Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog Boleslaw I. von Polen.
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das Bündniss mit Boleslaw seit dem Gnesener Vertrage den deutschen
Interessen mehr als das Bündniss mit den Wenden entsprach. Jenen
Vertrag hatte bereits Otto III. zum grossen Schaden für das Reich
geschlossen; Heinrich fand liier eine vollendete und sogar rechtlich
besiegelte Thatsache vor, die zwar ganz den Tendenzen der mittelalterlichen
Kaiseridee, aber kaum den Aufgaben der deutschen Königsgewalt
entsprach. Heinrich blieb nur die Wahl, mit Boleslaw Hand
in Hand, gewiss nur zu dessen Vortheil — das hatte Otto’s III. Regierung
gezeigt — die Wenden oder mit diesen im Bunde ihn, den gefährlichsten
Feind, den das Reich seit einem halben Jahrhundert
hatte, zu bekriegen. Heinrich wählte den letzten Weg, trat aber doch
auch gelegentlich, wie zu Werben, den Wenden klug und entschieden
entgegen. Nicht die „von dem Süden her“ widerkehrende, „von Norddeutschland
ausgegangene Gewalt“, sondern die im Norden verbliebene
hatte aus der Art ihrer einstigen grossen Träger geschlagen. Gerade
Otto III. war es, der sich schämte, dem rauhen Sachsenlande entsprossen
zu sein. Heinrich II. erschien es „ein Paradies der Fülle
und des Lebensgenusses.“
Dem Clerus der römischen Kirche mochte freilich und von
seinem Standpunkte aus mit Recht die Politik der beiden Kaiser in
anderem Lichte erscheinen. Ihm war Otto III. ein grösserer „Kaiser“;
der blendende Glanz von Adalbert’s Märtyrerkrone vergoldete auch
noch die Locken des jugendlichen Sohnes der Griechin. Auch Boleslaw
hatte sich um die römische Kirche grosse Verdienste erworben,
indess dem vor allem hiezu berufenen Heinrich der Sinn für die
Mission unter den Heiden zu mangeln schien. Kein Wunder daher,
wenn jener Partei, die nach einer Reform der Kirche und nach
einer veränderten Stellung derselben dem Imperium gegenüber
verlangte, Heinrich’s Politik gegen Boleslaw wenig gefiel und dass
dies Missfallen selbst gelegentlich zu einem, wenn auch ergebenen
gemässigten Ausdrucke kam.
Diese Betrachtung leitet uns zur Geschichte jenes Mannes,
Brun hinüber, in dessen Leben und Schicksalen die erwähnten
Stimmungen auf das klarste zu Tage treten.