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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

verbunden  fühlen.“  Es  scliliessen  sich  nun  Ermahnungen  an,  den  Frieden, ­
  für  den  er  nach  aussen  so  glänzend  gewirkt,  auch  innen  aufrecht
zu  erhalten,  und  die  Bitte,  bei  dem  Könige,  hei  welchem  man  ihn  verläumdet
  habe,  sein  Fürsprecher  zu  sein.  Das  ganze  endet  mit  einem
Wortspiele  nach  dem  Geschmacke  jener  Zeit.  „Wenn  man  zu  Eurem
ersten  Namen  Jero  Salem  fügt,  so  bedeutet  das  ganze  Anblick  des
Friedens,  nur  dass  in  der  Mitte  0  statt  V  auf  die  Euch  beschiedene
Krone  hinweisen  dürfte“  <).
Ohne  Zweifel  hat  Heinrich,  indem  er  den  Frieden  abschloss,  dem
Drängen  der  Partei,  welcher  der  Verfasser  dieses  Briefes  angehörte,
nachgegeben;  er  hat  aber  damit  auch  ein  Ziel  aufgegeben,  dem  er
durch  so  viele  Jahre,  mit  so  vielen  Opfern  nachgestrebt,  ßolesfaw
aber  hatte  erreicht,  was  er  zunächst  wünschte.  Wir  hören  nichts
mehr  von  ferneren  Kriegen  Bolesfaw's  mit  diesem  Kaiser.  Vielmehr
hatte  jener  nun  freie  Hand  nach  Kiew  zu  ziehen,  wo  er  seiner  Tochter
Genial  auf  den  Thron  setzte  und  reiche  Beute  gewann.  Von  da  aus
sandte  BolesJaw  auch  seinen  lieben  Abt  Tuni  an  den  Kaiser  Heinrich
mit  grossen  Geschenken,  um  in  noch  höherem  Grade  dessen  Gunst
und  Hilfe  zu  erlangen  und  ihm  anzuzeigen,  dass  er  alles,  was  ihm
genehm  sei,  tliun  werde.
Leider  bricht  hier  Thietmar's  Bericht  ab  und  mit  ihm  verlässt
uns  ein  treuer  Führer  der  uns  von  den  schwachen  Anfängen  polnischer
Macht,  der  Unterwerfung  Miseco’s  unter  den  Kaiser,  bis  zu  dieser
ersten  gewaltigen  Erhebung  derselben  geleitet  bat.  Mit  ihm  verlässt
uns  für  die  nächstfolgenden  Jahre,  bis  auf  ein  Ereigniss,  jede  sichere
Kunde  über  die  Vorgänge  im  Innern  Polens.

X.
Es  ist  eine  eigenthümliche  aber  bezeichnende  Thatsache,  dass  in
den  einheimischen  Quellen  Polens,  sowohl  in  den  Annalen  als  in
den  Chroniken,  von  den  Kämpfen  Boleslaw's  mit  Kaiser  Heinrich  II.
fast  völlig  geschwiegen  wird.  Während  jene  nur  leichthin  die  vorüber-*)
  Der  Brief  steht  in  Pez,  Tlies.  Vgl.  auch  die  Einleitung  zu  Abt  Berno’s  von  Reichenau
Briefe  an  König  Heinrich  III.,  herausgegeben  von  E.  Strehlke  (Archiv  f.  K.  ö.  G.,
XX.  Bd.  S.  192.  Wien  1858),  der  aber  den  Brief  in  das  Jahr  1013  setzt.  Eingehender
handle  ich  über  das  im  Texte  kurz  angedeutete  Verhältniss  der  sächsischen  Fürsten
zur  polnischen  Frage  in  der  Zeitschrift  f.  d.  österr.  Gyinn.  1868.  II.  und  III.  Hft.
S.  89  fl*.
            
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