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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

name  wurden  von  den  Feinden  der  Rüstungen  beraubt.  König  Heinrich
und  sein  ganzes  Heer  wurde  durch  den  Vorfall  schmerzlich  berührt;
merkwürdig  aber,  was  Thietmar  hinzusetzt:  „Diesen  Vorfall  habe,
so  wird  von  glaubwürdigen  Personen  erzählt,  auchBolesfaw  bedauert.“
Von  nun  an  gehen  die  Darstellungen  der  annales  Quedlinburgenses
  und  Thietmar’s  sehr  auseinander.  Die  annales  Quedlinburgenses
  stellen  diesen  Unglücksfall  als  entscheidend  über  den
ganzen  Feldzug  jenes  Jahres  hin.  „Der  König,“  berichten  sie,  „nahm,
so  schmerzlich  es  für  ihn  war,  einen  ungünstigen  Friedensantrag
an  und  kehrte  mit  dem  in  kläglichem  Zustande  befindlichen  Heere
und  mit  den  Leichnamen  der  erschlagenen  zurück.“  Diese  Darstellung
ist  indess  durch  Thietmar  leicht  zu  ergänzen  und  zu  berichtigen.  Das
königliche  Heer  zog  vielmehr,  wie  es  scheint,  über  die  Neisse,  und
vereinigte  sich  den  Tag,  bevor  es  die  Oder  erreichte,  mit  neuen  Verstärkungen, ­
  die  den  erlittenen  Verlust  ersetzten.  Es  waren  die  Liuzicer,
  wie  Thietmar  sie  an  dieser  Stelle  fälschlich,  die  Liutizen,  wie
er  sie  später  richtig  bezeichnet,  mit  denen  Heinrich  bereits  1003  Friede
gemacht  hatte.  Sie  waren  Heiden  und  trugen  vor  ihren  Reihen  Götterbilder ­
  einher,  unter  denen  jenes  des  Zuarasici  als  das  heiligste  galt.
Im  Frieden  befanden  sich  jene  Banner  in  dem  zu  Riedegost,  der
Hauptburg  im  Gaue  Riederierun,  gelegenen  Tempel  und  wurden  von
Priestern  bewacht.  Begann  aber  der  Krieg,  so  wurde  unter  dem
Hauptbanner  ein  Christ  geopfert.  „Lieber  Leser,“  setzt  Thietmar
nach  einer  umständlichen  und  anziehenden  Schilderung  liutjzischen
Wesens  hinzu,  „fliehe  die  Gemeinschaft  derselben  und  ihren  Götzendienst; ­
  erfülle  vielmehr  gehorsam  die  Gebote  der  h.  Schrift,  und
wenn  du  den  Glauben,  so  wie  ihn  Bischof  Athanasius  bekannte,
lernst,  und  im  Gedächtniss  behältst,  wirst  du  in  Wahrheit  erproben,
dass  das,  was  ich  soeben  erzählte,  nichts  sei“  >)•
Das  vereinte  Heer  gelangte  sodann  auf  dem  ferneren  Marsche  an
die  Mündung  der  Bober  in  die  Oder,  und  schlug  in  der  Nähe  ein  Lager,

tluir.-sächsisch.  Vereins  XI.  Bil.,  während  die  ältere  Ausgabe  von  Hesse  in  Höfer,
Zeitschrift  für  Archivkunde,  Diplomatik  und  Geschichte  1,  fOi  —  150-fiir  diese
Stelle  unbrauchbar  ist.  Annal.  Saxo  und  ehronographus  Saxo  ,  die  sonst  specielle
halberstiidter  Notizen  enthalten,  bringen  nicht  mehr  als  Thietmar.
*)  Überden  Sinn  der  Worte  Thietmar’s:  „inde  mox  imparibus  ducibus  inequales
turmae  usque  ad  Oderam  fluvium  etc.“  Vgl.  meine  Abhandlung  :  Zusammenkunft
Otto’s  III.  und  Bolesfaw’s  zu  Gnesen  S.  233.
            
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