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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

Schnüre  und  Perlen  und  schmücken  sich  mit  genähten  Kleidern.  Sie
behängen  den  Hals  mit  Schmuck,  den  sie  auch  yon  den  Ohren
herabhängen  lassen.  Sie  haben  allgemein  das  Haupt  unbedeckt  und
tragen  das  zu  Knoten  gewundene  Haupthaar  zur  Schau.  Sie  tragen
überdies  leinwandene  Mäntel  und  Strohschuhe.
Die  Bewohner  dieses  Landes  sind  stark  und  muthig.  Es  gibt
junge  Leute,  welche  bei  dem  Bau  der  Häuser  ihre  Stärke  zeigen.  Sie
ziehen  einen  Strick  durch  die  Haut  des  Rückens  und  lassen  sich  an
einem  grossen  Baume  herab,  wobei  sie  mit  lauter  Stimme  ihre  Kraft
verkünden.
Sie  handhaben  geschickt  Bogen,  Schilde  und  Lanzen.  Obgleich
bei  ihnen  Streitigkeiten,  Überfälle  und  Kämpfe  Vorkommen,  schätzen
sie  doch  die  Unterwürfigkeit.
Sie  pflegen  von  Göttern  und  Geistern  zu  sprechen.  An  der  Gränze
des  fünften  Monats  opfern  sie  immer  den  Göttern  und  Geistern,  wobei ­
  sie  Tag  und  Nacht  bei  Wein  und  Speise  zubringen  und  sich  in
Schaaren  versammeln.  Während  sie  singen  und  tanzen,  gehen  einige
Zehende  von  Menschen  ohne  weiteres  hinter  einander  her  und  treten
mit  gleichmässigen  Schritten  den  Weg.  Im  zehnten  Monate  des
Jahres,  wenn  die  Arbeiten  des  Ackerbaues  vollendet  sind,  thun  sie
dasselbe.
In  den  verschiedenen  Reichen  hat  jede  Stadt  einen  Menschen,
der  dem  Opfer  für  die  Götter  des  Himmels  vorgesetzt  ist  und  den
man  den  Gebieter  des  Himmels  nennt.  Man  erbaut  auch  eine  Art
Glockenthurm  <).  Man  setzt  nämlich  grosse  Bäume  und  behängt
sie  mit  Glocken  und  Trommeln,  wodurch  man  den  Göttern  und
Geistern  dienstbar  ist.
An  den  südlichen  Gränzen,  in  der  Nähe  der  Stämme  von  Wo,
gibt  es  auch  Einwohner,  w r elehe  den  Leib  mit  Farben  bemalen.
In  den  Denkwürdigkeiten  von  Wei  wird  gesagt:
In  Ma-han  war  gegen  die  letzte  Zeit  der  Kaiser  Hoan  und  Ling
von  Han  das  Reich  Han-mi  sehr  mächtig.  In  den  Landschaften  und
Districten  war  man  nicht  im  Stande  Einrichtungen  zu  treffen  und  das
Volk  wanderte  häufig  nach  dem  Reiche  Han  aus.

*)  Derselbe  heisst  Su-tu  und  hat  mit  einem  Bau,  der  Feu-tu  genannt  wird,  Ähnlichkeit. ­

            
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