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Zeissberg
als Führer. Allein das Thor fand sich geschlossen und wohl besetzt.
Die Polen kehrten daher wieder enttäuscht um und verliessen in guter
Ordnung, ohne selbst Schaden zu leiden, und ohne Schaden zuzufügen,
das Land. Wer die Polen eingeladen habe, zu kommen, sagt
Thietmar nicht; dass es Brun, Guncelin’s Bruder war, ist hlos vermuthet
worden ').
Boleslaw selbst hatte den Erfolg seines Anschlages zu Budusin
in banger Sorge erwartet, und war, als er die seinigen unverrichteter
Dinge zurückkehren sah, nicht wenig darüber bestürzt. Denn statt,
dass Boleslaw, wie er hoffen mochte, an dem nämlichen Tage in Meissen
einziehen konnte, fand sich am folgenden Herimann in der Stadt ein,
von einem königlichen Boten eingeführt und beschwor feierlich mit
Handschlag 2 ), dass er denen, die sich an ihm vergangen, dies nicht
nachtragen wolle. Nur jene beiden Vethenicen büssten, da nachmals
ihr Verrath ruchbar wurde, mit dem Leben. So schien durch diese
gewiss weise Massregel des Königs die gestörte Ruhe in jenen Grenzgegenden
wieder hergestellt. Thietmar schliesst seinen Jahresbericht
mit den Worten: „Der König zog, nachdem er im Verlaufe dieses
Sommers und des nächsten Winters durch Weisheit und Kraft seine
Feinde zum Frieden gezwungen hatte, den ihm von Boleslaw zugefügten
Schimpf und Schaden oftmals bei sich in Erwägung und kündete
unter strengen Drohungen gegen säumige für das nächste Jahr und
zwar nach Ostern einen Zug wider denselben an.“ Es sind die Ostern
1010 s) gemeint.
1) Im N. laus. Mag. XXX, 27 und von Hirsch, Ib. II, 279.
2 ) „dextera hoc affirmante“.
3 ) Indem Thietmar im Vorhergehenden die „nächste Erntezeit“ als den Moment bezeichnet,
in welchem der König Herimann die Mark verlieh, kann der Aufenthalt
Heinrich’s zu Merseburg nur vor den mit „proxima . . messe“ bezeichneten Zeitpunkt
fallen. Die Urkk. Heinrich’s lassen die Wahl zwischen 1009 und 1010; denn
nach Stumpf, Die Reichskanzler, Innsbruck 1865. 2. Bd. 1. Abt. nr. 1517—1521
und 1538 weilte Heinrich in der That im Juni 1009 und am 28. Juli 1010 zu
Merseburg. Man wird sich aber für 1009 aus folgendem Grunde entscheiden
müssen. So viel ist klar, dass die fragliche „messis“ nach Thietmar jedesfalls
nicht nach dem c. 37 erwähnten „priori die“ stattgefunden haben kann Ist dies
der Fall, so können aber die folgenden Worte „rex autem proxima
hieme“ auch nur auf einen hinter jenen als „priori die“ bezeichneten Termin
fallenden Zeitraum gehen, d. h. wir gelangen durch „proxima hieme“ und „post
pascha“ — denn man wird Thietmar doch nicht zumuthen können, dass er in einem