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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  II.  mit  Herzog  Boleslaw  I.  von  Polen.

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zu  zwingen.  Wäre  es  nicht  für  den  König  eine  grosse  Ehre  und  für
seine  Seele  ein  grosser  Gewinn,  die  Kirche  zu  vergrössern  und  vor
Gott  den  Namen  eines  Apostels  zu  erlangen,  dahin  zu  arbeiten,  dass
sich  die  Heiden  taufen  lassen  und  Ruhe  zu  gehen  den  ihn  zu  diesem
Ziele  unterstützenden  Christen?  Aber  gerade  hierin  liegt  das  Hauptübel,
dass  weder  der  König  dem  Bolezlavo  traut,  noch  dieser  dem  erzürnten
Könige!')  0  über  unsere  unseligen  Zeiten!  Nach  dem  grossen  Constantin,
  dem  heiligen  Kaiser,  nach  dem  besten  Vorhilde  der  Religion
Karl  gibt  es  jetzt  wohl  einen,  der  einen  Christen  verfolgt,  aber  fast
niemanden  der  einen  Heiden  bekehrte.  Deshalb  mein  König,  wennDu
'den  Christen  Frieden  gönnen  würdest,  um  für  die  christliche  Sache
gegen  die  Heiden  zu  kämpfen,  so  würdest  Du  am  jüngsten  Tage  Dich
freuen,  da  Du  mit  Vergebung  aller  Sünden,  vor  dem  Angesichte  des
Herrn  stehen  würdest  mit  um  so  weniger  Schmerz  und  um  so  grösserer ­
  Freude,  je  mehr  Du  Dich  guter  Tliaten  erinnern  könntest.  Es  ist
kein  Grund  vorhanden  zu  Besorgnissen,  um  derentwillen  sich  der
König,  der  Mann  des  Glaubens,  eingedenk  schlimmer  Erfahrungen,
mit  den  Heiden  verbinden  müsste.  Verlangt  nur  nicht  unmögliches;
im  übrigen  gibt,  wie  Eure  Majestät  wünscht,  unser  Bolezlavo  Euch
die  Versicherung,  dass  er  unablässig  in  der  Bekämpfung  der  Heiden
Euch  bestens  unterstützen  und  in  allen  Dingen  bereitwillig  dienen
werde.  0  wie  viel  Nutzen  und  Vortheil  würde  sich  für  die  Erhaltung
des  Christenthums  und  die  Bekehrung  der  Heiden  ergeben,  wenn,  so
wie  der  Vater  Mysico  mit  dem  verstorbenen  Kaiser,  so  der  Sohn
Bolizlavo  mit  Euch,  unserem  Könige,  der  einzigen  Hoffnung,  die  der
Erde  übrig  bleibt,  in  Einvernehmen  lebte.  Überdies  sei  Euch  zu
wissen,  dass  unser  Bischof,  den  ich  mit  dem  Euch  wohlbekannten
trefflichen  Mönche  Rodbert  über  Meer  gesandt,  um  den  Suigen“)
(Schweden)  das  Evangelium  zu  predigen,  wie  uns  zukommende
Boten  auf  das  glaubwürdigste  aussagten,  den  Fürsten  der  Suigen,
dessen  Weib  =)  schon  längst  Christin  war,  Gott  sei  Dank,  getauft  hat.

')  Die  folgenden  Worte  Sind  aus  der  vita  S.  Adalbert!  c.  10  entnommen.
2 )  „Suigis“.  Wechsel  von  „g“  und  „d“,  den  ich  auch  im  Zusatze  zu  Ademar  finde,
weshalb  ich  „Waredonia“  durch  „Waregonia“  erklären  möchte.  So  wechseln  auch
bei  Thietmar  1.  8.  c.  16,  die  Formen  „Petinei“  und  „Pecinegi“.
3 )  Die  Vermuthung  ßielowski’s  M.  Pol.,  I,  288  dass  hier  Bolesfaw’s  Schwester,  die
nach  Schol.  Adam.  Brem.  25  an  König  Erich  von  Schweden  vermählt  war,  gemeint
sei,  ist  ganz  willkürlich  und  unwahrscheinlich.  Sollte  Bruno  nicht  gewusst  haben.
            
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