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Zeissberg
tliun. Zugleich sandte er aber einen seiner Äbte, Namens Tuni i),
unter dem Vorwände von Friedensunterhandlungen an den Kaiser;
aber die Absicht wurde errathen, Tuni festgehalten und nicht eher
wieder zu seinem Heere entlassen, als bis fast das ganze Heer
über den vor ihm liegenden Sumpf mittelst in der Nacht zuvor
erbauter Brücken gesetzt hatte. Den Rest des Heeres, der noch
zurückgeblieben war, vertraute der Kaiser dem Erzbischöfe Gero,
dem Markgrafen Gero und dem Pfalzgrafen Burchard an und ermahnte
sie noch, ehe er selbst weiter zog, mehr als sonst auf ihrer
Hutli zu sein.
Diese Mahnung geschah leider umsonst. Denn die Abtheilung,
welche von Boleslaw entsandt worden war, hatte das deutsche Heer
umzingelt und brach nun aus den Wäldern auf die Nachhut mit dreimaligem
brüllenden Feldgeschrei hervor und bald sah sich der Heereszug
derDeutschen mit Pfeilschüssen von denselben angegriffen. Nun
war zwar nicht gleich anfangs die heillose Verwirrung, welche die
Quedlinburger Annalen in die emphatischenWorte fassen: „Die Feinde
kommen hervor aus ihrem Versteck, eingedenk der Unbillen, die ihre
Mitbürger erlitten haben. Hier verschliessen Schwerter, dort Speere
und Pfeile den unsrigen den Ausweg. Es erhebt sich ein Lärmen
und die Lustbarkeit, die man früher empfunden, verwandelt sich in
bitteren Ernst, da von beiden Seiten hart gekämpft.wird.“ Vielmehr
werden ein und ein zweiter Angriff der Feinde tapfer abgewehrt und
sogar viele von den Polen, die aus der Ordnung kamen, getüdtet.
„Aber,“ setzt Thietmar hinzu, „als einige von den unsrigen zu fliehen
begannen, sammelten sich die Feinde dadurch ermuthigt, noch einmal,
brachten die unsrigen in erneutem Anlaufe in Verwirrung und
tödteten die getrennten mit ihren trügerischen Pfeilen 2 ).“ „Das Gepäck
eines gewissen Friderich“ s) sagen die Quedlinburger Annalen, „kam
! ) Während Lelewel, Poiska wiekdw srednich II, 179 meint, abbas Tuni bedeute: Abt
von Tiniec (einem KI. bei Krakau, welches Boleslaw gestiftet batte) , eine unwahrscheinliche
Vermuthung.
2 ) „et separatos sagittis fallenlibus perdunt.“ Nach Laurent in der Übersetzung
Thietmar’s „da denselben die Pfeile ausgingen“ (?). Auch Cohn, Ks. Hs. II, 150
gibt diese Übersetzung, indess sich N. Laus. M. XXX, 44 für die im Texte befindliche
entscheidet.
3 ) N. Laus. Mag. XXX, 44 „oder vielleicht auch Widred, den Thietmar VI, 14
nennt“.