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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  II.  mit  Herzog  Bolesfaw  I  v.  Polen.

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angrenzende  Sclavonien  und  lässt  die  Bewohner  tödten  oder  in  Gefangenschaft ­
  ab  führen,  bis  er  an  das  Ufer  der  Elbe  kam;  hier  stiess
er  einige  stolze  Worte  aus  jf)  und  kehrte,  da  sich  ihm  der  Streiter
des  höchsten  Königs,  der  h.  Mauritius  ~)  widersetzte,  ohne  seine  Absicht ­
  erreicht  zu  haben,  nach  Hause  zurück,  indem  er  die  tapferen
Männer  der  Sachsen,  Liudojf,  Tadija  und  Tadi  gefesselt  mit  sich
führte.  Der  König  war  darüber  sehr  betrübt;  er  ermahnte  die  seinigen,
  dies  nicht  ungerochen  zu  lassen.  Aber  auf  diesen  Rath  folgte,
ich  weiss  nicht  wesshalb,  bis  zur  Stunde  keine  That.“  Unrichtig
ist  es  zunächst  in  dem  annalistisclien  Berichte,  wenn  als  Grund
von  Heinrichs  Gesandtschaft  der  noch  unverwundene  Schmerz  über
über  das  1005  erlittene  Unglücks)  an  der  Spree  dargestellt  wird.
Es  liefert  gerade  diese  Stelle  einen  weiteren  Beleg  dafür,  dass  die
annales  Quedlinburgenses  in  ihrem  Berichte  über  das  J.  1005  nicht  nur
eine  der  Stimmungen,  die  damals  herrschten,  widergeben,  sondern
geradezu  schlecht  unterrichtet  sind.  Der  Ausdruck  ist  ferner  1007
so  gefasst,  dass  rnan  wird  vermuthen  müssen,  es  sei  auch  1005  erst
damals  aufgezeichnet  worden.  Wichtig  und  richtig  ist  die  Bemerkung,
dass  Heinrich  deshalb  nicht  persönlich  gegen  Bolestaw  zu  Felde
ziehen  konnte,  weil  er  in  Flandern  beschäftigt  gewesen.  Dies  meldet
auch  Tbietmar,  nur  muss  man  in  dessen  Berichte  unter  „im  nächsten
Sommer“  nicht,  wie  Lappenberg  fälschlich  tliut,  den  Januar  1000
sondern  1007  verstehen,  was  der  Zusammenhang  auch  gestattet.
Auch  darin  gehen  die  Berichte  auseinander,  dass  Thietmar  die  Initiative ­
  zum  offenen  Kampfe  von  Boleslaw,  die  Annalen  aber  von
den  sächsischen  Grossen  ergriffen  werden  lassen.  Das  folgende
Detail  ist  in  beiden  Quellen  ziemlich  gleichlautend  oder  ergänzt
sich  wechselseitig.  Die  letzten  Worte  der  annales  Quedlinburgenses
müssen  vor  1010  abgefasst  sein,  da  in  diesem  Jahre  ein  neuer  Zug
widep  Boleslaw  unternommen  wurde.  Dazu  stimmt  auch,  dass  Thiet-*)

  Zwischen  Magdeburg-  und  Zerbst  mündet  die  Saale  in  das  linke  Ufer  der  Elbe.
Dies  und  die  obenstehenden  Worte  der  ann.  Quedl.  Hessen  ausser  au  der  schon
oben  angedeuteten  auch  an  dieser  Stelle  eine  Beziehung  auf  die  in  der  chron.
Polon.  gemeldete  Aufrichtung  einer  ehernen  Säule  in  der  Saale  zu.  Lelewel,  P.  w.
s'r.  II,  160  bezieht  wirklich  das  Factum  auf  diesen  Zeitpunkt.
2 )  Es  sind  wohl  die  Magdeburger  Stiftsmaimen  gemeint.
8 )  Denn  dass  ein  anderer  Vorfall  gemeint  sei,  wie  Hirsch  Jahrb.  d.  d.  R.  unt.  H.  2.
II,  6  und  Anm.  I.  will,  ist  gar  nicht  wahrscheinlich.
            
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