468
P f i z m a i e r
Schnüre und Perlen und schmücken sich mit genähten Kleidern. Sie
behängen den Hals mit Schmuck, den sie auch yon den Ohren
herabhängen lassen. Sie haben allgemein das Haupt unbedeckt und
tragen das zu Knoten gewundene Haupthaar zur Schau. Sie tragen
überdies leinwandene Mäntel und Strohschuhe.
Die Bewohner dieses Landes sind stark und muthig. Es gibt
junge Leute, welche bei dem Bau der Häuser ihre Stärke zeigen. Sie
ziehen einen Strick durch die Haut des Rückens und lassen sich an
einem grossen Baume herab, wobei sie mit lauter Stimme ihre Kraft
verkünden.
Sie handhaben geschickt Bogen, Schilde und Lanzen. Obgleich
bei ihnen Streitigkeiten, Überfälle und Kämpfe Vorkommen, schätzen
sie doch die Unterwürfigkeit.
Sie pflegen von Göttern und Geistern zu sprechen. An der Gränze
des fünften Monats opfern sie immer den Göttern und Geistern, wobei
sie Tag und Nacht bei Wein und Speise zubringen und sich in
Schaaren versammeln. Während sie singen und tanzen, gehen einige
Zehende von Menschen ohne weiteres hinter einander her und treten
mit gleichmässigen Schritten den Weg. Im zehnten Monate des
Jahres, wenn die Arbeiten des Ackerbaues vollendet sind, thun sie
dasselbe.
In den verschiedenen Reichen hat jede Stadt einen Menschen,
der dem Opfer für die Götter des Himmels vorgesetzt ist und den
man den Gebieter des Himmels nennt. Man erbaut auch eine Art
Glockenthurm <). Man setzt nämlich grosse Bäume und behängt
sie mit Glocken und Trommeln, wodurch man den Göttern und
Geistern dienstbar ist.
An den südlichen Gränzen, in der Nähe der Stämme von Wo,
gibt es auch Einwohner, w r elehe den Leib mit Farben bemalen.
In den Denkwürdigkeiten von Wei wird gesagt:
In Ma-han war gegen die letzte Zeit der Kaiser Hoan und Ling
von Han das Reich Han-mi sehr mächtig. In den Landschaften und
Districten war man nicht im Stande Einrichtungen zu treffen und das
Volk wanderte häufig nach dem Reiche Han aus.
*) Derselbe heisst Su-tu und hat mit einem Bau, der Feu-tu genannt wird, Ähnlichkeit.