Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog Boleslaw I. von Polen.
359
zu zwingen. Wäre es nicht für den König eine grosse Ehre und für
seine Seele ein grosser Gewinn, die Kirche zu vergrössern und vor
Gott den Namen eines Apostels zu erlangen, dahin zu arbeiten, dass
sich die Heiden taufen lassen und Ruhe zu gehen den ihn zu diesem
Ziele unterstützenden Christen? Aber gerade hierin liegt das Hauptübel,
dass weder der König dem Bolezlavo traut, noch dieser dem erzürnten
Könige!') 0 über unsere unseligen Zeiten! Nach dem grossen Constantin,
dem heiligen Kaiser, nach dem besten Vorhilde der Religion
Karl gibt es jetzt wohl einen, der einen Christen verfolgt, aber fast
niemanden der einen Heiden bekehrte. Deshalb mein König, wennDu
'den Christen Frieden gönnen würdest, um für die christliche Sache
gegen die Heiden zu kämpfen, so würdest Du am jüngsten Tage Dich
freuen, da Du mit Vergebung aller Sünden, vor dem Angesichte des
Herrn stehen würdest mit um so weniger Schmerz und um so grösserer
Freude, je mehr Du Dich guter Tliaten erinnern könntest. Es ist
kein Grund vorhanden zu Besorgnissen, um derentwillen sich der
König, der Mann des Glaubens, eingedenk schlimmer Erfahrungen,
mit den Heiden verbinden müsste. Verlangt nur nicht unmögliches;
im übrigen gibt, wie Eure Majestät wünscht, unser Bolezlavo Euch
die Versicherung, dass er unablässig in der Bekämpfung der Heiden
Euch bestens unterstützen und in allen Dingen bereitwillig dienen
werde. 0 wie viel Nutzen und Vortheil würde sich für die Erhaltung
des Christenthums und die Bekehrung der Heiden ergeben, wenn, so
wie der Vater Mysico mit dem verstorbenen Kaiser, so der Sohn
Bolizlavo mit Euch, unserem Könige, der einzigen Hoffnung, die der
Erde übrig bleibt, in Einvernehmen lebte. Überdies sei Euch zu
wissen, dass unser Bischof, den ich mit dem Euch wohlbekannten
trefflichen Mönche Rodbert über Meer gesandt, um den Suigen“)
(Schweden) das Evangelium zu predigen, wie uns zukommende
Boten auf das glaubwürdigste aussagten, den Fürsten der Suigen,
dessen Weib =) schon längst Christin war, Gott sei Dank, getauft hat.
') Die folgenden Worte Sind aus der vita S. Adalbert! c. 10 entnommen.
2 ) „Suigis“. Wechsel von „g“ und „d“, den ich auch im Zusatze zu Ademar finde,
weshalb ich „Waredonia“ durch „Waregonia“ erklären möchte. So wechseln auch
bei Thietmar 1. 8. c. 16, die Formen „Petinei“ und „Pecinegi“.
3 ) Die Vermuthung ßielowski’s M. Pol., I, 288 dass hier Bolesfaw’s Schwester, die
nach Schol. Adam. Brem. 25 an König Erich von Schweden vermählt war, gemeint
sei, ist ganz willkürlich und unwahrscheinlich. Sollte Bruno nicht gewusst haben.