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Z e i s s b c r g
mild behandelte, dass er später bei Heinrich sogar in den ungegründeten
Verdacht kam, Bolestaw über Gebühr befreundet zu sein.
Als Boleslaw von der Auslieferung seiner Sohnes an den Kaiser,
die unter besagten Umständen einer Lebensrettung >) gleichkam,
erfuhr, war er hocherfreut und liess sofort durch Boten dem Kaiser
seinen geziemenden Dank vermelden, bat ihn aber zugleich, ihm
seinen Sohn, sich zur Ehre, seinen Feinden zum Argerniss, zurückzuschicken;
er möge alsdann für die Zukunft von seiner und seines
Sohnes Dankbarkeit überzeugt sein a ). Auch angesehene Personen
in der Umgebung des Kaisers, vor allen Gero, der Erzbischof von
Magdeburg, ein Mann, der, wie wir noch sehen werden, überhaupt
der Versöhnlichkeit gegen Boleslaw stets das Wort sprach, riethen,
Miseco freizugeben 3 ). Allein Heinrich verweigerte dies. Er liess dem
Vater vielmehr die Antwort zukommen, was er verlange, könne
im Augenblicke nicht geschehen, sondern wenn er nach Merseburg
kommen werde, werde er seinem Wunsche nach Anhörung des Rathes
seiner Fürsten entsprechen. Als Boleslaw dies vernahm, zeigte'erVerdruss
darüber, und „sann“, wie Thietmar bemerkt, „unaufhörlich im
Stillen und durch häufige Botschaften») darauf, wie er seines Sohnes
habhaft werden könne.“ Da die Annalen von Quedlinburg Miseco’s Freilassung
noch in das Jahr 1014 setzen 5 ), woran zu zweifeln kein triftiger
Grund vorliegt, und da nach den Urkunden 6 ) Heinrich II. bereits
am 1. November 1014 wieder zu Merseburg erscheint, so muss
folgende Scene bei Thietmar 7 ), der in der zeitlichen Anordnung der
Ereignisse hier wieder einmal ganz verworren ist, noch in den
Spätherbst 1014 gesetzt werden. „Als der Kaiser“, sagt Thietmar,
„an den festgesetzten Ort (Merseburg) kam, befragte er alle Fürsten,
was er in der Sache Miseco’s thun solle. Von den Fürsten liess sich
Desshalb nennt sie Thietmar eine „ereptio“.
2 ) Thietmar 1. VII, c. 7.
8) Thietmar 1. VII, c. 8.
4 ) Vgl. Cohn, a. a. 0. 420, Anm. 1.
5 ) „Imperator quorundam preeibus persuasus Bolizlavoni remisit filium suum incolumem.“
6) B. 1129. = Stumpf 1636.
7 ) L. VI, c. 8, während Cohn, über den Ursprung des Polenkrieges von 1013, Beitrag
zur Kritik Thietmar’s v. Merseburg (Forsch, z. d. G. 7, 413 fF.) , die Auslieferung
M’s. erst zu Ostern 1013 erfolgt wissen will.
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