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Z e i s s b er
Man sieht aus der Vergleichung des ganz unverdächtigen ausführlichen
Berichtes, den Thietmar gibt, mit der obenangeführten Stelle
der Quedlinburger Annalen, wie vorsichtig die kurzen Angaben der
letzteren aufzunehmen und von wie bedingtem Werthe dieselben dort
sind, wo ciife Vergleichung mit andern Quellen nicht möglich ist.
Der Feldzug war für Heinrich glücklich, trotz mancher selbst bedeutender
Verluste. Wir werden einzelnen Ungenauigkeiten gerade der
Quedlinburger Annalen auch im folgenden begegnen, und überdies ist
jetzt 1 ), was noch entscheidender ins Gewicht fällt, die Heinrichen
feindliche Tendenz dieser Quelle erwiesen. Man hat in Zusammenhang
mit dem Erfolge des Zuges im Grossen und Ganzen auch nach den
einzelnen Bestimmungen jenes zu Posen vereinbarten Friedens geforscht.
Allein die aus den Zuständen, welche sich uns einige Jahre
später zeigen, auf diese Zeit gemachten Rückschlüsse sind unsicher
2 ) und nur das steht fest, dass auch fernerhin dem Polenfürsten
Mähren verblieb.
Nach Beendigung des letzten Feldzuges und das ganze Jahr
1006 hindurch beschäftigte sich Heinrich eifrig mit der Herstellung
eines geordneten und ruhigen Zustandes in den östlichen Marken und
*) Durch Pabst in Exc. 1. zu Hirsch. Ib. II, 445. Viel weniger richtig urtheilt
Usinger zu Hirsch, den er berichtigen will, 1, 369: „der Bericht (der Quedl.
Annal.) lässt sich sehr wohl mit dem Thietmar’s vereinigen, denn auch dieser
erzählt nicht von Siegen, sondern nur von Niederlagen, die der König zu erleiden
hatte, als er dem fliehenden Feinde folgte.“ Palacky, G. v. B. 1, 262 spricht sehr
mit Unrecht von „bulletinartigem Tone“ des „sonst redlichen Ditraar“, wogegen
Röpell 1, 122, den Hirsch Ib. 1,370 fälschlich für die entgegenstehende
Ansicht citirt, mit Recht Thietmar’s Partei nimmt. Die Vermittelung welche nach
W. v. Giesebrechts (Kaiser G. II, 44) Vorgänge Büdinger Ö. G. 1, 338 Anm. 1.
versucht, kömmt, obgleich sie das Thatsächliche trifft, wenigstens den Ann.
Quedl. nicht zu Gute.
2 ) Usinger zu Hirsch, lb. 1, 370. Sehr ausführlich handelt Wawrowski 1. c. p. 48 über
die muthmasslichen Friedenspunkte: Verzichtleistung BoPs. auf das Milziener Land,
unter der Bedingung, dass dasselbe sein Schwiegersohn Hermann bekomme, weil
dieser später (Thietm. 1. 6 c. 24) im Besitz desselben (Bautzens) erscheine, auf die
Lausitz, Zara, und Selpuli, und zwar in der Art, dass diese Gebiete theils an die Mark
Gero’s fallen, theils ihre Selbständigkeit behaupten sollten, erneuerte Zusicherung
der im J. 1000 BolesLrw eingeräumten Rechte, Anerkennung Jaromir’s als Fürst
von Böhmen, fernerer Besitz Mährens durch Bolesfaw und das Versprechen desselben,
sich in die Angelegenheiten der zwischen Elbe und Oder wohnenden Slaven
nicht mengen und sie nicht gegen das deutsche Reich aufreizen zu wollen.