Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog BoIesTaw I. von Polen.
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sein, was ihm wohlgefällt und mir in etwas wenigstens frommen
dürfte, und ich will alles dies gehorsam erfüllen. Aber, als Thiedrich
mit dieser Antwort wiederkehrte, wurde alsbald ein zweiter Bote abgeordnet,
welcher jenem die Bitte des Kaisers wiederholen und dringend
einschärfen sollte, indem er ermächtigt war, ihm im Namen
des Kaisers die Zusage zu machen, dass er alles, was ihm Besorgniss
einflössen könnte, zu beseitigen und ihm einen sicheren Frieden zu
verschaffen trachten werde. Othelrich also lieferte nothgedrungen
seinen Gefangenen aus und söhnte sich dadurch vollkommen mit
dem Kaiser aus i).“
Die letzte Redewendung Thietmar’s scheint anzudeuten, dass
auch Othelrich anfangs Boleslaw’s politische Werbungen nicht kalt
aufgenommen und auf die ersten Eröffnungen hin wenigstens nicht ablehnend
geantwortet habe und dass er in seine frühere Stellung zu
Heinrich erst in dem Augenblicke wieder eingelenkt haben wird, als
er merkte, dass Bolesfaw ihn nur als Werkzeug für seine Pläne gebrauchen
und späterhin bei Seite schieben wolle. In wie weit ausserdem
die zahlreichen Hinrichtungen, welche der Herzog damals
in Böhmen vornehmen liess und die nach dem Ausspruche der Quedlinburger
Jahrbücher 2 ) auch unschuldige Personen trafen, mit der
von ihm gemachten Entdeckung zusammenhiengen oder nicht, vermögen
wir nun nicht mehr zu entscheiden; Thietmar 3 ) bringt dieselben
in Verbindung mit dem in der Verbannung lebenden Jaromir
und mit einem Versuche seiner Partei, ihm den Thron zurückzugewinnen.
Heinrich, der von dem Zwecke der Reise Miseco’s nach Böhmen
wohl unterrichtet war und nur deshalb auf dessen Auslieferung
drang, um sein und des Reiches Recht zur Bestrafung des schuldigen
zu wahren, behielt den Prinzen in Haft 4 ), und übertrug seine Bewachung
einem edlen Jünglinge,Hodo 5 ), der den ihm anvertrauten so
*) „imperatorem multum placavit.“
2 ) ad a. 1014.
3 ) i. 6. c. 60.
4 ) Ann. Quedl. ad a. 1014: „ . . . Sed et Miseco, Bolizlavi filius, ab Othelrico Bohemico
capitur, dolo caesis eius comitibus, ac imperatori presentatus, custodiae traditur,
sicque patris dolor renovatur“,
5 ) Thietmar 1. 7, c. 12.