  in  dem  mittleren  Reiche
von  den  Districten  einer  Provinz  spricht.  Das  Reich  besitzt  zwei
und  zwanzig  Yen-lu,  in  welche  die  Söhne,  Brüder  und  die  übrigen
Verwandten  des  Königs  sich  theilen  und  sich  daselbst  festsetzen.
Die  Bewohner  des  Landes  sind  von  hoher  Gestalt  und  ihre
Kleidung  ist  reinlich.  Da  das  Reich  in  der  Nähe  der  Stämme  von
Wo  gelegen  ist,  gibt  es  in  ihm  ziemlich  viele  Menschen,  welche
ihren  Leib  bemalen.  Sprache  und  Kleidertracht  haben  sie  im  Ganzen
mit  Kao-li  gemein.  Die  Kopfbedeckung  (mao)  heisst  bei  ihnen  kuan
(Mütze).  Das  Unterkleid  Qu)  heisst  bei  ihnen  fö-san  (das  doppelte
Hemd).  Die  Beinkleider  (ku)  heissen  bei  ihnen  kuen  (der  Badegürtel). ­
  Dass  sic  in  ihrer  Rede  die  chinesischen  Wörter  mit  einander
vermengen,  ist  ebenfalls  eine  von  Thsin  und  Hän  ererbte  Gewohnheit.
Im  sechsten  Jahre  des  Zeitraumes  Tschung-ta-thung  (534  n.
dir.)  schickte  der  König  zu  wiederholten  Malen  einen  Gesandten,
der  die  Erzeugnisse  der  Gegend  als  Geschenk  bot.  Zugleich  bat  er
um  das  Nie-puan  und  andere  classische  Bücher,  um  das  Mao-schi
und  um  Gelehrte,  ferner  um  Künstler,  Handwerker,  Maler  und
\  ähnliche  Menschen.  Man  Hess  ihm  dies  alles  zu  Theil  werden.
Im  dritten  Jahre  des  Zeitraumes  Tai-tsing  (549  n.  Chr.)
schickte  der  König  einen  Gesandten  mit  Tribut  und  mit  Geschenken
von  Erzeugnissen  der  Gegend.  Als  dieser  hei  seiner  Ankunft  die  eingestürzten ­
  Stadtmauern  und  die  Spuren  der  Verwüstung  erblickte,
ergoss  er  sich  in  laute  Klagen  und  weinte.  Der  Lehensfürst  King  *)
zürnte  hierüber  und  liess  ihn  in  ein  Gefängniss  setzen.  Erst  nach  dem
Ausgleich  mit  King  konnte  der  Gesandte  in  das  Reich  zurückkehren.
In  dem  Buche  der  Thang  wird  gesagt:
Der  Wohnsitz  des  Königs  des  Reiches  Pe-tsi  besteht  aus  zwei
festen  Städten:  einer  östlichen  und  einer  westlichen.  Die  eingesetzten ­
  Obrigkeiten  des  Inneren  sind  die  folgenden:  Der  Tso-ping
der  Diener  des  Inneren  besorgt  die  Geschäfte  der  Bekanntmachungen
und  der  Eingaben.  Der  Tso-ping  der  Häupter  des  Inneren  besorgt
die  Geschäfte  der  Rüstkammern  und  der  Aufbewahrungen.  Der  Tsoping
  der  Vorschriften  des  Inneren  besorgt  die  Geschäfte  in  Bezug
auf  die  Gebräuche  und  Formen.  Der  Tso-ping  der  Krieger  der  Leib-*)

  King,  ein  Lehensfurst  aus  Wei.  bekriegte  durch  mehrere  Jahre  Liang,  mit  welchem
er  sich  zuletzt  verglich.
            
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