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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinr.  II.  mit  Herzog  Bolesfaw  I.  von  Polen.

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nach  dem  Auszuge  aus  dem  östlichen  Ungarn,  sich  slavische  und
chrwatische  Weiher  zu  nehmen  und  friedlich  niederzulassen.  Er  selbst
heiratet  die  Tochter  des  Fürsten  der  Sclaven,  desgleichen  heiraten
die  Leute  seines  Heeres  Frauen  desselben  Stammes.  Er  überschreitet
sodann  die  Drau  und  gelangt  in  flaches,  fruchtbares  Land,  welches
Hirten  bewohnen.  Aquila  bricht  dann  auf  über  die  Thisa  und  findet
hier  noch  geräumigeres  Land,  das  ihm  mehr  behagt,  das  er  Ungarn
nennt  und  unter  seine  Fürsten  vertheilt.  Aquila’s  Sohn  ist  Columan,
der  eine  Chrwatin  zum  Weibe  nimmt.  Columan’s  Solm  aber  ist
Bela,  der  sich  nach  des  Vaters  Tode  nach  Aquileja  begibt  und  eine
Griechin  aus  Cpel  heiratet.  Nach  Sclavonien,  das  der  Grossvater  Ungarn ­
  geheissen,  zurückgekehrt,  gebiert  ihm  sein  Weih  einen  Sohn
Jesse,  der  sich  aus  Krakau  i)  in  Polen,  Athleit,  Herzog  Mescho’s
Schwester,  zur  Gemalin  nimmt.  Sie  ist  Christin,  wohl  unterrichtet  im
Lesen  und  in  der  h.  Schrift.  Sie  fängt  an  ihren  Gatten  zu  bekehren
und  bestimmt  ihn,  die  in  sein  Reich  kommenden  Christen  freundlich
aufzunehmen.  Zuletzt 2 )  lässt  er  sich  und  die  seinigen  taufen.  Während
er  aber  damit  beschäftigt  ist,  die  heidnischen  Bräuche  auszurotten  und
Bisthümer  zu  errichten,  hat  er  eine  himmlische  Erscheinung.  Bei
Tagesanbruch  steht  vor  seinem  Lager  ein  schöner  Jüngling  und
sagt:  Friede  sei  mit  dir,  Jesse,  Gott  geliebter  Christ;  sei  getrost,
denn  was  du  willst  ist  dir  gewährt.  Von  dir  wird  ein  Sohn  stammen,
dem  Gott  alles  dies  anzuordnen  überlassen  wird.  Er  wird  einer  der
von  Gott  erwählten  Könige  sein,  der  die  irdische  mit  der  himmlischen
Krone  vertauschen  wird.  Doch  wird  ein  Geistlicher  zu  dir  kommen.
Diesen  nimm  ehrenvoll  auf  hei  dir  und  schenke  seinen  Ermahnungen
dein  Gehör.  Er  erwacht  und  dankt  Gott.  Und  siehe  da!  er  empfängt
die  Nachricht,  der  h.  Adalbert,  Bischof  von  Böhmen  sei  da,  um  ihn
zu  bekehren.  Er  nimmt  ihn  ehrenvoll  auf;  das  Volk  sammelt  sich
um  den  Ankömmling,  hört  seine  Predigten  und  lässt  sich  taufen.
Danach  s)  hat  Athleide,  sein  Weib,  als  ihre  Entbindung  herannaht,
folgendes  Gesicht.  Es  erscheint  ihr  der  h.  Stephan,  im  Levitenkleide,
im  Traume  und  spricht:  Vertraue  auf  Gott,  A.,  denn  du  wirst  einen

t)  Worte,  aus  denen  Bielorvski  der  überhaupt  die  Bedeutung  dieser  Quelle  überschätzt,
  (Krolestwo  Galicyi  in  der  Bibi.  Ossolinskich  I,  161)  zu  viel  liest.
2 )  von  hier  an  lautet  der  Bericht  wörtlich  gleich  der  vita  S.  Stefani  maior  und
Hartwigs.
°)  Das  folgende  ist  wieder  ausschliesslich  dem  Chron.  mixt,  eigenthiimlioh.
            
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