Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog Boleslaw 1. von Polen. 429
die seinigen schützend. Denn Brzmo bedeutet in der Sprache des
Volkes Gewicht.“ Dlugosz, Kromer u. a. erzählen, dass Bolestaw,
bevor er Kiew, welches er 1018 eroberte, verliess, zum Zeichen
seiner Herrschaft über Bussland eiserne Säulen, da wo die Sula in
den ünieper fällt, errichtet habe. Aber bereits Karamsin bemerkt, dass
Kadtubek nur die Säule in der Saale kenne; offenbar liege hier ein
durch Namensähnlichkeit unterstützter absichtlicher oder unwillkürlicher
Irrthum vor. Mit den angeblichen ehernen Säulen in der
Sula steht wahrscheinlich im Zusammenhang Sarnicki’s •) Angabe,
ßoleslaw habe kupferne Köhren in den Dnjepr legen lassen, die vom
Rauschen des Wassers ertönend, Boleslaw’s Namen wiederholten.
„Andere aber“ sagt er, „versichern, diese Töne kämen aus einer
unter Wasser befindlichen Felsenhöhle“ 2 ).
Noch zwei Ereignisse aus der Reihe der Beziehungen Boleslaw's
zum deutschen Reiche sind es, deren wir hier im Anhänge, wo dieselben
nicht den Faden der politischen Geschichte zerreissen, erwähnen
wollen. Thietmar nennt im 4. Buche 37. Capitel die verschiedenen
*) Anii. Polon. 1. VI, p. 1048
a ) Es ist aber meines Erachtens nicht richtig, wenn Röpell,. G. Pol. Heil. 7 und Szs\jnocha,
ß. Ch. 177 als Quelle dafür, dass ßoleslaw eherne Säulen im Dniepr errichtet
habe, ßogufal citiren. Bogufal sagt: „nam rex praefatus Boleslaus cum melas Polonie
in Kyow quod est Russie metropolis et Czissowa ac Danubio fluvios Ilungarie ac
Corincie et Zalawam (ßiel. Zolawam) fluvium versus partes Diringie ac mare septentrionale
statuisset“, in welcher Stelle sich allerdings nach dem Parallelismus auch
für Kyow ein Fluss, in dem die Grenzpfähle gesetzt werden, erwarten Hesse und
daher auch, wie wir eben aus Dlug, u. a. spätem ersehen können, wirklich substituirt
worden ist. Allein dass dies wenigstens Bogufal noch nicht gemeint hat
lehrt eine Vergleichung Bogufals mit Kadi, welcher sagt: „Hunnos seu Hungaros
Crouacios et Mardos gentem ualidam suo mancipavit imperio. Imino et Saxones indomitos
ita edomuit, ut in Sala flumine columnam fixerit ferream, quasi quibusdam
Gadibus sui fines imperii ab Oriente et ab occidente disterminans. Nam ab Oriente
in aureis Kioviae ualuis metarum alteram impegit, ubi mucronis ictu creberrimo
etc.“ Man sieht also, Kadi, betrachtet diesen Hieb bei Kiev, nicht eine Säule im
Dniepr als Grenze. Uber derartige eherne Grenzsäulen in Flüssen an der Grenze
Polens und der Neumark vgl. Szajnocha, Hadwiga i Jagiello 1, 33. Interessant,
wenn gleich natürlich ohne weitere Bedeutung als Quelle, ist folgende Stelle in
des im 16. Jh. lebenden Stanislaus Sarnicki, deseriptio Poloniae bei Mizler I, 240:
„Othonis tercii temporibus Boleslaus Chrobri, rex Poloniae, Herculem imitatus,
pro Gadibus iniecerat tres columnas ad confluentem Albis et Salae. Ad haec institutio
marchionatus Saxoniae indicat, metas limitum istic tune fuisse. Nam Brandeburgensis
postea, prolatis in septentrionem Germaniae finibus, institutus fuit“.