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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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2  e  i  s  s  b  e  r  g l

mualdi  ausgesprochen,  der  apostolische  Stuhl  habe  als  Gegenleistung,
wie  von  Stephan,  die  Zahlung  des  Peterspfennigs  verlangt.  Die  Kirche
habe  sich  auf  jene  Schenkung  Oda's  gestützt,  Boleslaw  aber  den  Peterspfennig ­
  nicht  als  Tribut,  sondern  blos  als  Unterstützung  des  Pahstes
betrachtet  wissen  wollen.  Er  konnte  aus  Rücksicht  auf  die  neugetauften
nicht  eingehen  auf  des  Pahstes  Ansinnen:  er  wollte  es  auch  aus  eigener
Überzeugung  nicht.  Er  wollte  nicht,  frei  geworden  von  den  Banden,
die  ihn  an  den  Kaiser  gefesselt  hatten,  sich  nun  an  den  Pabst  ketten.
Lelewel  bezieht  aber  auf  die  Bemühungen  um  die  Salbung  bei  dem
Pabste  auch,  wasThietmarl.  VI.  C:S6  über  Bolestaw’s  Ränke  in  Italien
wider  Kaiser  Heinrich  und  seine  hei  dem  Pabste  vorgebrachte  Entschuldigung ­
  erzählt.  Heinrich  hintertrieb  die  Salbung  damals  und
darüber  entstand,  es  war  nach  dem  Merseburger  Frieden  von  1013,
der  neue  Hader  zwischen  den  beiden  Fürsten.  So  weit  Lelewel  4 )-Allein
  gegen  diese  fortlaufende  Nebeneinanderstellung  der  ungesehen ­
  und  der  polnischen  Krone  lässt  sich  mit  Büdinger«)  einwenden: ­
  „So  wenig  wie  mit  jener  französischen  Königswahl,  welche  die
Stellung  des  Erwählten  in  allen  rechtlichen  Beziehungen  im  innern
änderte,  lässt  sich  die  Annahme  des  königlichen  Titels  mit  jener  vergleichen, ­
  die  später  von  Seite  eines  andern  Zeitgenossen  Stephan’s
stattfand:  indem  Boleslaw  Chrobry  sich  nach  Heinrich’s  II.  Tode  die
Krone  auf  das  Haupt  setzte,  gab  er  der  Lossagung  des  polnischen
Reiches  von  dem  Lehnsverbande  des  deutschen  Königthums  den  herausfordernden ­
  Ausdruck;  wie  oft  waren  doch  sein  Vater  und  er  selbst
am  deutschen  Hofe  zur  Huldigung  erschienen,  die  er  durch  jenen  Act
für  die  Zukunft  versagte.  Die  Beherrscher  der  Ungern  aber  waren
nicht  nur  nicht  in  ein  Ahhängigskeitsverhältniss  getreten;  sic  mussten
schon  als  die  natürlichen  Verbündeten  des  deutschen  Reiches  gegen
die  slavischen  Mächte  betrachtet  werden,  gegen  Polen  namentlich,
das  in  raschem  Machtzuwachse  sich  ausdehnte  und  den  Osten  des
Reiches  mehr  und  mehr  gefährdete.“  Man  wird  hinzufügen  dürfen,
die  polnische  Krone,  die  Boleslaw  später  sich  anmasste,  ja  selbst
die  politische  Veränderung,  welche  im  Jahre  1000  vorging,  war  das
Gegentheil  jener  beiden  angezogenen  Beispiele.  In  der  staatsrechtlichen ­
  Stellung  Stephan’s  nach  aussen  und  auch  nach  innen  änderte
die  Krönung  nichts.  In  Frankreich  hatte  der  Act  eine  Änderung

0  1.  c.  S.  78.
3 )  Östcrr.  Gosch.  I,  401,
            
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