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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  II.  mit  Herzog  BoIesTaw  I.  von  Polen.

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sein,  was  ihm  wohlgefällt  und  mir  in  etwas  wenigstens  frommen
dürfte,  und  ich  will  alles  dies  gehorsam  erfüllen.  Aber,  als  Thiedrich
mit  dieser  Antwort  wiederkehrte,  wurde  alsbald  ein  zweiter  Bote  abgeordnet, ­
  welcher  jenem  die  Bitte  des  Kaisers  wiederholen  und  dringend ­
  einschärfen  sollte,  indem  er  ermächtigt  war,  ihm  im  Namen
des  Kaisers  die  Zusage  zu  machen,  dass  er  alles,  was  ihm  Besorgniss
einflössen  könnte,  zu  beseitigen  und  ihm  einen  sicheren  Frieden  zu
verschaffen  trachten  werde.  Othelrich  also  lieferte  nothgedrungen
seinen  Gefangenen  aus  und  söhnte  sich  dadurch  vollkommen  mit
dem  Kaiser  aus  i).“
Die  letzte  Redewendung  Thietmar’s  scheint  anzudeuten,  dass
auch  Othelrich  anfangs  Boleslaw’s  politische  Werbungen  nicht  kalt
aufgenommen  und  auf  die  ersten  Eröffnungen  hin  wenigstens  nicht  ablehnend ­
  geantwortet  habe  und  dass  er  in  seine  frühere  Stellung  zu
Heinrich  erst  in  dem  Augenblicke  wieder  eingelenkt  haben  wird,  als
er  merkte,  dass  Bolesfaw  ihn  nur  als  Werkzeug  für  seine  Pläne  gebrauchen ­
  und  späterhin  bei  Seite  schieben  wolle.  In  wie  weit  ausserdem ­
  die  zahlreichen  Hinrichtungen,  welche  der  Herzog  damals
in  Böhmen  vornehmen  liess  und  die  nach  dem  Ausspruche  der  Quedlinburger
  Jahrbücher 2 )  auch  unschuldige  Personen  trafen,  mit  der
von  ihm  gemachten  Entdeckung  zusammenhiengen  oder  nicht,  vermögen ­
  wir  nun  nicht  mehr  zu  entscheiden;  Thietmar 3 )  bringt  dieselben ­
  in  Verbindung  mit  dem  in  der  Verbannung  lebenden  Jaromir
und  mit  einem  Versuche  seiner  Partei,  ihm  den  Thron  zurückzugewinnen. ­

Heinrich,  der  von  dem  Zwecke  der  Reise  Miseco’s  nach  Böhmen
wohl  unterrichtet  war  und  nur  deshalb  auf  dessen  Auslieferung
drang,  um  sein  und  des  Reiches  Recht  zur  Bestrafung  des  schuldigen
zu  wahren,  behielt  den  Prinzen  in  Haft 4 ),  und  übertrug  seine  Bewachung ­
  einem  edlen  Jünglinge,Hodo 5 ),  der  den  ihm  anvertrauten  so

*)  „imperatorem  multum  placavit.“
2 )  ad  a.  1014.
3 )  i.  6.  c.  60.
4 )  Ann.  Quedl.  ad  a.  1014:  „  .  .  .  Sed  et  Miseco,  Bolizlavi  filius,  ab  Othelrico  Bohemico
  capitur,  dolo  caesis  eius  comitibus,  ac  imperatori  presentatus,  custodiae  traditur,
  sicque  patris  dolor  renovatur“,
5 )  Thietmar  1.  7,  c.  12.
            
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