Die Kriege K. Heinrich II. mit Herzog Bnlesfaw I. v. Polen. 339
liess daher Bruncio,») einen bedeutenden Vasallen 2) zu Merseburg,
von den Slaven aber Boris und Nezemuiscl, zwei angesehene Männer,
sammt ihren Helfershelfern zu Wellereslevo (j. Wallersleben) durch
den Strang hinrichten. Dann hielt er häufige Zusammenkünfte mit den
Slaven zu Wiribeni (Werben unfern Havelberg am linken Ufer der
Elbe) und „traf,“ wie sich Thietmar ausdrückt, „mit oder gegen ihren
Willen, Anordnungen zu Nutz und Frommen des Reiches und führte
dieselben mit Entschiedenheit durch. Das früher zerstörte Arnaburch
(Arneburgs)) stellte er zur Vertheidigung des Landes wieder her und
was einst mit Unrecht von dort weggenommen worden war, dahin
wider zurück.“
Inzwischen arbeitete Boleslaw, der zwar im letzten Feldzuge
zurückgewichen, doch nicht geschlagen worden war, an dem Zustandekommen
einer grossen Allianz der nordwestlichen Slaven, der
Polen, Wenden und Czechen, die aber an dem tief gewurzelten Misstrauen
4 ) der beiden letzteren Stämme gegen den ersten fehlschlug.
Ostern 5 ) 1007 5 ) beging Heinrich II. zu Regensburg. Dahin kamen
Gesandte der Liutizen, des Herzoges Jaromir von Böhmen und
der „grossen Stadt“ Livilni. 7 ) Sie alle Hessen dem König Nachricht
*) Necrologium Luneburg. bemerkt zum 21. Sept.: „Bruncio occisus“; die Nachricht
kann sich also, wenn die Personen überhaupt identisch sind (was Hirsch 1, 371
bezweifelt), nicht mehr auf das J. 1005 beziehen.
2 ) „Inclitnm satellitem“.
3 ) Arneburg schenkte der König 1006 am 7. April (Stumpf 1421) sammt Zubehör
dem h. Mauritius zu Magdeburg. Dabei wird Arneburg als im Gau Beichern gelegen
bezeichnet.
4 ) L. Giesebrecht, W. G. II, 22 erinnert hier passend an die alte Freundschaft der
Liutizen und Böhmen, und an das Interesse beider den Vertrag von Posen rückgängig
zu machen.
5 ) 6. April.
6 ) Es liegt gar keine Nothwendigkeit vor, Thietmar’s Nachricht mit Lappenberg
ad 1. 6. c. 24 auf das J. 1008 zu beziehen. Auch Thietmar’s Zusammenhang ermöglicht
sie in das J. 1007 zu versetzen, da er innerhalb eines J. nie streng
chronologisch verfährt.
*) Lappenberg zu Thietm. 1. 6. c. 24. bringt die Varianten : „liulni oder luilni“ la.
„Luvirm“ A. S. (d. i.,ann. Saxo). Barthold G. R. und P. 1,346 hält es für Lübben,
Röpell 1, 123 übergeht den Namen, L. Giesebrecht W. G. II, 22 a. 2. hält dagegen
Jumne für „nicht unwahrscheinlich, aber nicht zu erweisen.“ Szajnocha Bol. Ch. 1.
131: „rnoze Lubece“. Hirsch. Jahrb. II, 7. a. 2. spricht sich gegen Julia (Jumne)
und gegen Lubin aus und vermuthet, weil es zwischen den nördlich wohnenden