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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

sich  naheten.  Der  König  war  inzwischen  bereits  wieder  völlig
genesen  und  empfing  gnädig  zu  Merseburg  die  Boten  und  sodann
die,  deren  Ankunft  dieselben  gemeldet  hatten.  Erzbischof  Tagino
hatte  den  König  auf  ihrer  gemeinsamen  Rückkehr  zu  Strela  verlassen,
hatte  das  Fest  der  thebaischen  Legion  (22.  Sept.)  zu  Magdeburg
festlich  begangen  und  kam  von  dort  ebenfalls  genesen  nach  Merseburg
zum  Könige.  Thietmar,  der  damals  zu  Merseburg  gewiss  mit  König
Heinrich  und  mit  Tagino  verkehrte,  bemerkt:  „nachdem  damals  der
König  sich  mit  den  mannigfachen  Bedürfnissen  des  bedrängten  Landes
beschäftigt  hatte,  brach  er  wieder  nachdemWesten  seines  Reiches  auf,
und  indem  er  die  wankelmüthigen  Bewohner  jener  Gegenden  zügelte,
feierte  er  Christi  Geburt  fröhlich  zu  Palithi.“  Von  den  hier  angedeuteten ­
  Sorgen,  die  Heinrich  während  seines  Aufenthaltes  in  Sachsen
in  Anspruch  nahmen,  gibt  ein  am  27.  Oct.  1010  zu  Oskereslevo  ausgestellter ­
  Schutz-  und  Freibrief  für  das  Bisthum  Magdeburg  Kunde  <).
Die  ann.  Quedlinburgenses  3 )  fassen  den  Krieg  des  J.  1010  in
ein  paar  Worte  zusammen:  „In  diesem  Jahre  sammelte  der  König  zu
einem  Feldzuge  seine  Truppen,  um  Polen  im  Sclavenlande  heimzusuchen, ­
  aber  ohne  dahin,  wohin  er  wollte,  zu  gelangen,  kehrte  er,
da  eine  schwere  Seuche  einriss,  mit  einigen  mitten  auf  dem  Wege
um,  die  übrigen,  da  sie  einmal  zum  Kriege  bereit  waren,  verheerten ­
  viel  Land  und  brachten  reiche  Beute  mit  sich  fort.“  Eine  vollkommene ­
  Bestätigung  des  von  Thietmar  gemeldeten.
Nach  Weihnachten  1010  kam  Heinrich  wider  nach  dem  ihm
so  lieben  Merseburg,  brachte  hier  einen  Frieden  unter  den  Fürsten
auf  fünf  Jahre  zuwege  3 ),  der,  nach  dem  was  zu  Beginne  des
letzten  Krieges  gegen  Boleslaw  stattgefunden  hatte,  auch  dringend
nöthig  war,  und  ertheilte  hierauf  nach  dem  Rathe  einiger  Fürsten

1)  Stumpf  1340.
2 )  ad  h.  a.
8)  Thietm.  VI,  c.  39:  „et  firmata  ibi  ad  quinque  annos  mutua  pace“,  mit  Unrecht  von
Laurent  in  der  Übersetzung  Th.’s  und  von  LeleweJ,  P.  w.  sr.  II,  162  auf  einen
Friedensvertrag  mit  Boleslaw  bezogen.  Sehr  eingehend  bespricht  diese  Stelle  Papst
im  Exc.  III:  „Über  die  sogenannten  Landfriedensbestrebungen  Heinrich’s  II.“  zu  Hirsch
Jb.  II.  454  ff.  Er  bezeichnet  den  Ausdruck  „Landfriede“,  wie  ihn  W.v.  Giesebrecht
und  Kluckhohn,  Gesell,  des  Gottesfriedens,  S.  79  schon  für  H’s.  Zeit  gebrauchen,  für
unzutreffend  und  verfrüht,  und  spricht  sich  mit  Recht  auch  gegen  die  Deutung  aus,
welche  Usinger  in  Sybel’s  hist.  Ztschr.  VIII,  427  der  Stelle  gibt,  nämlich  auf  einen
mit  den  Wenden  abgeschlossenen  Frieden-
            
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