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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

tliun.  Zugleich  sandte  er  aber  einen  seiner  Äbte,  Namens  Tuni  i),
unter  dem  Vorwände  von  Friedensunterhandlungen  an  den  Kaiser;
aber  die  Absicht  wurde  errathen,  Tuni  festgehalten  und  nicht  eher
wieder  zu  seinem  Heere  entlassen,  als  bis  fast  das  ganze  Heer
über  den  vor  ihm  liegenden  Sumpf  mittelst  in  der  Nacht  zuvor
erbauter  Brücken  gesetzt  hatte.  Den  Rest  des  Heeres,  der  noch
zurückgeblieben  war,  vertraute  der  Kaiser  dem  Erzbischöfe  Gero,
dem  Markgrafen  Gero  und  dem  Pfalzgrafen  Burchard  an  und  ermahnte ­
  sie  noch,  ehe  er  selbst  weiter  zog,  mehr  als  sonst  auf  ihrer
Hutli  zu  sein.
Diese  Mahnung  geschah  leider  umsonst.  Denn  die  Abtheilung,
welche  von  Boleslaw  entsandt  worden  war,  hatte  das  deutsche  Heer
umzingelt  und  brach  nun  aus  den  Wäldern  auf  die  Nachhut  mit  dreimaligem ­
  brüllenden  Feldgeschrei  hervor  und  bald  sah  sich  der  Heereszug ­
  derDeutschen  mit  Pfeilschüssen  von  denselben  angegriffen.  Nun
war  zwar  nicht  gleich  anfangs  die  heillose  Verwirrung,  welche  die
Quedlinburger  Annalen  in  die  emphatischenWorte  fassen:  „Die  Feinde
kommen  hervor  aus  ihrem  Versteck,  eingedenk  der  Unbillen,  die  ihre
Mitbürger  erlitten  haben.  Hier  verschliessen  Schwerter,  dort  Speere
und  Pfeile  den  unsrigen  den  Ausweg.  Es  erhebt  sich  ein  Lärmen
und  die  Lustbarkeit,  die  man  früher  empfunden,  verwandelt  sich  in
bitteren  Ernst,  da  von  beiden  Seiten  hart  gekämpft.wird.“  Vielmehr
werden  ein  und  ein  zweiter  Angriff  der  Feinde  tapfer  abgewehrt  und
sogar  viele  von  den  Polen,  die  aus  der  Ordnung  kamen,  getüdtet.
„Aber,“  setzt  Thietmar  hinzu,  „als  einige  von  den  unsrigen  zu  fliehen
begannen,  sammelten  sich  die  Feinde  dadurch  ermuthigt,  noch  einmal, ­
  brachten  die  unsrigen  in  erneutem  Anlaufe  in  Verwirrung  und
tödteten  die  getrennten  mit  ihren  trügerischen  Pfeilen 2 ).“  „Das  Gepäck
eines  gewissen  Friderich“  s)  sagen  die  Quedlinburger  Annalen,  „kam

! )  Während  Lelewel,  Poiska  wiekdw  srednich  II,  179  meint,  abbas  Tuni  bedeute:  Abt
von  Tiniec  (einem  KI.  bei  Krakau,  welches  Boleslaw  gestiftet  batte)  ,  eine  unwahrscheinliche
  Vermuthung.
2 )  „et  separatos  sagittis  fallenlibus  perdunt.“  Nach  Laurent  in  der  Übersetzung
Thietmar’s  „da  denselben  die  Pfeile  ausgingen“  (?).  Auch  Cohn,  Ks.  Hs.  II,  150
gibt  diese  Übersetzung,  indess  sich  N.  Laus.  M.  XXX,  44  für  die  im  Texte  befindliche ­
  entscheidet.
3 )  N.  Laus.  Mag.  XXX,  44  „oder  vielleicht  auch  Widred,  den  Thietmar  VI,  14
nennt“.
            
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