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Zeissberg
Mit diesen Worten endigt die Chronik. Wie man nun auch über
die Abfassungszeit dieser Quellen urtheilen mag, — ich halte dafür,
dass sie nicht vordem 13. Jahrhundert entstand, — immerhin lehrt
die oberflächlichste Betrachtung derselben, dass wir in ihr das tollste
Gemisch von Märchen besitzen, von dem mit Ausnahme der dem
Leben Stephans von Hartwig entlehnten Theile kaum auch nur die
Namen wirklichen Personen entsprechen. Mesco erscheint wohl als
Gemal Dubrawka's und diese als Boleslaw's Mutter; aber was wieder
von dieser Mutter BolesJaw’s selbst und von Seczech erzählt wird,
zeigt, dass BolesJaw I. mit Bolestaw II. oder III. und mit Wtadystaw
Hermann confundirt wird. Unzweifelhaft ist daher Hartwig's Bericht
älter als diese Chronik. Dagegen enthalten sowohl die zeitgenössischen
als die ältesten polnischen Quellen, ja selbst manche der späteren
nichts von der Gesandtschaft, insbesondere und natürlich jene nicht,
die von Otto’s Besuch in Gnesen und der dabei stattgehabten Krönung
Boleslaw’s sprechen. Denn beide Darstellungen schliessen sich gegenseitig
aus. Erst Darstellungen einer sehr späten Zeit haben auch diesen
Widerspruch zu lösen gewusst. Von den ungarischen Berichten
wissen Kheza, Chronicon Budense und Thwrocz in der von Hartwig
ausgeführten Weise von der Gesandtschaft nichts, obwohl sie die
Gesandtschaft Stephan’s an den Pabst und die Verleihung der Krone
kennen. Von polnischen Quellen nennen Mesco’s Gesandtschaft zuerst >)
die annales Cracovienses compilati, wo die Bischöfe Affricus und Lambert
heissen (ohne Bezeichnung ihres Bisthums), der Pabst Silvester.
Die kurze Notiz ist von da in die Annales Pol. I—IV. (a. 1001.1001.
1001. 1000) mit Ausnahme des cod. 3 a übergegangen. Das in dem
mir von A. Bielowski gezeigten codex der vita S. Stanislai fehlende
Schlusscapitel der Ausgabe Bandtke's schöpfte aus: „descriptionibus
annalium Polonorum“ und der „vita beati Stephani regis Ungarorum.“
Die ann. Polon. auf die sich die vita beruft, sind aber, wie die wörtliche
Übereinstimmung lehrt, eben das chron. mixtum. Zu Schluss
heisst es: „Ideo forte usque ad hec tempora regalia insignia, coronam
videl. sceptrum et lanceam in armario Cracoviensis ecclesie, que
est urbs regia, servato recondita usque dum ille ueniat, qui vocatus
*) Gfrörer (Allg. Kirch. Gesch. III, 3, 1539 und Gregor VII. V, 877) irrt, wenn er
behauptet. Martinus Gallus berichte übereinstimmend mit Hartwich, dass die Stefan
verliehene Krone eigentlich für Bolesfaw bestimmt gewesen sei.