Die Kriege K. Heinrich II. mit. Herzog ßolesfaw I. v. Polen.
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Lustrum war dahin seit jenen Tagen, da Otto, von Bolesiaw zu Eilau an
der Oder ehrenvoll eingeholt, nach Gnesen, das er haarfuss, ein demüthiger
Pilger, betrat, gezogen war und nun hatte Heinrich als Feind
den Übergang über die Oder erzwungen und Bolestaw zum Rückzuge
nach Posen genöthigt. Das Glück hatte bisher Heinrich auffallend begünstigt;
hier trat nun aber einübelstand ein, der im Mittelalter so oft
siegreich vordringende Heere gehemmt hat: Mangel an Lebensmitteln
machte sich in dem von dem zurückweichenden Feinde wohl absichtlich
verwüsteten Lande fühlbar; durch die Länge des Marsches und durch die
Mühsale des Krieges hatte die Mannschaft viel zu leiden gehabt; die
Fürsten verlangten, da der Herbst eintrat, von dem Könige den Befehl
zum Rückzuge. Hiezu kamen auch Unfälle bedenklicher Art. Als Heinrich
das Heer, um Futter und andere Bedürfnisse einzusammeln, unvorsichtig
vertheilte und in verschiedenen Richtungen entsandte, wurden die
einzelnen Abtheilungen von dem im Hinterhalte lauernden Feinde überfallen
und erlitten bedeutenden Schaden. Dem König wurde, was er
nun selbst wünschte dadurch erleichtert, dass Bolestaw') durch zuverlässige
Mittelspersonen 3 ) ernstlich des Königs Gnade nachsuchte.
Unter den obwaltenden Umständen fand Bolestaw leicht Gehör. Im Auftrag
Heinrich’s verfügten sich der Erzbischof Tagino und andere Personen
aus des Königs Umgebung nach Posen und schlossen hier unter
Eidschwüren und Zusage der Bezahlung einer angemessenen Entschädigung
Frieden mit Polen. „Die unsrigen“ sagt Thietmar „kehrten
damals fröhlich heim, weil sie durch die Länge des Marsches
und Mangel an Lebensmittel, verbunden mit Mühsalen des Krieges,
sehr viel gelitten. “ 8 ) Weihnachten beging der König zu Palithi.
') Daher ist es absichtliche Entstellung der Thatsachen, wenn Szajnocha, Bolestaw
Cli.S. 127 bemerkt: „ze nie Bolestaw do obozu krolewskiego, lecz Niemcy do
Bolestawa z pros'ba o pokoj sie udawali.“
2 ) Es gibt wahrhaftig keinen Grund, an Thietmars Wahrheitsliebe zu zweifeln. Selbst
die Quedlinh.-Annal. deuten durch den Ausdruck „assumpta non bona pace“ an,
dass das Friedensangebot von Bolestaw ausgieng „per fidos intercessores“;
über diese und ihren Unterschied von den „legatis“, die gewöhnlich „fideles“ genannt
werden, handelt gut Wawrowski 1. c. p. 4fi.
3) Thietm. I. 6. c. 20. Eine Urk. bei Stumpf 1412 vom October, Ulm, ist suspect;
die folgende Urk. 1413 am 3. Nov. zu Werla ausgestellt. B. 974 (Corvei 24. Oct.)
versetzt Stumpf in das folgende Jahr,
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