Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog- Bolesfaw I. v. Polen.
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lassen und fügt hinzu: „Unsere Feinde lachten, als sie dies vernahmen,
höhnisch darüber, unsere Mitbürger fürchteten, dass ihnen diese
That einmal noch theuer werde zu stehen kommen. Denen indessen,
die dies dem Könige riethen, wünsche ich, dass sie an sich seihst
die folgen dieser That erproben mögen“ J ). So urtheilte, wie gesagt,
Thietmar von Merseburg; dass man aber Jaromir gefangen hielt,
war wenigstens ein Akt politischer Klugheit. Jaromir war in Heinrich’s
Händen ein Pfand für Udalrich’s Treue, deren Wanken er sofort
durch Begünstigung der Wünsche Jaromir's strafen konnte. Der
König verliess noch im October Merseburg wieder, und kam zu
Schilfe nach Arneburg an der Elbe, wo er mit den Wenden, die
sich hier von allen Seiten einfanden, verhandelte, ihre Streitsachen
schlichtete und einen Frieden unter ihnen aufrichtete. Allerheiligen
(1. Nov.) feierte er bereits zu Helmanstidi (Helmstädt im Braunschweigischen).
Dann brach er nach dem Westen auf 2 ). Hier erfolgte
auf einer grossen Synode die Verurtheilung des Bischofs
Thiedrich von Metz 3 ).
Das Weihnachtsfest 1012 beging Heinrich, wie gewöhnlich, zu
Palithi»), Epiphanie (6. Jan.) 1013 zu Alstiti (Allstädt) 3 ). Dahin kam
eine Gesandtschaft Bolestaw’s und hat in dessen Namen um Frieden.
Der weitere Verlauf der Dinge wird zeigen, dass Bolestaw, obgleich
er bisher als Sieger aus den Kämpfen mit dem deutschen Reiche hervorging,
zu diesem Schritte durch seine Verhältnisse zu Russland
J ) „in immensa caetle Bauariorum ad Bolizlauum sine reg-is ac sui licentia cum muneribus
iter agentium et trucidatione sibi connnissorum et non aliqua regis infidelitate
talem promeruit ulcionem. Nostri hoc audientes inimici irriserunt; nostri
autent concives id ut sibi profuturum tiinuerunt. Et hiis liceat in semet ipsis hoc
factum eognoscere, qui id consilium regi nostro unquam dedere.“ Dass diese
Worte Thietmar’s ironisch zu fassen seien, scheint mir im N. Laus. Mag. XXX, 34
richtig erkannt zu sein. Sonst ist das Factum, auf welches hier Bezug genommen
wird, unbekannt. Dass aber, wie Palacky, G. v. B. I, 264 meint, die Vrssovcen mit
im Spiele waren, ist unerweislich. W. v. Giesebrecht, G. d. d. Ks. Zt. 3. Aufl., 116
hält die Gemordeten für „eine bairische Kriegsschaar, die ihm (Jaromir) zur
Bedeckung übergeben war“.
2 ) Thietmar 1. 6. c. 51.
s ) W. v. Giesebrecht, G. d. d. Ks. Zt. II, 116 (3, Auf!.): „der Sieg des Königs über
die Aufständigen wirkte sofort auch auf Polen zurück“.
Thietmar 1. 6, c. 53; vgl. B. 1087 (Stumpf 1570).
5 ) Thietmar 1. 6, c. 54.