Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog Bolesfaw I. von Polen.
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scheinlicher Vermuthung im Winter 1008 geschrieben, zugleich
über die Thätigkeit Bruno's, seit er Sachsen wieder verlassen hatte,
belehrenden Aufschluss gewährt. Der Brief, an König Heinrich gerichtet,
lautet:
„Dein frommen Manne der Kirche, König Heinrich B. >), der nur
elende, was dem Könige ziemt und dem alles sehenden Herrn Gott
gefällt. Dessen möge Eure Majestät versichert sein, dass niemand
auf Erden ist, der Euere Wohlfahrt mehr lieht, nach Gott, und der
mehr Eueren Ruhm in allem gefördert zu sehen wünscht, denn ich.
Euer Bruder, der innigst geliebte Bischof Bruno, hat, da ich mich im
Uugerland aufhielt, mirmitgetheilt, dass Ihr o König huldvoll um mich
besorgt seid und sehr befürchtet, ich suchte den Tod. Hätte ich dies
doch gethan und ich tliäte es auch, hätte mich nicht der, welcher mich
noch jetzt hindert, daran gehindert, der gütige Gott und meinHerr.der
heiligste Petrus 3 ). Möge Gott Dir hienieden es lohnen, dass Du ein so trelflicher
Kjjnig, der Du fast für die ganze Erde Sorge tragen musst, im
Namen Gottes geruhetest, um mich, Deinen geringsten Knechtso besorgt
zu sein, auf dass ich nicht zu Grunde gehe. Gott sei Dank dafür! Du
sorgst, da Du König in Folge der Weisheit hist, die Dir Gott gegeben,
dafür, ein guter und katholischer Herrscher und zugleich, wie es ein
Bedürfnis» für sie ist, ein frommer und strenger Wagenlenker der
Kirche zu sein 3 ). Ebenso trachten auch wir,Dein, wenn gleich elender
Diener, dies Leben nicht unnütz zuzubringen und am Tage unseres
den beiden letzten Auflagen ist die Kasseler Hs. selbst zu Grunde gelegt. Die
jüngste Ausgabe findet sich bei Bielowski, Mon Pol. 223—228, der aber Giesebrecht’s
Ausgabe nicht zu kennen scheint und nach dem Cod. zu Kassel publicirt.
Das Verständniss des Textes hat durch die letzte Ausgabe nicht gewonnen.
So liest Bielowski gleich anfangs: „deo placet, dubio procul . . . rex“ als einen
Satz. Auch die S. 224, Anm. 1 ausgesprochene Behauptung, dass Heinrich sich mit
seinem Bruder Brun unter der Bedingung ausgesöhnt habe, dass dieser in den geistlichen
Stand eintrete, ist nicht zu erweisen, vielmehr die jüngst von Köpke in den
deutschen Forschungen Bd. 6. S. 151 in anderem Zusammenhänge ausgesprochene
Vermuthung wahrscheinlich, dass Brun schon früher für die Kirche bestimmt gewesen
sei.
0 Gewöhnlich wird die Sigle Brun aufgelöst; es könnte auch Bonifacius sein.
Pertz SS. IV, 578, Anm. 55 löste falsch durch Benedictus auf.
2 ) Hirsch, Jb. 11,264, wo auch die bezüglichen Stellen der vita S. Adalb. fleissig gesammelt
sind, erinnert an die für jene Zeit auffallend oftmalige Betonung des h. Petrus.
3 ) „sanctae ecclesiae pius et districtus auriga“. So nennt Brun auch Otto den Gr.
in vita S. Adalb. c. 9. „nautam maris“ und „fluxa gubernare doctum“.
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