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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  If.  mit  Herzog  ßolesfaw  F.  von  Polen.

4IS

Händel  im  Osten  gestört  zu  werden,  dann  aber  die  Einsicht,  dass  er
die  sächsischen  Grossen,  wenn  auch  zu  einer  vorübergehenden  Vertagung ­
  ihrer  Privatfehden  bewegen,  doch  niemals  dauernd  für  die
nationale  Sache  zu  begeistern  im  Stande  sein  würde,  zumal  ja,  wie
sich  wiederholt  im  Verlaufe  dieser  Darstellung  gezeigt  hatte,  viele,
vor  allem  geistliche  Fürsten  unverholen  ihre  Missbilligung  der  gegen
den  Polenfürsten  geführten  Kriege  aussprachen.  Aber  da  zeigte  sich,
wie  wenig  aufrichtig  doch  Bolestaw’s  Friedensanerbietungen  waren.
Der  Kaiser  ging  nämlich  nach  Merseburg  und  wartete  daselbst  den
Erfolg  der  Verhandlungen  ab.  Denn  die  zwei  Erzbischöfe  von  Mainz
und  Magdeburg,  Erkanbald  und  Gero,  dann  der  Bischof  Arnulf  von
Halberstadt,  und  die  Grafen  Sigifrid  und  Bernhard  und  noch  andere
Fürsten  ritten  an  die  Mulde  und  luden  Bolestaw  durch  Gesandte  an
die  Elbe  zu  der  von  ihm  gewünschten  Besprechung  ein.  Bolestaw
empfing  die  Botschaft  zu  Sciciani;  als  er  sie  angehört,  entschuldigte
er  sich  damit,  dass  er  aus  Furcht  vor  seinen  Feinden  nicht  wagen
würde,  sich  einzufinden.  Und  da  die  Boten  nun  einwandten:  „Was  er
wohl  dann  thun  würde,  wenn  ihre  Herren  an  die  schwarze  Elster
kämen?  “erwiederte  er  kurz:  „nicht  einmal  über  die  Brücke  hier  will
ich  gehen.“  Damit  kehrten  die  Gesandten  zu  den  Fürsten  zurück,
welche,  nachdem  sie  vierzehn  Tage  *)  lang  an  der  Mulde  gelagert,
entrüstet  über  den  ihnen  durch  Bolestaw  angethanen  Schimpf,
aufbrachen  und  dem  Kaiser,  der  zu  Merseburg  Mariae  Reinigung
(2.  Fbr.)  gefeiert  hatte,  die  Meldung  von  ihrer  misslungenen  Sendung ­
  hinterbrachten.
Der  Kaiser  beschloss  auf  die  ihm  gemachte  Meldung  hin  Krieg;
alle  Getreuen  wurden  ermahnt,  sich  für  denselben  bereit  zu  halten,
und  um  jede  Möglichkeit  neuerlichen  Verrathes  abzuschneiden,  erliess
Heinrich  ein  strenges  Verbot,  dass  von  nun  an  zwischen  den  sächsischen ­
  Fürsten  und  dem  Reichsfeinde  keine  Gesandtschaften  mehr  gewechselt ­
  werden  sollten  und  es  wurde  überdies  fleissig  Nachforschung
gehalten,  wer  dies  bisher  zu  thun  sich  heraus  genommen  habe  2).
Der  Kaiser  ging  von  Merseburg  nach  Magdeburg,  wo  er  am  9.  Fbr.
ankam  und  noch  am  22.  weilte.  Am  23.  verliessen  Heinrich  und  seine
Gemalin  Magdeburg  und  kamen  Sonntag  den  24.  Fbr.  nach  Halbert)

  „srod  zimy“  fügt  Szajnocha  Bol.'  Ch.  156  hinzu.
2 )  Thietmar  I.  7,  c.  36.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LVII.  Bd.  II.  Hft.

27
            
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