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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Die  Kriege  K.  Heinrich  II.  mit  Herzog  Bolesfaw  I.  von  Polen.
und  flehte  Christum  und  den  Märtyrer  Donatus  um  Hilfe  an.  Dann  liess
er  auch  an  die  auf  der  Burg  befindlichen  Weiber  den  Aufruf  ergehen,
Hilfe  zu  leisten.  Und  siehe  da!  dieselben  eilen  an  die  Brustwehren,
schleudern  Steine  auf  den  Feind  und  löschen,  da  Wasser  mangelt,
mit  Metli  das  angelegte  Feuer.  Da  liess  der  Feind  ab  vom  Sturme.
Miseco  hatte  dem  Kampfe  von  einer  nahen  Anhöhe  aus  zugesehen  und
erwartete  nur  die  Rückkunft  seiner  Waffengenossen.  Bis  an  die  Gana
(Jahne),  ein  Flüsschen,  das  bei  Döbeln  entspringt  *)  und  bei  Riesa
in  die  Elbe  fliesst 3 ),  verheerten  dieselben  alles,  das  brennbare  verbrennend, ­
  und  kehrten  endlich  spät  auf  ermüdeten  Rossen  wieder.
Am  nächsten  Tage  dachten  sie  sodann  mit  ihrem  Heere  den  Sturm
auf  die  Burg  zu  erneuern,  und  wer  weiss,  ob  dann  nicht  dennoch
Meissen  trotz  der  Unerschrockenheit  seiner  Vertheidiger  der  an  Zahl
überlegenen  Streitmacht  Miseco’s  erlegen  wäre,  wenn  nicht  Abends
die  Elbe  angeschwollen  und  dadurch  das  polnische  Heer  mit  einem
Male  in  eine  sehr  bedenkliche  Lage  gerathen  wäre.  Miseco  liess
daher  noch  an  demselben  Tage  sein  ermüdetes  Heer  an  das  rechte
Elbeufer  zurückkehren  und  war  sehr  froh,  als  dies  gegen  seine
Erwartung  glücklich  von  Statten  ging.  Der  Kaiser  sandte  auf  die
Nachricht  hievon  sofort  Verstärkung,  so  viel  er  nur  auftreiben
konnte,  und  ertheilte  nicht  lange  darnach  den  Befehl,  das  Suburbium
wieder  herzustellen.  Zur  Unterstützung  bei  Ausführung  dieses  Baues
und  zur  Aufsicht  dabei  kamen  Erzbischof  Gero  und  Bischof  Arnulf
von  Halberstadt  am  8.  October  mit  mehreren  Grafen  und  anderen
Personen  dahin.  Auch  Thietmar,  Bischof  von  Merseburg,  war,  wie  er
selbst  berichtet,  unter  denselben.  In  vierzehn  Tagen  war  der  Bau
vollendet,  jene  zogen  wieder  ab  und  die  Bewachung  der  Burg  übernahm ­
  nach  der  bekannten  Reihenfolge  Graf  Fritherich  auf  vier  Wochen*). ­
  Damit  schloss  die  kriegerische  Action  dieses  Jahres,  das  so  hoffnungsvoll ­
  für  Heinrich  begonnen  hatte  und  so  traurig  für  ihn  endete.
Aber  noch  einen  Verlust  hatte  er  in  diesem  Jahre  zu  beklagen.
Der  würdige  Bischof  Aeid,  der  mit  so  viel  Selbstverläugnung  das
Geschäft  der  Leichenbestattung  besorgt  und  selbst  Bolestaw  Achtung
abgezwungen  hatte,  erkrankte  nicht  lange,  nachdem  er  aus  Polen  mit

')  N.  Laus.  M.  XXX,  45.
2 )  Lappenberg  adh.  I.
3 )  Thietmar  1.  7,  c.  Io.
            
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