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aber folgende Stelle Thietmar's: „Die Möhsale dieses Feldzuges und
den gesammten Schaden, wer vermag ihn zu schildern? Schon fast
unerreichbar war der Einmarsch in Böhmen, aber noch viel schlimmer
war der Ausmarsch aus diesem Lande. Angetreten wurde diese Heerfahrt,
um den Feind zu verderben; aber durch unsere Schuld schädigte
sie vielmehr uns, die Sieger. Denn was damals uns die Feinde
nicht anhahen konnten, geschah sodann durch unsere Verbrechen.
Auch möchte ich weinen über das, was Boleslaw's Leute sich zwischen
Elbe und Mulde erlaubten. Denn auf Befehl ihres Herrn zogen
sie aus, und schleppten am 19. Sept. mehr als 1000 Hörige aus diesen
Gegenden weg und kehrten, weithin alles in Brand steckend,
wohlgemuth heim.“ Zwischen der Elbe und Mulde also geschahen
gerade zur Zeit, als Heinrich in Böhmen stand, Diversionen, um den
Bückzug des Kaisers längs der Elbe zu erschweren. Offenbar hängt
es damit zusammen, dass die Liutizen nicht den näheren Weg in ihr
Land nehmen konnten, sondern erst das linke Ufer der Mulde aufwärts
zogen und dann über dieselbe setzten. Wahrscheinlich
bezeichneten sie ihren Weg auch in Freundeslande durch Verwüstungen
und darum der Schmerzensschrei Thietmar’s „was dem Feinde
nicht möglich war, geschah sodann durch unsere Sünden“. Denn
Thietmar’s Kirche war gerade hei Wurzen, wo die Liutizen ihren
Übergang bewerkstelligten, und zwar •) am westlichen Ufer, welches
die Polen nicht erreicht hatten, begütert. Am östlichen hatte er gerade
vor kurzem, wiewohl ungerne, auf des Kaisers Befehl, an die Meissner
Kirche einen Landstrich abtreten müssen. Diesen hatten schon die
Polen verwüstet. Thietmar konnte in seiner Herzensgüte nicht umhin,
seinen Nachbar, wenn auch Rivalen, desshalh zu bedauern 2 ).
Zu Ende des Septembers ist Heinrich zu Meissen am 1. October
zu Merseburg, wo er Ekkihard, bisher Abt von Neustadt, zum Bischof
von Prag ernennt, da Adalhert’s NachfolgerThieddeg am 10. Juni 1017
gestorben war. Nach Merseburg s) kam auch ein Gesandter Boleslaws,
welcher dem Kaiser die Freilassung des im Jahre 1015 hei dem
Überfalle im Gaue Diadesisi in Gefangenschaft gerathenen Jünglinges
Liudolf gegen die Entlassung seiner in des Kaisers Gewalt gerathenen
1 ) Thietmar I. c. 37.
a ) Auf diesen gehen daher in e. 47 die Worte: „defleam quoque* 4 .
s ) Nicht nach Frag, wie Röpell, G. Pol. 1, 134 fälschlich sagt.