Die Kriege K. Ileinr. II. mit Herzog BolesJaw I.v. Polen.
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Nutzen zu ziehen versprach '). Dagegen verspäteten sich die Liutizen
und dann machte sich Verrath merklich. Die Führer des Heeres,
durch die demselben unbekannte Landschaft wohl zinspflichtige
Slavenhäuptlinge 2 ), waren von Bolestaw bestochen worden und zugleich
durch Besorgnisse um die Sicherheit ihres Eigenthums geleitet.
In böswilliger oder selbstsüchtiger Absicht also führten sie den König
durch wiiste und sumpfige Gegenden im Kreise umher und gaben
sich alle Mühe sein Vorrücken gegen den Feind zu verzögern, was
auch, wenn man bedenkt, dass der König am 16. August Liezka
verliess und erst am 6. September die Spree erreichte, vollkommen
gelang. Die hier erwähnten Sumpfgegenden dürften der Spreewald
sein 3 ). Von da erreichten sie den Gau Nice auf ihrem Marsche und
lagerten an der Spree, d. h. wohl an deren rechten Ufer. Da brachte
Thiedbern 4 ), ein edler Bitter, in Erfahrung, dass der Feind die Flanke
der Deutschen heimlich bedrohe und fasste, um sich besonderen Ruhm
zu erwerben, den Entschluss, mit einer heimlich auserlesenen Schaar
den Feind zu überlisten. Allein der Feind war auf seiner Hut. Um
ihre Verfolger desto erfolgreicher verwunden zu können, flohen die
Polen zwischen einen Haufen gefällter Hölzer und schossen durch
den Verhau geschützt, Pfeile, ihre gewöhnliche Vertheidigungswaffe,
auf ihre unvorsichtig nachsetzenden Gegner ab. Da fielen
zuerst Thiedbern selbst, dem sich noch vor kurzem der König
gnädigerwiesen 5 ), sodann Bernhard, Isi und Benno “) aus dem Dienstmannengefolge
des Bischofs Arnulf von Halberstadt, und noch viele
andere Gefährten derselben, am 6. September 1005 7 ). Ihre Leich-!
) „cxercituin noslrum ... H. et J. duces . . . laetificunt maiornque consilii et
fortitudinis spe roborant“. Falsch verstanden von Szajnocha, Bol. Ch. 124: „bo
to i lepsza rada i wieksza zaraz odwaga, gdy liczba wieksza“.
2 ) Dieser Ansicht ist auch Hirsch, .lahrb. 1, 371 und vermufhet sie in den später hingerichteten
Boris und Nezemuiscl.
3 ) Was auch W. v. Giesebrecht, G. d. d. Ks. Zt 1, 43 an nimmt.
"*) Das Folgende wird von Wawrowski p. 43 sehr ungenau wiedergegeben.
5 ) S. oh. Thietm. 1. 6. c. 12.
6 ) = Bernhard. Ann. Quedlinb. 1005, wo auch Jsi als Nominativ steht; bei Thietm.
ist Isin Accusativ.
7 ) Kalend. Merseburg, weicht von Thietm. ab; denn es verzeichnet zum 7. Sept.:
„Ysi laicus, Oddo laicus cum aliis occisi sunt. h. V. (Iiora quinta).“ Eine Vergleichung
lehrt, dass „hora V“ hier nicht auf das historische Factum bezogen
werden darf, sondern ein Kalendar-Datum jener Monatstage ist. Vgl. jetzt „das
alte Merseburger Todtenbueh“ von E. Diimmler in den „neuen Mittheilungen des