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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Ileinr.  II.  mit  Herzog  BolesJaw  I.v.  Polen.

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Nutzen  zu  ziehen  versprach  ').  Dagegen  verspäteten  sich  die  Liutizen
und  dann  machte  sich  Verrath  merklich.  Die  Führer  des  Heeres,
durch  die  demselben  unbekannte  Landschaft  wohl  zinspflichtige
Slavenhäuptlinge 2 ),  waren  von  Bolestaw  bestochen  worden  und  zugleich ­
  durch  Besorgnisse  um  die  Sicherheit  ihres  Eigenthums  geleitet.
In  böswilliger  oder  selbstsüchtiger  Absicht  also  führten  sie  den  König
durch  wiiste  und  sumpfige  Gegenden  im  Kreise  umher  und  gaben
sich  alle  Mühe  sein  Vorrücken  gegen  den  Feind  zu  verzögern,  was
auch,  wenn  man  bedenkt,  dass  der  König  am  16.  August  Liezka
verliess  und  erst  am  6.  September  die  Spree  erreichte,  vollkommen
gelang.  Die  hier  erwähnten  Sumpfgegenden  dürften  der  Spreewald
sein 3 ).  Von  da  erreichten  sie  den  Gau  Nice  auf  ihrem  Marsche  und
lagerten  an  der  Spree,  d.  h.  wohl  an  deren  rechten  Ufer.  Da  brachte
Thiedbern 4 ),  ein  edler  Bitter,  in  Erfahrung,  dass  der  Feind  die  Flanke
der  Deutschen  heimlich  bedrohe  und  fasste,  um  sich  besonderen  Ruhm
zu  erwerben,  den  Entschluss,  mit  einer  heimlich  auserlesenen  Schaar
den  Feind  zu  überlisten.  Allein  der  Feind  war  auf  seiner  Hut.  Um
ihre  Verfolger  desto  erfolgreicher  verwunden  zu  können,  flohen  die
Polen  zwischen  einen  Haufen  gefällter  Hölzer  und  schossen  durch
den  Verhau  geschützt,  Pfeile,  ihre  gewöhnliche  Vertheidigungswaffe,
  auf  ihre  unvorsichtig  nachsetzenden  Gegner  ab.  Da  fielen
zuerst  Thiedbern  selbst,  dem  sich  noch  vor  kurzem  der  König
gnädigerwiesen  5 ),  sodann  Bernhard,  Isi  und  Benno  “)  aus  dem  Dienstmannengefolge ­
  des  Bischofs  Arnulf  von  Halberstadt,  und  noch  viele
andere  Gefährten  derselben,  am  6.  September  1005  7 ).  Ihre  Leich-!
 )  „cxercituin  noslrum  ...  H.  et  J.  duces  .  .  .  laetificunt  maiornque  consilii  et
fortitudinis  spe  roborant“.  Falsch  verstanden  von  Szajnocha,  Bol.  Ch.  124:  „bo
to  i  lepsza  rada  i  wieksza  zaraz  odwaga,  gdy  liczba  wieksza“.
2 )  Dieser  Ansicht  ist  auch  Hirsch,  .lahrb.  1,  371  und  vermufhet  sie  in  den  später  hingerichteten
  Boris  und  Nezemuiscl.
3 )  Was  auch  W.  v.  Giesebrecht,  G.  d.  d.  Ks.  Zt  1,  43  an  nimmt.
"*)  Das  Folgende  wird  von  Wawrowski  p.  43  sehr  ungenau  wiedergegeben.
5 )  S.  oh.  Thietm.  1.  6.  c.  12.
6 )  =  Bernhard.  Ann.  Quedlinb.  1005,  wo  auch  Jsi  als  Nominativ  steht;  bei  Thietm.
ist  Isin  Accusativ.
7 )  Kalend.  Merseburg,  weicht  von  Thietm.  ab;  denn  es  verzeichnet  zum  7.  Sept.:
„Ysi  laicus,  Oddo  laicus  cum  aliis  occisi  sunt.  h.  V.  (Iiora  quinta).“  Eine  Vergleichung ­
  lehrt,  dass  „hora  V“  hier  nicht  auf  das  historische  Factum  bezogen
werden  darf,  sondern  ein  Kalendar-Datum  jener  Monatstage  ist.  Vgl.  jetzt  „das
alte  Merseburger  Todtenbueh“  von  E.  Diimmler  in  den  „neuen  Mittheilungen  des
            
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