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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  II.  mit  Herzog-  Bolesfaw  I.  v.  Polen.

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lassen  und  fügt  hinzu:  „Unsere  Feinde  lachten,  als  sie  dies  vernahmen, ­
  höhnisch  darüber,  unsere  Mitbürger  fürchteten,  dass  ihnen  diese
That  einmal  noch  theuer  werde  zu  stehen  kommen.  Denen  indessen,
die  dies  dem  Könige  riethen,  wünsche  ich,  dass  sie  an  sich  seihst
die  folgen  dieser  That  erproben  mögen“  J ).  So  urtheilte,  wie  gesagt,
Thietmar  von  Merseburg;  dass  man  aber  Jaromir  gefangen  hielt,
war  wenigstens  ein  Akt  politischer  Klugheit.  Jaromir  war  in  Heinrich’s
Händen  ein  Pfand  für  Udalrich’s  Treue,  deren  Wanken  er  sofort
durch  Begünstigung  der  Wünsche  Jaromir's  strafen  konnte.  Der
König  verliess  noch  im  October  Merseburg  wieder,  und  kam  zu
Schilfe  nach  Arneburg  an  der  Elbe,  wo  er  mit  den  Wenden,  die
sich  hier  von  allen  Seiten  einfanden,  verhandelte,  ihre  Streitsachen
schlichtete  und  einen  Frieden  unter  ihnen  aufrichtete.  Allerheiligen
(1.  Nov.)  feierte  er  bereits  zu  Helmanstidi  (Helmstädt  im  Braunschweigischen). ­
  Dann  brach  er  nach  dem  Westen  auf 2 ).  Hier  erfolgte ­
  auf  einer  grossen  Synode  die  Verurtheilung  des  Bischofs
Thiedrich  von  Metz  3 ).
Das  Weihnachtsfest  1012  beging  Heinrich,  wie  gewöhnlich,  zu
Palithi»),  Epiphanie  (6.  Jan.)  1013  zu  Alstiti  (Allstädt)  3 ).  Dahin  kam
eine  Gesandtschaft  Bolestaw’s  und  hat  in  dessen  Namen  um  Frieden.
Der  weitere  Verlauf  der  Dinge  wird  zeigen,  dass  Bolestaw,  obgleich
er  bisher  als  Sieger  aus  den  Kämpfen  mit  dem  deutschen  Reiche  hervorging, ­
  zu  diesem  Schritte  durch  seine  Verhältnisse  zu  Russland

J )  „in  immensa  caetle  Bauariorum  ad  Bolizlauum  sine  reg-is  ac  sui  licentia  cum  muneribus
  iter  agentium  et  trucidatione  sibi  connnissorum  et  non  aliqua  regis  infidelitate
  talem  promeruit  ulcionem.  Nostri  hoc  audientes  inimici  irriserunt;  nostri
autent  concives  id  ut  sibi  profuturum  tiinuerunt.  Et  hiis  liceat  in  semet  ipsis  hoc
factum  eognoscere,  qui  id  consilium  regi  nostro  unquam  dedere.“  Dass  diese
Worte  Thietmar’s  ironisch  zu  fassen  seien,  scheint  mir  im  N.  Laus.  Mag.  XXX,  34
richtig  erkannt  zu  sein.  Sonst  ist  das  Factum,  auf  welches  hier  Bezug  genommen
wird,  unbekannt.  Dass  aber,  wie  Palacky,  G.  v.  B.  I,  264  meint,  die  Vrssovcen  mit
im  Spiele  waren,  ist  unerweislich.  W.  v.  Giesebrecht,  G.  d.  d.  Ks.  Zt.  3.  Aufl.,  116
hält  die  Gemordeten  für  „eine  bairische  Kriegsschaar,  die  ihm  (Jaromir)  zur
Bedeckung  übergeben  war“.
2 )  Thietmar  1.  6.  c.  51.
s )  W.  v.  Giesebrecht,  G.  d.  d.  Ks.  Zt.  II,  116  (3,  Auf!.):  „der  Sieg  des  Königs  über
die  Aufständigen  wirkte  sofort  auch  auf  Polen  zurück“.
Thietmar  1.  6,  c.  53;  vgl.  B.  1087  (Stumpf  1570).
5 )  Thietmar  1.  6,  c.  54.
            
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