Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog' Bolesfaw I. von Polen. 401
in der zweiten Hälfte des Januar oder besser im Februar 101b gewesen
sein) „in der Absicht gesandt worden, mehr um im geheimen zu
wühlen, als, wie er vorgab, des Friedens halber. Der Kaiser übergab
damals ihn und seine Gefährten *) seinem Hofgesinde 3 ) zur Pflege,
und da eben seine Schwäher in kläglichem Aufzuge und baarfuss
seine Gnade anflehend erschienen, nahm er sie liebreich auf, liess
aber jenen Lügenboten, damit er der Unterwerfungsscene beiwohne,
rufen und ertheilte in öffentlicher Versammlung seinem Herrn Antwort
3 ). Da aber Stoignew anders, als ihm der Kaiser auftrug, daheim
berichtete, wurde er mit dem erwähnten Grafen (H.) 4 ), welcher
wünschte, dass der Friede zu Stande komme, auf Befehl des
verderbenbringenden Herzogs (nunmehr) zurückgesandt und in
Gegenwart des Kaisers und der Fürsten desselben als Lügner und
Ränkeschmied überführt. Nun wurde Bolizlav nochmals, um sich zu
rechtfertigen, vorgeladen, allein er wollte auch diesmal nicht vor
demselben erscheinen, sondern forderte, dass dies blos vor den
Fürsten des Reiches geschehe &).
Über Udalrich’s Anwesenheit in Merseburg schweigen die
Quedlinburger Annalen; dagegen erwähnen dieselbe die annales
*) „consocii“ wie Thietmnr auch die Gefährten Miseco’s nach Böhmen nennt.
a ) „suis familiaribus.“
3 ) Diese erste Gesandtschaft kann allerdings zu Frankfurt, wie Cohn a. a. 0. S. 152
vermuthet, in der zweiten Hälfte des Januar eingetroffen sein. Den Inhalt des
ersten Auftrages, den Stoignew zu überbringen hatte, kennen wir gar nicht; denn
Cohn’s Ausführung S. 152 ist blosse Vermuthung, der sich die andere auch chronologisch
völlig gerechtfertigte wird gegenüberstellen lassen, dass Thietmar auf diese
Gesandtschaft mit den Worten: Huic dulci ortatui fistulae blandientis more ab hiis
protinus respondetur, quod factis postmodum nullatenus completur“ Bezug
nehme. Auch wird in der diese Antwort hervorrufenden Auffordernng noch gar
nicht gesprochen von einer Vorladung Bolesfaw’s vor den Kaiser.
4 ) Der wohl mit Stoignew bereits „pacem firmare cupiens“ nach Polen ging und
daselbst bis nach Ostern blieb und endlich „diu exspectatus“ an den Hof des
Kaisers widerkehrte, ein Ausdruck, welcher Cohn, deutsch. Forsch. 7. ßd., 419
sichtlich Schwierigkeiten bereitet.
5 ) „venire noluit, sed coram principibus suis haec fieri postulavit. “ Das nun folgende
von „Sed quantam ei benignitatem“ bis „Hoc eis erat semper in animo et propterea
se in presenciam Caesaris non venire affirmabant“ (c.8),ist Einschaltung und bezieht
sich auf eine vor Ostern liegende Zeit. Die „principes“ sind wie ein späteres
Factum lehrt, die des Kaisers, nicht wie Cohn S. 420 der dtsch. Forsch, annimmt,
jene BoJeslaw’s. Aus ann. Quedl.: „lbi Bolizlavo omnia munera, quae illi miserat
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