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Zeissberg
Gemalinnen Bolestaw’s. Die erste war des Markgrafen Rigdag Tochter,
die er danach wieder entliess; darauf nahm er aus Ungarn ein Weih,
dessen Namen Thietmar nicht überliefert und das ihm den Besprim
gebar. Nachdem er auch diese verstossen, wurde Emniidis, die Tochter
des „ehrwürdigen“ Herrn Dobremir seine Gemalin. Diese, offenbar die
geliebteste von Bolestaw’s Frauen und unzweifelhaft jene, welche in
polnischen Quellen, wenn sie nur einfach von Boleslaw’s Gattin sprechen
gemeint ist, gebar zwei Söhne, Miseco und einen anderen, über
dessen Namen die Meinungen getheilt sind, und dreiTöchter, von denen
die eine Abtissin wurde, die zweite den Grafen Herimann heirathete,
die dritte den Sohn des Königs Wladimir. Von Oda endlich, welche
Bolestaw am Abende seines Lebens heirathete, war oben bereits die
Rede. Bei anderer Gelegenheit <) habe ich darzulegen gesucht, dass
Bolestaw sein erstes Weib 983 oder etwas später, die Ungerin zwischen
986—8, Emnilden aber spätestens 989 geehelicht habe.
Zu jener Tochter Emnilden's, die den Grafen Herimann geheirathet,
leitet noch eine andere Spur a). Herimann ist der oben so oft
erwähnte Neffe jenes Guncelin, der bei Thietmar „Bruder“ Boleslaw’s
heisst, und Boslestaw heirathete später selbst die Schwester seines
Schwiegersohnes. Die Verlobung von Bolestaw’s Tochter mit Herimann
muss nach den Merseburger Tagen aber bereits vor der Mitte des
J. 1003 erfolgt sein, da Bolestaw auf einem in dem erwähnten Jahre
unternommenen Streifzuge die Bewohner von Strela „da der Ort die
Mitgift seiner Tochter“ war, zu beruhigen sucht s), während er den
Ort ein Jahr zuvor, als er Merseburg erzürnt verliess, in Brand
gesteckt hatte 4 ). Bolestaw’s Tochter muss damals in einem noch
sehr zarten Alter gestanden haben.
Vielleicht ist uns selbst noch der Name derselben erhalten. Im
Chor des Domes zu Naumburg, wohin auf Veranlassung ihres Gemals
*) „Über die Zusammenkunft Kaiser Otto’s III. mit H. Bo). I. von Polen zu Gnesen“,
Zeitschrift f. d. österr. Gymnas, 1867, V. Hft., S. 343.
2 ) Vgl. für das folgende Gf. Przezdziecki’s Abhandlung: „0 Bolesfawa Chrobrego
corce, margrabinie Misnii w Naumburgu i synowej krolowej Ryxie w Kolonii“
in dessen „Slady Boleslawow Polskich po obcyeh krajach“ Warszawa 1833.
3 ) Thietmar 1. 3, c. 22.
4 ) Thietmar 1. 5, c. 10. Die Zeitbestimmung dieser Vermählung heben Wawrowski I. c.
p. 31 adn. 3 und Hirsch I, 234 A. 6 richtig hervor.