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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

wollen,  nichts  mit  Milde,  damit  nicht  er,  der,  die  Güte  selbst,
dieselbe  lieht  und  dir  gegenwärtig  beisteht,  zürne,  nämlich  Jesus.
Auch  will  ich  nicht  dem  Könige  widersprechen;  es  geschehe,
wie  Gott  will  und  Du  willst.  Ist  es  nicht  besser,  mit  Heiden  um
des  Christenthums  willen  zu  streiten,  als  den  Christen  Gewalt
antliun,  um  der  weltlichen  Ehre  willen?  Gewiss,  der  Mensch  denkt,
Gott  lenkt.  Ist  der  König  nicht  mit  Heiden  und  Christen  mit  aller
Macht  in  dieses  Land  eingebrochen?  Was  geschah?  Hat  der
h.  Petrus,  dessen  Zinspflichtigen  er  sich  nennt,  hat  der  h.  Märtyrer
Adalbert  ihn  nicht  beschützt?  Hätten  sie  es  nicht  gewollt,  so  würden ­
  nicht  jene  heiligen  fünf  Märtyrer,  die  ihr  Blut  vergossen  und
viele  Wunder  verrichten,  nach  ihrem  Tode  in  seinem  Lande  ruhen.
Mein  Herr!  Du  bist  kein  schwacher  König,  das  wäre  auch  schädlich,
sondern  ein  gerechter  und  strenger  Herrscher,  was  frommt,  nur  das
füge  noch  zu  Deinem  Benehmen,  sei  auch  nachsichtig  und  gewinne
Dir  nicht  stets  durch  Gewalt,  sondern  auch  durch  Milde  das  Volk  und
mache  es  fügsam.  Du  würdest  sehen,  dass  man  ein  Volk  mehr  durch
Wohlthaten  als  durch  Kriege  gewinnt,  und  statt,  wie  jetzt  an  drei 1 )
Punkten,  würdest  du  sodann  nicht  einmal  an  einem  zu  kämpfen  haben.
Doch  was  geht  dies  uns  an?  Möge  dies  in  seiner  Weisheit  der  das
gute  und  gerechte  beharrlich  festhaltende  König  erkennen,  mögen  sich
von  dieser  Anschauung  auch  in  der  Ertheilung  von  Rathschlägen  jedweder ­
  Bischof,  Graf  und  Herzog  leiten  lassen.  Was  hat  aber  all  das
Gesagte  für  einen  Bezug  auf  meine,  vielmehr  Gottes  Sache?  Ich  will  nur
zwei  Momente,  und  nicht  mehr,  hervorheben.  Zwei  grosse  Übelstände
die  Gott  und  der  kämpfende  Petrus  unter  der  rohen  Heidenschaft
antrafen  muss  die  neue  Kirche  sofort  empfinden.  Erstens,  der  Fürst
Bolezlavo,  der  mich  aus  Kräften  des  Leibes  und  der  Seele  bei  der
Bekehrung  der  Preussen  bereitwilligst  unterstützen  wollte  und  dem
kein  Geld  für  dieses  Unternehmen  zu  viel  schien,  wurde  offenbar
durch  den  Krieg,  den  Euere  Majestät  für  nothwendig  erachtet,  daran
gehindert  und  kann  und  vermag  mich  nicht  in  der  Mission  (evangelio)
zu  unterstützen.  Zweitens,  obgleich  die  Liutizen  Heiden  sind  und
Götzenbilder  verehren,  hat  Gott  nicht  das  Herz  des  Königs  angetrieben, ­
  diese  um  des  Christenthums  willen  glorreich  zu  bekriegen,  das
heisst  vielmehr,  sie  nach  Anweisung  des  Evangeliums  zum  Eintritte

„Dem  slavischen,  lothringischen  und  haierischen*  Schauplätze;  Ilirseh,  Jb.,  II.‘2,
            
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