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Waffenstillstand, während dessen Bolestaw Vorkehrungen zur Belagerung
traf, jene aber eine Botschaft an ihren Gebieter und an die
Fürsten des Reiches ergehen Hessen, um dieselben zu Hilfeleistung
flehentlich aufzufordern, indem sie versprachen, sich noch andere sieben
Tage des Feindes erwehren zu wollen. Nun kam in der Tliat Markgraf
Herimann nach Magdeburg, ging daselbst den Probst Walterd *)
an, erliess ein besonderes Aufgebot an die einzelnen sächsischen
Grossen, tadelte sie scharf über ihre gegen Bolestaw jüngst bewiesene
Saumseligkeit, und Hess endlich seinen Mannen in Bautzen durch
Boten Muth zusprechen. Diese nun widerstanden eine Zeit lang mannhaft
den unausgesetzten Angriffen Boleslaw’s, da sie aber sahen, dass
einige von ihren Kampfgenossen 2 ) wankend wurden und noch immer
kein Entsatz erschien, so übergaben sie den Polen unter der Bedingung
freien Abzuges mit all ihrer Habe die Stadt s) und kehrten betrübt
heim. Bolestaw war hiermit auch in den Besitz der Oberlausitz 4)
wider gelangt. Auch hier weicht der Bericht der annales Quedlinburgenses
s) in einigen wesentlichen Punkten ab«) von dem, den wir,
Thietmar folgend, so eben gegeben haben. Jener lautet: „Heinrich
feierte die Auferstehung des Herrn 1007 zu Regensburg; zu derselben
Zeit sandte er von dem jüngsten Verlust der seinigen tief ergriffen,
Boten an Bolestaw mit der Meldung, nach Krieg dürste er
(Bol.) zum Kriege gegen ihn (Bol.) rüste er sich. Allein neuerliche
schlimme Nachrichten über Balduin Hefen damals ein und hinderten
die Ausführung dessen, was H. beabsichtigt hatte. H. eilt dahin
(nach Flandern) und legt rasch alle Streitpunkte friedlich hei. Herzog
Bol. aber, durch einen in Folge von des Königs Botschaft an ihn
bewerkstelligten Einfall der Sachsen gereizt, dringt stolz in kühnem
Siegesläufe bis in die Nähe Magdeburgs vor, verwüstet das ganze
»Der Erzbischof T. war wie es scheint, abwesend.L. Giesebfecht W. G. 1), 23.
Vgl. Hirsch H. II, 14, Anm. 6.
2 ) „Vermuthlich die Vethenici“ sagt L. Giesebrecht 1. c. Doch nennt Thietm. diese
nur in Meissen.
Und doch sagt Szajnoclia Bol. Ch. str. 134! „Tymczasein B. . . opanowal bez
kropli krwi (?) stoleczne miasto swego . . . ziecia Hermann, Budziszyiri.
4 ) Hirsch Ib. II, 13.
5 ) Ad a. 1007.
®) Röpell, G. Pol. ubersieht dies. L. Giesebrecht, \V. G. verwendet gar nicht den
Bericht der ann. Quedl. Sznjnocha Bol. Ch. S. 132 verbindet beide Quellen, was
unstatthaft ist.