Die Kriege K. Heinrich H. mit Herzog Bolesiaw I. Yon Polen.
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Ritter aus ihrer strengen Haft anbot, und ausserdem bat, dass ihm
gestattet werde, einen Gesandten zu schicken, um über die Widererlangung
seiner Gnade zu verhandeln. Auf die eifrige Verwendung
seiner Fürsten, gab der Kaiser allen diesen Vorschlägen seine Billigung.
Auch erfuhr Heinrich hier zum ersten Male, wesshalh die Russen
nicht in die Action, wie doch ihr Fürst durch einen Boten ausdrücklich
versprochen hatte, eingegriffen hätten. Sie hätten, vernahm er,
allerdings Bolestaw angegriffen, aber auch ihnen wären, gerade
so wie Heinrich selbst oder wie jenen Liutizen, die von ihrem Lande
aus in Bolestaw's Reich eingefallen waren, bei Belagerung einer
Stadt unüberwindliche Schwierigkeiten begegnet i).
Am 26. October befand sich Heinrich urkundlich 3 ) zu Alstidi
und verweilte, nach Thietmar, überhaupt 5 Wochen und 4 Tage
in dieser Stadt. Sodann ging er nach seinem Lieblingsorte Bamberg,
„wo damals“ erzählt Thietmar „im Dezember und zwar in
der ersten Nacht nach des Kaisers Ankunft der bis dahin in Haft
gehaltene Guncelin frei wurde, indem die Kette von den durch göttliche
Majestät gefesselten Füssen sanft sank und unversehrt blieb.“
Auch Heinrich des Kaisers Schwager, der einst Herzog von Baiern
gewesen, vor 8 Jahre und 8 Monate seiner Würde entkleidet worden,
vor dem letzten Kriegszuge aber, wie wir gesehen, mit einer
Gesandtschaft an Bolestaw betraut worden war, wurde nun in sein
Herzogthum wider eingesetzt. Damit schloss das Jahr 1017 s). Weihnachten
beging Heinrich zu Frankfurt. Im folgenden Jahre 1018
wurden die Friedensverhandlungen beiderseits fortgeführt. Kaiser
*) Die Darstellung des Krieges im Texte hat sich durchaus an Thietmar’s sehr glaubwürdigen
Bericht gehalten, der, w r enn auch nicht allseitig klar und befriedigend
genug, doch der weitaus eingehendste ist. Daneben sind die anderen Nachrichten
wahrhaft armselig. Ann. Quedl. ada. 1017: „Imperator etiam hoc anno iterum castra
movit contra Bolizlavum, sed nimia pestilentia et mortalitate populi obstante, sine
belli effectu rediit in patriam“ bestätigen Thietmar’s Angabe, dass der Feldzug
durch den Ausbruch einer Seuche im Lager entschieden wurde. Die ann. Hildesh.
ada. 1017 haben blos : „eodem anno rursum Poloniam cum exercitu intravit“;
ebenso ann. Lamberti. Falsche Angabe der vita Meinwerci XLIII: „dei clementia
ea ac Boemia Moraviaque subiecta est“.
2) B. 1168, St. 1689.
3 ) „et tune primo eomperit, Ruszorum regem , ut sibi per internuntium promisit
suum, Bolizlavum petiisse, nilque ibi ad urbem possessam profecisse.“ Barthold, G.
von R. und P. I, 3ö‘i, macht mit Unrecht Bol. in diesem Satze zum Subject.