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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Beiträge  zur  Kenntniss  der  Päli-Sprache.  29
o  =  u.  gunhd  der  aufgehende  Mond  =  altind.  gydisnd,  aggihutta
  Feueropfer  =  altind.  agniliotra,  saggu  alsogleich  =  altind.
sadyas  (sadyo).
In  den  Formen  issariya  Herrschaft  =  altind.  aigvarya,  ussukka
Sehnsucht  =  altind.  autsukya  sind  die  alten  Vrddhi’s  ai,  au  statt  in
e,  o  in  i,  u  verkürzt  worden.
Zuwachs  von  Halbvocalen  und  Nasalen.
Formen,  welche  mit  i,e,  u,  o  anlauten,  werden  manchmal  dieentsprechendenHalbvocale
  y,  v  vorgesetzt,  yittha  geopfert=  altind.  hta,
yeva  also  =  altind.  eva,  vutta  gesprochen  =  altind.  ukta,  vuöcati
er  wird  genannt  =  altind.  ucyate,  volokenta  anblickend  —  altind.
avalokayan,  vupasammati  er  wird  gestillt  =  altind.  upagdmyati.
In  manchen  Päliformen  finden  wir  einen  Nasal,  wo  er  in  den
entsprechenden  altindischen  fehlt  z.  B.  nangara  Stadt  ==  altind.  na
gara,  sananntana  ewig  =  altind.  sanätana,  urdriga  Schlange  =
altind.  uraga,  anga  Elephant  =  altind.  ndga.  —
In  dem  Worte  siha  Löwe  fehlt  der  Nasal  =  altind.  sinha;
dafür  ist  Längung  des  vorhergehenden  Vocals  eingetreten.
Unregelmässige  Verdopplung  der  Consonanten.
Hieher  gehören  die  Formen  suggata  —  su-gata,  vippatti  =
vi-patti,  saddhamma  =  sa-dhamma  und  ähnliche,  wo  oft  des
Metrums  wegen  Verdopplung  eines  Consonanten  eintritt.  y  wird
besonders  nach  e  und  i,  seltener  nach  u  verdoppelt,  wahrscheinlich
um  die  Länge  der  vorhergehenden  Silbe  zu  bezeichnen,  z.  B.  iccheyya,
er  wünsche,  lianeyya  er  tödte,  phaseyyü  sie  mögen  berühren,  macdudheyya
  Gebiet  des  Todes,  seyyo  besser,  pätheyya  Wegzehrung,
niyyamdna  geführt,  bhiyyo  mehr,  hiyyo  gestern,  abhibliuyya
bezwungen  habend  etc.
Bau  der  Silbe.
In  der  Mitte  des  Wortes  kann  die  Silbe  sowohl  eine  offene,  als
geschlossene  sein.  Erstere  kann  sowohl  kurzen  als  langen  Vocal
enthalten;  letztere  duldet  nur  kurze  Vocale.  Ein  in  geschlossener
Silbe  stehender  langer  Vocal  muss  verkürzt  werden.  Dopppelt  geschlossene ­
  Silben  kommen  im  Pali  nicht  vor.
            
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