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Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog Bolesfaw I. von Polen.
und flehte Christum und den Märtyrer Donatus um Hilfe an. Dann liess
er auch an die auf der Burg befindlichen Weiber den Aufruf ergehen,
Hilfe zu leisten. Und siehe da! dieselben eilen an die Brustwehren,
schleudern Steine auf den Feind und löschen, da Wasser mangelt,
mit Metli das angelegte Feuer. Da liess der Feind ab vom Sturme.
Miseco hatte dem Kampfe von einer nahen Anhöhe aus zugesehen und
erwartete nur die Rückkunft seiner Waffengenossen. Bis an die Gana
(Jahne), ein Flüsschen, das bei Döbeln entspringt *) und bei Riesa
in die Elbe fliesst 3 ), verheerten dieselben alles, das brennbare verbrennend,
und kehrten endlich spät auf ermüdeten Rossen wieder.
Am nächsten Tage dachten sie sodann mit ihrem Heere den Sturm
auf die Burg zu erneuern, und wer weiss, ob dann nicht dennoch
Meissen trotz der Unerschrockenheit seiner Vertheidiger der an Zahl
überlegenen Streitmacht Miseco’s erlegen wäre, wenn nicht Abends
die Elbe angeschwollen und dadurch das polnische Heer mit einem
Male in eine sehr bedenkliche Lage gerathen wäre. Miseco liess
daher noch an demselben Tage sein ermüdetes Heer an das rechte
Elbeufer zurückkehren und war sehr froh, als dies gegen seine
Erwartung glücklich von Statten ging. Der Kaiser sandte auf die
Nachricht hievon sofort Verstärkung, so viel er nur auftreiben
konnte, und ertheilte nicht lange darnach den Befehl, das Suburbium
wieder herzustellen. Zur Unterstützung bei Ausführung dieses Baues
und zur Aufsicht dabei kamen Erzbischof Gero und Bischof Arnulf
von Halberstadt am 8. October mit mehreren Grafen und anderen
Personen dahin. Auch Thietmar, Bischof von Merseburg, war, wie er
selbst berichtet, unter denselben. In vierzehn Tagen war der Bau
vollendet, jene zogen wieder ab und die Bewachung der Burg übernahm
nach der bekannten Reihenfolge Graf Fritherich auf vier Wochen*).
Damit schloss die kriegerische Action dieses Jahres, das so hoffnungsvoll
für Heinrich begonnen hatte und so traurig für ihn endete.
Aber noch einen Verlust hatte er in diesem Jahre zu beklagen.
Der würdige Bischof Aeid, der mit so viel Selbstverläugnung das
Geschäft der Leichenbestattung besorgt und selbst Bolestaw Achtung
abgezwungen hatte, erkrankte nicht lange, nachdem er aus Polen mit
') N. Laus. M. XXX, 45.
2 ) Lappenberg adh. I.
3 ) Thietmar 1. 7, c. Io.