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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

Mit  diesen  Worten  endigt  die  Chronik.  Wie  man  nun  auch  über
die  Abfassungszeit  dieser  Quellen  urtheilen  mag,  —  ich  halte  dafür,
dass  sie  nicht  vordem  13.  Jahrhundert  entstand,  —  immerhin  lehrt
die  oberflächlichste  Betrachtung  derselben,  dass  wir  in  ihr  das  tollste
Gemisch  von  Märchen  besitzen,  von  dem  mit  Ausnahme  der  dem
Leben  Stephans  von  Hartwig  entlehnten  Theile  kaum  auch  nur  die
Namen  wirklichen  Personen  entsprechen.  Mesco  erscheint  wohl  als
Gemal  Dubrawka's  und  diese  als  Boleslaw's  Mutter;  aber  was  wieder
von  dieser  Mutter  BolesJaw’s  selbst  und  von  Seczech  erzählt  wird,
zeigt,  dass  BolesJaw  I.  mit  Bolestaw  II.  oder  III.  und  mit  Wtadystaw
Hermann  confundirt  wird.  Unzweifelhaft  ist  daher  Hartwig's  Bericht
älter  als  diese  Chronik.  Dagegen  enthalten  sowohl  die  zeitgenössischen
als  die  ältesten  polnischen  Quellen,  ja  selbst  manche  der  späteren
nichts  von  der  Gesandtschaft,  insbesondere  und  natürlich  jene  nicht,
die  von  Otto’s  Besuch  in  Gnesen  und  der  dabei  stattgehabten  Krönung
Boleslaw’s  sprechen.  Denn  beide  Darstellungen  schliessen  sich  gegenseitig ­
  aus.  Erst  Darstellungen  einer  sehr  späten  Zeit  haben  auch  diesen
Widerspruch  zu  lösen  gewusst.  Von  den  ungarischen  Berichten
wissen  Kheza,  Chronicon  Budense  und  Thwrocz  in  der  von  Hartwig
ausgeführten  Weise  von  der  Gesandtschaft  nichts,  obwohl  sie  die
Gesandtschaft  Stephan’s  an  den  Pabst  und  die  Verleihung  der  Krone
kennen.  Von  polnischen  Quellen  nennen  Mesco’s  Gesandtschaft  zuerst  >)
die  annales  Cracovienses  compilati,  wo  die  Bischöfe  Affricus  und  Lambert ­
  heissen  (ohne  Bezeichnung  ihres  Bisthums),  der  Pabst  Silvester.
Die  kurze  Notiz  ist  von  da  in  die  Annales  Pol.  I—IV.  (a.  1001.1001.
1001.  1000)  mit  Ausnahme  des  cod.  3  a  übergegangen.  Das  in  dem
mir  von  A.  Bielowski  gezeigten  codex  der  vita  S.  Stanislai  fehlende
Schlusscapitel  der  Ausgabe  Bandtke's  schöpfte  aus:  „descriptionibus
annalium  Polonorum“  und  der  „vita  beati  Stephani  regis  Ungarorum.“
Die  ann.  Polon.  auf  die  sich  die  vita  beruft,  sind  aber,  wie  die  wörtliche ­
  Übereinstimmung  lehrt,  eben  das  chron.  mixtum.  Zu  Schluss
heisst  es:  „Ideo  forte  usque  ad  hec  tempora  regalia  insignia,  coronam
  videl.  sceptrum  et  lanceam  in  armario  Cracoviensis  ecclesie,  que
est  urbs  regia,  servato  recondita  usque  dum  ille  ueniat,  qui  vocatus

*)  Gfrörer  (Allg.  Kirch.  Gesch.  III,  3,  1539  und  Gregor  VII.  V,  877)  irrt,  wenn  er
behauptet.  Martinus  Gallus  berichte  übereinstimmend  mit  Hartwich,  dass  die  Stefan
verliehene  Krone  eigentlich  für  Bolesfaw  bestimmt  gewesen  sei.
            
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