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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Nachrichten  von  den  alten  Bewohnern  des  heutigen  Corea.

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In  dem  Zeiträume  Kien-ngan  (196  bis  220  n.  Clir.)  lagerte
Kung-siin-khang  mit  getheilten  Streitkräften  in  dem  Districte  der
Linken  und  bildete  aus  dem  südlichen  wüsten  Lande  die  Provinz
Tai-fang.  Man  entsandte  ferner  Kung-sün-mo,  Tschang-schang  und
andere  Anführer  mit  dem  Aufträge,  die  zurückgelassenen  Menschen
an  sich  zu  ziehen  und  zu  sammeln.  Nachdem  man  eine  Kriegsmacht
zusammengebracht,  unternahm  man  einen  Angriff  auf  das  Reich  Hanmi,
  dessen  alte  Bewohner  nach  und  nach  austraten.  Das  Reich  Wohan
  wurde  hierauf  in  Tai-fang  einverleibt.
In  dem  Zeiträume  King-tschu  von  Wei  (237  bis  239  n.  Chr.)
wurden  Lieu-hin,  Statthalter  von  Tai-fang,  und  Sien-yü-tlise,  Statthalter ­
  von  Lo-lang,  von  dem  Kaiser  Ming  von  Wei  mit  dem  Aufträge
entsandt,  das  Meer  zu  übersetzen  und  die  zwei  Provinzen  zu  beruhigen. ­
  Den  Tschin-tschi  (grossen  Anführern  in  den  Städten)  der
Reiche  von  Han  wurde  das  Siegel  eines  Gebieters  der  Stadt  sammt
dem  breiten  Bande  verliehen.  Die  diesen  im  Range  zunächst  stehenden
Männer  wurden  Älteste  der  Städte.
In  dem  Lande  trägt  man  gerne  Kopftücher.  Wenn  untergeordnete ­
  Familien  sich  in  die  Provinz  begeben  oder  an  dem  Hofe  Meldungen ­
  machen,  entlehnen  sie  ein  Kopftuch  und  schmücken  sich  mit
dem  Siegel  und  dem  breiten  Bande.
Weil  Lo-lang  ursprünglich  die  Reiche  von  Han  lenkte,  trennte
U-lin,  der  Geschäftsträger  in  der  Abtheilung,  acht  Reiche  von  Schinhan
  los  und  vereinigte  sie  mit  Lo-lang.
In  den  Denkwürdigkeiten  von  Wei  heisst  es  ferner:
Yeu-tscheu-hu  befindet  sich  auf  einer  grossen  Insel  in  dem
Meere  westlich  von  Ma-han.  Die  Bewohner  sind  von  ungleicher  und
kurzer  Gestalt.  Ihre  Sprache  ist  von  derjenigen  des  Reiches  Han
verschieden.  Ihr  Haupt  ist  glatt  geschoren  als  ob  es  mit  dem  Gürtel
Sien-pi  zusammengedrückt  wäre.  Sie  tragen  nur  lederne  Kleider,  die
einen  Obertheil  aber  keinen  Untertheil  besitzen.  Sie  halten  gerne
Rinder  und  Schweine.  Sie  fahren  auf  Schiffen  umher  und  erscheinen
auf  den  Märkten  im  Inneren  des  Reiches  Han,  wo  sie  Handel
treiben.
            
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