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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Z  e  i  s  s  1>  e  r  g

das  zwölfte  seiner  „Conversio“  bezeichnet  wird  ] ).  Der  Aufenthalt
in  Rom  wurde  für  den  schwärmerischen  Jüngling  entscheidend.  Der
Anblick  des  Klosters  auf  dem  Aventin,  in  welchem  der  h.  Adalbert
noch  vor  Kurzem  sich  aufgehalten  hatte,  und  die  hehren  Erinnerungen,
die  sich  mit  des  dortigen  Schutzheiligen 2 )  Namen,  der  auch  der
seinige  war,  verknüpften,  übten  einen  bewältigenden  Eindruck  auf
ihn  aus.  „Bonifacius  heisse  auch  ich“,  rief  er  bei  dem  Anblicke  jener
Kirche  aus,  „warum  soll  nicht  auch  ich  ein  Blutzeuge  Christi  werden?“ ­
  Er  beschloss,  in  den  Mönchstand  zu  treten  und  trat,  was  aus
den  Quellen  nicht  mit  Sicherheit  hervorgeht,  entweder  zunächst  in
dieses  Kloster  eins)  oder  er  unterwarf  sich  schon  damals  der  Zucht
des  h.  Romuald,  welcher  an  vielen  Orten  Italiens  das  Eremitenleben
eingeführt  hatte,  und  unter  dessen  Jüngern  Brun  nicht  lange  danach
begegnet.
Romuald  ging  von  der  Ansicht  aus,  das  cönobitische  mit  dem
eremitischen  Leben  in  eigentümlicher  Weise  zu  verbinden.  Auch  andere ­
  Deutsche,  darunter  Tarnmo,  befanden  sich  in  des  heiligen  Mannes
Umgebung,  als  Brun  mit  demselben  von  Tibur  etwa  um  1001  nach
dem  Kloster  des  h.  Benedict  auf  dem  Monte  Cassino  zog  und  von  dort
sich  nach  Pereum,  einer  Flussinsel  unfern  Ravenna,  begab.  Hier  griindeteRomualdein
  Kloster,  in  welchem  er  seine  bisher  fahrenden  Schüler
in  Zellen  vertheilte  und  zu  strengem  Mönchsleben  anhielt.  Brun  lebte
hier  ganz  den  Vorschriften  Romuald's  gemäss,  ja  er  überbot  die  Regel
an  Strenge  gegen  sich.  Oft  ass  er  nur  an  Sonntag  und  Donnerstag  in
der  Woche.  Sah  er  am  Wege  Dornen  oder  Nessel  so  geschah  es
wohl,  dass  er  sich  auf  dieselben  warf  und  sich  in  denselben  wälzte.
Einen  Bruder,  der  ihn  deshalb  mit  den  Worten  tadelte:  „Heuchler,
wesshalb  sonst  thust  Du  dies  vor  aller  Welt  als  um  der  Gunst  der
Menge  willen?“  antwortete  er:  „Dein  seien  die  Bekenner,  mein  die
Märtyrer“.  Thietmar  hebt  hervor,  dass  er  während  dieses  Einsiedlerlebens ­
  „von  dem  Werke  seiner  Hände“  lebte.  Diese  Bemerkung  wird

1)  Pertz  in  SS.  4  p.  578  setzt  den  Eintritt  Brun’s  in’s  Kloster  997,  aber,  wie  es
scheint,  ohne  Grund,  Voigt,  G.  Preussens  1,  287  A.  I,  in  das  J.  996.
2 )  Eines  alten  römischen  Märtyrers.
3 )  Es  steht  in  keiner  Quelle  ausdrücklich,  dass  er  in  das  Kloster  am  Aventin  eintrat;
nach  der  vita  S.  Adalb.  c.  17.  c.  27.  ist  es  nicht  nothwendig.  Vielmehr  scheint  der
Ausdruck  der  vita  s.  Romualdi  c.  27,  das  Eremitenleben  Brun’s  sei  „diuturna“  gewesen,
  dies  kaum  zu  ermöglichen.
            
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