Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

342

Z  e  i  8  s  b  e  r  g

Waffenstillstand,  während  dessen  Bolestaw  Vorkehrungen  zur  Belagerung ­
  traf,  jene  aber  eine  Botschaft  an  ihren  Gebieter  und  an  die
Fürsten  des  Reiches  ergehen  Hessen,  um  dieselben  zu  Hilfeleistung
flehentlich  aufzufordern,  indem  sie  versprachen,  sich  noch  andere  sieben ­
  Tage  des  Feindes  erwehren  zu  wollen.  Nun  kam  in  der  Tliat  Markgraf ­
  Herimann  nach  Magdeburg,  ging  daselbst  den  Probst  Walterd  *)
an,  erliess  ein  besonderes  Aufgebot  an  die  einzelnen  sächsischen
Grossen,  tadelte  sie  scharf  über  ihre  gegen  Bolestaw  jüngst  bewiesene
Saumseligkeit,  und  Hess  endlich  seinen  Mannen  in  Bautzen  durch
Boten  Muth  zusprechen.  Diese  nun  widerstanden  eine  Zeit  lang  mannhaft ­
  den  unausgesetzten  Angriffen  Boleslaw’s,  da  sie  aber  sahen,  dass
einige  von  ihren  Kampfgenossen 2 )  wankend  wurden  und  noch  immer
kein  Entsatz  erschien,  so  übergaben  sie  den  Polen  unter  der  Bedingung ­
  freien  Abzuges  mit  all  ihrer  Habe  die  Stadt  s)  und  kehrten  betrübt ­
  heim.  Bolestaw  war  hiermit  auch  in  den  Besitz  der  Oberlausitz  4)
wider  gelangt.  Auch  hier  weicht  der  Bericht  der  annales  Quedlinburgenses
  s)  in  einigen  wesentlichen  Punkten  ab«)  von  dem,  den  wir,
Thietmar  folgend,  so  eben  gegeben  haben.  Jener  lautet:  „Heinrich
feierte  die  Auferstehung  des  Herrn  1007  zu  Regensburg;  zu  derselben ­
  Zeit  sandte  er  von  dem  jüngsten  Verlust  der  seinigen  tief  ergriffen, ­
  Boten  an  Bolestaw  mit  der  Meldung,  nach  Krieg  dürste  er
(Bol.)  zum  Kriege  gegen  ihn  (Bol.)  rüste  er  sich.  Allein  neuerliche
schlimme  Nachrichten  über  Balduin  Hefen  damals  ein  und  hinderten
die  Ausführung  dessen,  was  H.  beabsichtigt  hatte.  H.  eilt  dahin
(nach  Flandern)  und  legt  rasch  alle  Streitpunkte  friedlich  hei.  Herzog ­
  Bol.  aber,  durch  einen  in  Folge  von  des  Königs  Botschaft  an  ihn
bewerkstelligten  Einfall  der  Sachsen  gereizt,  dringt  stolz  in  kühnem
Siegesläufe  bis  in  die  Nähe  Magdeburgs  vor,  verwüstet  das  ganze

»Der  Erzbischof  T.  war  wie  es  scheint,  abwesend.L.  Giesebfecht  W.  G.  1),  23.
Vgl.  Hirsch  H.  II,  14,  Anm.  6.
2 )  „Vermuthlich  die  Vethenici“  sagt  L.  Giesebrecht  1.  c.  Doch  nennt  Thietm.  diese
nur  in  Meissen.
Und  doch  sagt  Szajnoclia  Bol.  Ch.  str.  134!  „Tymczasein  B.  .  .  opanowal  bez
kropli  krwi  (?)  stoleczne  miasto  swego  .  .  .  ziecia  Hermann,  Budziszyiri.
4 )  Hirsch  Ib.  II,  13.
5 )  Ad  a.  1007.
®)  Röpell,  G.  Pol.  ubersieht  dies.  L.  Giesebrecht,  \V.  G.  verwendet  gar  nicht  den
Bericht  der  ann.  Quedl.  Sznjnocha  Bol.  Ch.  S.  132  verbindet  beide  Quellen,  was
unstatthaft  ist.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.