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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

kehrte,  nachdem  er  daselbst  nur  zwei  Nächte  verweilt,  nach  Magdeburg,
reich  beschenkt  zurück.  Die  Verhandlungen  blieben  aber  erfolglos,  da
er  den  Polenfürsten  nicht  vermochte  auf  des  Königs  uns  nicht  näher
bekannte  Forderungen  einzugehen.  Der  Krieg  war  also  wieder  unvermeidlich ­
  geworden  und  wir  wollen  den  Verlauf  desselben  und  was
sich  daran  unmittelbar  schloss,  mit  den  Worten  Thietmar’s,  der  ihn
mitmachte,  erzählen.  „Es  war  nun  der  Tag,  den  der  König  für  den
Aufbruch  des  Heeres  bestimmt  hatte,  nämlich  der  24.  Juli  gekommen;
wir  sammelten  uns  bei  dem  Orte  Zribenz  i)  und  zogen  sodann  (die
Elbe)  aufwärts  bis  nahe  bei  Belegori.  Da  aber  gingen  die  Fürsten
mit  sich  zu  Rathe  und  fanden,  es  sei  nicht  rathsam,  den  Marsch
fortzusetzen,  es  werde  erspriesslicher  sein,  die  Grenzmarken  mit
starken  Besatzungen  zu  versehen.  In  der  nächstfolgenden  Nacht  wurde
unser  Erzbischof  von  heftigen  Kopfschmerzen  befallen  und  als  ich
am  folgenden  Morgen  mich  zu  ihm  begab,  musste  ich  lange  auf  ihn
ausserhalb  seines  Zeltes  warten.  Als  er  endlich  hervorkam,  klagte  er
mir,  dass  er  sich  sehr  unwohl  fühle  und  versprach  mir,  dass  er  zur
Königin,  die  damals  in  Merseburg  weilte,  kommen  und  alsdann  auch
bei  mir  vortreten  wolle.  Ich  verliess  ihn  hierauf;  er  aber  sang  noch,
obgleich  er  anfangs  abgesagt  hatte,  da  gerade  das  Fest  der  Auffindung ­
  Stefans  gefeiert  wurde  und  überdies  Sonntag«)  war,  die  Messe,
leider  seine  letzte.  Am  folgenden  Donnerstag  kam  ich  nach  Merseburg; ­
  als  ich  mich  aber  mit  meinen  Stiftsbrüdern  zu  seinem  Empfange
vorbereitete,  erhielt  ich  die  Nachricht,  dass  er  krank  in  einem  Wagen
nach  Ivicansten s )  gebracht  werde.  Am  folgenden  Tage  ritt  ich  dahin
und  fand  dort  bereits  den  Bischof  Bernward  von  Hildesheim,  den
man,  um  ihn  einzusegnen  und  weil  er  sich  wohl  auf  die  Heilkunst
verstand 4 ),  herbeigerufen  hatte  und  den  Grafen  Fritherich,  des
Grafen  Dedi  Bruder.  Als  ich  eintrat,  fand  ich  ihn  auf  einem  Sessel

J )  Nach  Ursin  Schrenz  in  der  Nähe  von  Zörbig;  nach  dem  N.  Laus.  Mag.  XXX.  32,
wäre  aber  wegen  der  Worte:  „sic  sursum  usque  Belegori  ascendimus“  der  Ort
wohl  eher  an  der  Elbe  unterhalb  Belgern  oder  vielleicht  auch  an  der  Mulde,  so  dass
man  alsdann  nach  Süden  zur  Elbe  hinaufging,  zu  suchen.
2 )  3.  August.
s )  Gibichenstein  bei  Halle;  daher  nicht  „zu  Gruona,  in  der  Nähe  von  Hildesheim“,  wie
Dudik,  Mährens  allg.  Gesch.  II,  123  sagt.
Vgl.  vita  Bernwardi  c.  1  und  5.  An  der  letzteren  Stelle  heisst  es:  „infirmis  quidero
fratribus  et  senio  confectis  benedictionem  de  manu  sua  dirigebat  hilariter“.
            
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