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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

Privilegien  der  römischen  Curie  geöffnet,  vor  allem  Volke  laut  verlesen
und  beiden  Völkern  wird  die  Bestätigung  des  Friedens  und  der  Freundschaft ­
  verkündet.  Das  Volk  giebt  beiderseits  seine  Zustimmung  und
beschwört  den  Frieden  eigenhändig.  Dann  wird  der  Gesang:  „benedicta
  sit  sancta  trinitas“  angestimmt  und  es  werden  noch  acht  Tage  in
Fröhlichkeit  zugebracht.  Dann  ziehen  das  ganz  Heer  der  Polen  und  ihr
Herzog  reichlich  beschenkt  über  die  Burg  Salis  heim,  Stephan  abei'
kehrt  nach  seinem  Lieblingssitze  Stuhlweissenburg  zurück.“  Der
weitere  Verlauf  von  Stephans  Leben  wird  sodann  wieder  mit  Hartwig’s ­
  Worten  erzählt.  Dabei  hebe  ich  als  eigenthümlich  hervor,  dass
Emmerich  oder  Henricus  „nobilis  dux  Sclavoniae“  genannt  wird.
Das  folgende  gehört  nun,  strenge  genommen,  nicht  mehr  in  diese
Untersuchung,  ist  aber  zu  berücksichtigen,  da  es  uns  einen  tieferen
Einblick  in  die  Natur  der  vorliegenden  Quelle  gewähren  dürfte.  Nach
Emmerich’s  Tode  gebiert  dem  Stephan  seine  Gemalin  noch  drei
Söhne  Leventha,  Petrus  und  Bela.  Sechs  Monate  nach  der  Geburt  des
letzteren  stirbt  sie.  Stephanheirathet  aber  noch  einmal,  eineDeutsche,
die  Schwester  des  Königs  von  Deutschland,  mit  der  ein  jüngerer
Bruder  derselben,  Heinrich,  ins  Land  kömmt.  Stephan  stirbt,  nachdem
er  zum  Vormünder  seiner  Söhne  Kaulund  die  Landesbischöfe  bestimmt,
und  zum  Reichsverweser  Alba  mit  Zustimmung  der  Grossen  eingesetzt ­
  hat.  Aber  die  Königin  sinnt  böses  wider  Alba  und  sucht  die
Söhne  Stephan’s  und  Alba  aus  dem  Wege  zu  räumen  um  ihren  Bruder
Heinrich  auf  den  Thron  zu  erheben.  Sie  räth  ihrem  Bruder  endlich,
nach  Deutschland  zu  gehen  und  von  dort  mit  Heeresmacht  wieder  zu
kommen.  Dies  geschieht  und  Heinrich  siegt  bei  Gran')  über  Alba.
Alba  und  Kaul  fliehen  mit  den  3  Söhnen  Stephans  L.,  B.  u.  P.  nach
Polen  zu  deren  Grossmutter,  der  Grossherzogin  von  ganz  Polen 2 )
Dambrovca  s).  Diese  war  nämlich  damals  Wittwe,  und  erzog  ihren
Sohn  Bolesiaw,  der,  ein  tapferer  Jüngling  von  18  Jahren,  die
zarten  Waisen  von  so  edler  Abkunft  innig  liebte  und  ihre  edlen

! )  „ex  ista  parte  civitatis  Strigoniensis“.
2 J  „magnam  ducissam  totius  Poloniae“.
s )  Die  Genealogie  dieser  Chronik  wäre  also:

Geisa  X  Athleita

Mescho  X  Dambrovea

Stefan
Leventa,  Bela  und  Petrus.

ßoleslaus.
            
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