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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

befestigt  hatte,  Bernhard  gegenüber,  Miseco  aber  stand,  wie  einst
sein  Vater,  mit  geordneten  Schaaren  zu  Crosna  am  Einflüsse  der
Bober  in  die  Oder.  Über  die  yon  BolesJaw  getroffenen  Vorkehrungen
zur  Bescliützung  der  südlichen  Theile  seines  Gebietes  erfahren  wir
nichts.
Der  Zug  batte  einen  guten  Beginn.  Als  Heinrich  den  Gau  Lusizi,
der  im  Besitze  der  Polen  war,  betrat,  machte  die  Besatzung  der  Burg
Ciani,  wahrscheinlich  des  oben  genannten  Sciciani,  einen  Ausfall,
es  wurden  aber  durch  das  deutsche  Heer  viele  von  ihnen  niedergemacht
  und  der  Sachse  Hericli,  den  man  den  Stolzen  nannte  und
der  wegen  Todschlags  zu  den  Polen  geflohen  war,  gefangen  und
gefesselt  vor  den  König  gebracht.  In  der  That  hatte  doch  diese  erste
Waffenthat  die  Folge,  dass  nun  Heinrich  den  Marsch  bis  an  die  Oder
unangegriffen  fortsetzen  konnte.  Dort  angelangt,  machte  er  noch
einen  letzten  Versuch,  wenigstens  Miseco  zur  Besinnung  zu  bringen.
Er  sandte  an  ihn  gerade  die  Fürsten,  die  sich  einst  für  ihn  verbürgt
batten,  und  überliess  es  diesen,  ihn  an  die  ihnen  gegebenen  eidlichen
Versprechen  zu  erinnern  und  ihm  vorzustellen,  dass  er  nur  durch
seine  Unterwerfung  die  Gefahr,  dass  der  Kaiser  ihre  Güter  in  Beschlag ­
  nehme,  abwenden  könne.  Aber  so  sehr  sie  alle  in  ihn  drangen, ­
  er  blieb  unerschütterlich  und  erwiderte:  „Ich  erkenne  an,  dass
ich  durch  des  Kaisers  Gnade  der  Gewalt  meines  Feindes  entrissen
wurde  und  dass  ich  euch  Treue  gelobte;  und  ich  würde  sie  gerne  in
jeder  Hinsicht  halten,  wenn  ich  frei  wäre.  Nun  aber  stehe  ich,  wie
ihr  wisst,  unter  meines  Vaters  Botmässigkeit,  und  da  er  dies  nicht
zugibt  und  seine  hier  anwesenden  Vasallen  dies  nicht  zulassen,  so
bin  ich  gezwungen  zu  unterlassen,  was  ihr  fordert.  Mein  Vaterland,
in  das  ihr  einzudringen  sucht,  werde  ich,  wofern  ich  es  vermag,  bis
zur  Ankunft  meines  Vaters  vertheidigen  und  wünsche  ihn  dann  dem
Kaiser  und  euch  zu  gewinnen  >)“.  Sobald  diese  Antwort  dem  Kaiser
hinterbracht  wurde,  erzwang  er,  so  erzählt  nun  Thietmar,  unser  Gewährsmann, ­
  weiter,  am  3.  August  den  Übergang  über  die  Oder,  indem
er  die  Polen,  die  dies  zu  hindern  suchten,  empfindlich  schlug,  während
er  selbst  nur  den  Tod  des  „erlauchten  Jünglings“  Hodo,  Ekkrich’s
und  noch  eines  anderen  Mannes,  des  Grafen  Guncelin,  zu  beklagen

Thietmar  I.  7,  c.  11.
            
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