Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  II.  mit  Herzog  Bolesfaw  I.  von  Polen.

353

scheinlicher  Vermuthung  im  Winter  1008  geschrieben,  zugleich
über  die  Thätigkeit  Bruno's,  seit  er  Sachsen  wieder  verlassen  hatte,
belehrenden  Aufschluss  gewährt.  Der  Brief,  an  König  Heinrich  gerichtet, ­
  lautet:
„Dein  frommen  Manne  der  Kirche,  König  Heinrich  B.  >),  der  nur
elende,  was  dem  Könige  ziemt  und  dem  alles  sehenden  Herrn  Gott
gefällt.  Dessen  möge  Eure  Majestät  versichert  sein,  dass  niemand
auf  Erden  ist,  der  Euere  Wohlfahrt  mehr  lieht,  nach  Gott,  und  der
mehr  Eueren  Ruhm  in  allem  gefördert  zu  sehen  wünscht,  denn  ich.
Euer  Bruder,  der  innigst  geliebte  Bischof  Bruno,  hat,  da  ich  mich  im
Uugerland  aufhielt,  mirmitgetheilt,  dass  Ihr  o  König  huldvoll  um  mich
besorgt  seid  und  sehr  befürchtet,  ich  suchte  den  Tod.  Hätte  ich  dies
doch  gethan  und  ich  tliäte  es  auch,  hätte  mich  nicht  der,  welcher  mich
noch  jetzt  hindert,  daran  gehindert,  der  gütige  Gott  und  meinHerr.der
heiligste  Petrus 3 ).  Möge  Gott  Dir  hienieden  es  lohnen,  dass  Du  ein  so  trelflicher
  Kjjnig,  der  Du  fast  für  die  ganze  Erde  Sorge  tragen  musst,  im
Namen  Gottes  geruhetest,  um  mich,  Deinen  geringsten  Knechtso  besorgt
zu  sein,  auf  dass  ich  nicht  zu  Grunde  gehe.  Gott  sei  Dank  dafür!  Du
sorgst,  da  Du  König  in  Folge  der  Weisheit  hist,  die  Dir  Gott  gegeben,
dafür,  ein  guter  und  katholischer  Herrscher  und  zugleich,  wie  es  ein
Bedürfnis»  für  sie  ist,  ein  frommer  und  strenger  Wagenlenker  der
Kirche  zu  sein 3 ).  Ebenso  trachten  auch  wir,Dein,  wenn  gleich  elender ­
  Diener,  dies  Leben  nicht  unnütz  zuzubringen  und  am  Tage  unseres
den  beiden  letzten  Auflagen  ist  die  Kasseler  Hs.  selbst  zu  Grunde  gelegt.  Die
jüngste  Ausgabe  findet  sich  bei  Bielowski,  Mon  Pol.  223—228,  der  aber  Giesebrecht’s
  Ausgabe  nicht  zu  kennen  scheint  und  nach  dem  Cod.  zu  Kassel  publicirt.
  Das  Verständniss  des  Textes  hat  durch  die  letzte  Ausgabe  nicht  gewonnen.
So  liest  Bielowski  gleich  anfangs:  „deo  placet,  dubio  procul  .  .  .  rex“  als  einen
Satz.  Auch  die  S.  224,  Anm.  1  ausgesprochene  Behauptung,  dass  Heinrich  sich  mit
seinem  Bruder  Brun  unter  der  Bedingung  ausgesöhnt  habe,  dass  dieser  in  den  geistlichen ­
  Stand  eintrete,  ist  nicht  zu  erweisen,  vielmehr  die  jüngst  von  Köpke  in  den
deutschen  Forschungen  Bd.  6.  S.  151  in  anderem  Zusammenhänge  ausgesprochene
Vermuthung  wahrscheinlich,  dass  Brun  schon  früher  für  die  Kirche  bestimmt  gewesen ­
  sei.
0  Gewöhnlich  wird  die  Sigle  Brun  aufgelöst;  es  könnte  auch  Bonifacius  sein.
Pertz  SS.  IV,  578,  Anm.  55  löste  falsch  durch  Benedictus  auf.
2 )  Hirsch,  Jb.  11,264,  wo  auch  die  bezüglichen  Stellen  der  vita  S.  Adalb.  fleissig  gesammelt
sind,  erinnert  an  die  für  jene  Zeit  auffallend  oftmalige  Betonung  des  h.  Petrus.
3 )  „sanctae  ecclesiae  pius  et  districtus  auriga“.  So  nennt  Brun  auch  Otto  den  Gr.
in  vita  S.  Adalb.  c.  9.  „nautam  maris“  und  „fluxa  gubernare  doctum“.
23*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.