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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Nachrichten  von  den  alten  Bewohnern  des  heutigen  Corea.

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trat  der  Gegensatz  zwischen  Han  und  diesen  Ländern,  welche  man
noch  mit  dem  Namen  IIu  bezeiclinete,  immer  mehr  hervor.  Es  gab
daselbst  weder  grosse  Gebieter  noch  Älteste.  Seit  den  Zeiten  von
Han  bestanden  die  Obrigkeiten  in  Lehensfürsten,  Gebietern  der  Städte
und  in  drei  Alten.  Dieselben  lenkten  die  unter  ihnen  stehenden  Familien ­
  als  Vorgesetzte.
Die  Greise  des  Landes  waren  der  Meinung,  dass  das  Volk  von
Wei-mi  desselben  Stammes  wie  dasjenige  von  Keu-li.  Die  Bewohner
sind  von  Charakter  redlich,  sie  haben  wenige  Wünsche  und  besitzen
Ehrgefühl.  Sie  machen  keine  Einfälle  in  das  Land  Keu-li.
Die  Sprache,  die  Gesetze  und  die  Gewohnheiten  des  Landes
sind  im  Ganzen  dieselben  wie  in  Keu-li.  Die  Kleidung  ist  jedoch
verschieden.  Die  Kleider  der  Männer  und  Weiber  zeigen  einen  krummen ­
  Halstheil.  Die  Männer  umbinden  sich  zur  Zierde  mit  silbernen
Blumen,  deren  Breite  mehrere  Zoll  beträgt.
Was  westlich  von  dem  grossen  Gebirge  Tan-tan  gelegen  war,
gehörte  zu  Lo-lang.  Den  sieben  Districten  im  Osten  war  ein  Tu-wei
(Beruhiger  der  Hauptstadt)  vorgesetzt.  Alles  wurde  jedoch  mit  dem
(dem  Namen  Wei-mi  zu  Grunde  liegenden)  Namen  Wei  benannt.
Später  beschränkte  man  den  Wirkungskreis  des  Tu-wei  und  setzte
die  grossen  Anführer  zu  Lehensfürsten  ein.  Die  heutigen  Stämme
von  Pü-nai-mi  sind  von  dem  Stamme  dieses  Volkes.
In  dem  Lande  ist  es  Sitte,  dass  Personen  von  gleichem  Familiennamen ­
  sich  nicht  durch  Heirat  verbinden.  Daselbst  hat  man  überdies
vor  vielen  Dingen  Scheu  und  vermeidet  auch  vieles.  So  oft  Krankheiten ­
  entstehen  oder  ein  Todesfall  sich  ereignet,  verlässt  man  ohne
weiteres  die  alte  Behausung  und  baut  sich  einen  neuen  Wohnsitz.
Es  gibt  Leinwand,  Hanf,  Seidenraupen  und  Seide.  Für  die
Speisen  und  Getränke  bedient  man  sich  ebenfalls  der  Hackbretter
und  der  Esskörbe.  Die  Einwohner  beobachten  die  Gestirne  und
bestimmen  dadurch  im  Voraus,  ob  das  Jahr  fruchtbar  oder  unfruchtbar ­
  sein  werde.  Ihre  Gebräuche  bei  Hochzeiten,  bei  der  Trauer  und
bei  Leichenbegängnissen  haben  Ähnlichkeit  mit  denen  von  Keu-li.
Perlen  und  Edelsteine  werden  von  ihnen  nicht  für  kostbar  gehalten.
Sie  feiern  immer  das  Fest  des  zehnten  Monats,  wo  sie  dem
Himmel  opfern.  Dabei  trinken  sie  Tag  und  Nacht  Wein,  tanzen  und
singen.  Sie  nennen  dies  mit  Namen:  vor  dem  Himmel  tanzen.  Sie
opfern  auch  dem  Tiger,  der  von  ihnen  für  einen  Gott  gehalten  wird.
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