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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  II.  mit.  Herzog  ßolesfaw  I.  v.  Polen.

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Lustrum  war  dahin  seit  jenen  Tagen,  da  Otto,  von  Bolesiaw  zu  Eilau  an
der  Oder  ehrenvoll  eingeholt,  nach  Gnesen,  das  er  haarfuss,  ein  demüthiger
  Pilger,  betrat,  gezogen  war  und  nun  hatte  Heinrich  als  Feind
den  Übergang  über  die  Oder  erzwungen  und  Bolestaw  zum  Rückzuge
nach  Posen  genöthigt.  Das  Glück  hatte  bisher  Heinrich  auffallend  begünstigt; ­
  hier  trat  nun  aber  einübelstand  ein,  der  im  Mittelalter  so  oft
siegreich  vordringende  Heere  gehemmt  hat:  Mangel  an  Lebensmitteln
machte  sich  in  dem  von  dem  zurückweichenden  Feinde  wohl  absichtlich
verwüsteten  Lande  fühlbar;  durch  die  Länge  des  Marsches  und  durch  die
Mühsale  des  Krieges  hatte  die  Mannschaft  viel  zu  leiden  gehabt;  die
Fürsten  verlangten,  da  der  Herbst  eintrat,  von  dem  Könige  den  Befehl
zum  Rückzuge.  Hiezu  kamen  auch  Unfälle  bedenklicher  Art.  Als  Heinrich
das  Heer,  um  Futter  und  andere  Bedürfnisse  einzusammeln,  unvorsichtig
vertheilte  und  in  verschiedenen  Richtungen  entsandte,  wurden  die
einzelnen  Abtheilungen  von  dem  im  Hinterhalte  lauernden  Feinde  überfallen ­
  und  erlitten  bedeutenden  Schaden.  Dem  König  wurde,  was  er
nun  selbst  wünschte  dadurch  erleichtert,  dass  Bolestaw')  durch  zuverlässige ­
  Mittelspersonen  3 )  ernstlich  des  Königs  Gnade  nachsuchte.
Unter  den  obwaltenden  Umständen  fand  Bolestaw  leicht  Gehör.  Im  Auftrag ­
  Heinrich’s  verfügten  sich  der  Erzbischof  Tagino  und  andere  Personen ­
  aus  des  Königs  Umgebung  nach  Posen  und  schlossen  hier  unter
Eidschwüren  und  Zusage  der  Bezahlung  einer  angemessenen  Entschädigung ­
  Frieden  mit  Polen.  „Die  unsrigen“  sagt  Thietmar  „kehrten ­
  damals  fröhlich  heim,  weil  sie  durch  die  Länge  des  Marsches
und  Mangel  an  Lebensmittel,  verbunden  mit  Mühsalen  des  Krieges,
sehr  viel  gelitten.  “ 8 )  Weihnachten  beging  der  König  zu  Palithi.

')  Daher  ist  es  absichtliche  Entstellung  der  Thatsachen,  wenn  Szajnocha,  Bolestaw ­
  Cli.S.  127  bemerkt:  „ze  nie  Bolestaw  do  obozu  krolewskiego,  lecz  Niemcy  do
Bolestawa  z  pros'ba  o  pokoj  sie  udawali.“
2 )  Es  gibt  wahrhaftig  keinen  Grund,  an  Thietmars  Wahrheitsliebe  zu  zweifeln.  Selbst
die  Quedlinh.-Annal.  deuten  durch  den  Ausdruck  „assumpta  non  bona  pace“  an,
dass  das  Friedensangebot  von  Bolestaw  ausgieng  „per  fidos  intercessores“;
über  diese  und  ihren  Unterschied  von  den  „legatis“,  die  gewöhnlich  „fideles“  genannt ­
  werden,  handelt  gut  Wawrowski  1.  c.  p.  4fi.
3)  Thietm.  I.  6.  c.  20.  Eine  Urk.  bei  Stumpf  1412  vom  October,  Ulm,  ist  suspect;
die  folgende  Urk.  1413  am  3.  Nov.  zu  Werla  ausgestellt.  B.  974  (Corvei  24.  Oct.)
versetzt  Stumpf  in  das  folgende  Jahr,
22“
            
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