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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  H.  mit  Herzog  Bolesiaw  I.  Yon  Polen.

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Ritter  aus  ihrer  strengen  Haft  anbot,  und  ausserdem  bat,  dass  ihm
gestattet  werde,  einen  Gesandten  zu  schicken,  um  über  die  Widererlangung ­
  seiner  Gnade  zu  verhandeln.  Auf  die  eifrige  Verwendung
seiner  Fürsten,  gab  der  Kaiser  allen  diesen  Vorschlägen  seine  Billigung. ­
  Auch  erfuhr  Heinrich  hier  zum  ersten  Male,  wesshalh  die  Russen
nicht  in  die  Action,  wie  doch  ihr  Fürst  durch  einen  Boten  ausdrücklich ­
  versprochen  hatte,  eingegriffen  hätten.  Sie  hätten,  vernahm  er,
allerdings  Bolestaw  angegriffen,  aber  auch  ihnen  wären,  gerade
so  wie  Heinrich  selbst  oder  wie  jenen  Liutizen,  die  von  ihrem  Lande
aus  in  Bolestaw's  Reich  eingefallen  waren,  bei  Belagerung  einer
Stadt  unüberwindliche  Schwierigkeiten  begegnet  i).
Am  26.  October  befand  sich  Heinrich  urkundlich  3 )  zu  Alstidi
und  verweilte,  nach  Thietmar,  überhaupt  5  Wochen  und  4  Tage
in  dieser  Stadt.  Sodann  ging  er  nach  seinem  Lieblingsorte  Bamberg, ­
  „wo  damals“  erzählt  Thietmar  „im  Dezember  und  zwar  in
der  ersten  Nacht  nach  des  Kaisers  Ankunft  der  bis  dahin  in  Haft
gehaltene  Guncelin  frei  wurde,  indem  die  Kette  von  den  durch  göttliche ­
  Majestät  gefesselten  Füssen  sanft  sank  und  unversehrt  blieb.“
Auch  Heinrich  des  Kaisers  Schwager,  der  einst  Herzog  von  Baiern
gewesen,  vor  8  Jahre  und  8  Monate  seiner  Würde  entkleidet  worden,
vor  dem  letzten  Kriegszuge  aber,  wie  wir  gesehen,  mit  einer
Gesandtschaft  an  Bolestaw  betraut  worden  war,  wurde  nun  in  sein
Herzogthum  wider  eingesetzt.  Damit  schloss  das  Jahr  1017  s).  Weihnachten ­
  beging  Heinrich  zu  Frankfurt.  Im  folgenden  Jahre  1018
wurden  die  Friedensverhandlungen  beiderseits  fortgeführt.  Kaiser

*)  Die  Darstellung  des  Krieges  im  Texte  hat  sich  durchaus  an  Thietmar’s  sehr  glaubwürdigen ­
  Bericht  gehalten,  der,  w r enn  auch  nicht  allseitig  klar  und  befriedigend
genug,  doch  der  weitaus  eingehendste  ist.  Daneben  sind  die  anderen  Nachrichten
wahrhaft  armselig.  Ann.  Quedl.  ada.  1017:  „Imperator  etiam  hoc  anno  iterum  castra
movit  contra  Bolizlavum,  sed  nimia  pestilentia  et  mortalitate  populi  obstante,  sine
belli  effectu  rediit  in  patriam“  bestätigen  Thietmar’s  Angabe,  dass  der  Feldzug
durch  den  Ausbruch  einer  Seuche  im  Lager  entschieden  wurde.  Die  ann.  Hildesh.
ada.  1017  haben  blos  :  „eodem  anno  rursum  Poloniam  cum  exercitu  intravit“;
ebenso  ann.  Lamberti.  Falsche  Angabe  der  vita  Meinwerci  XLIII:  „dei  clementia
ea  ac  Boemia  Moraviaque  subiecta  est“.
2)  B.  1168,  St.  1689.
3 )  „et  tune  primo  eomperit,  Ruszorum  regem  ,  ut  sibi  per  internuntium  promisit
suum,  Bolizlavum  petiisse,  nilque  ibi  ad  urbem  possessam  profecisse.“  Barthold,  G.
von  R.  und  P.  I,  3ö‘i,  macht  mit  Unrecht  Bol.  in  diesem  Satze  zum  Subject.
            
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