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Zeissberg-Christen
verfolgt; aber fast keinen Herrscher gibt es, der die Heiden
zwänge in die Kirche einzutreten“, Worte, die sehr unzweideutig auf
König Heinrich und dessen gegen Bolestaw gerichtetes Biindniss mit
den Redariern zu beziehen sind. Daneben wird freilich Heinrich auch
einmal wegen der Wiederherstellung des Bisthums Merseburg's
gerühmt; aber auch Bolestaw wird ohne ein Wort des Tadels, wie
man ihn doch an dem Reichsfeinde erwarten sollte, erwähnt und der
Verlust Prag's bedeutsam verschwiegen.
Die in diesem Abschnitte behandelten und mit jenem Martyrium
verknüpften Bemühungen Bolestaw’s um die Krone haben höchst
wahrscheinlich zu einer von der hier geschilderten historischen sehr
abweichenden späteren Darstellung Anlass gegeben, die ich, da sie
völlig sagenhaft ist, im folgenden Abschnitte besonders in Betracht
ziehe.
IV.
Diese Darstellung begegnet zuerst in der von Hartwig verfassten
Lebensbeschreibung des h. Stephan '). Es wird da erzählt, dass unter
den aus fremden Landen — namentlich Polen — in Ungarn einwandernden
Priestern und Mönchen sich auch Astricus-Anastasius befand,
der dem Kloster am „eisernen Berge“ eine Zeitlang als Abt Vorstand,
sodann Bischof von Kalocsa wurde und im Aufträge Stephan’s nach
Rom ging, um dort die Bestätigung der kirchlichen Einrichtungen des
Ungernfürsten und zugleich diesem das königliche Diadem zu erwirken,
damit er geschmückt mit demselben, das begonnene mit Gottes
Gnade fester begründen könne. „Eben damals“, heisst es nun in
jener Quelle „sandle auch Misca, der Polenherzog, der mit den seinigen
das Christenthum angenommen hatte, an den Bischof Rom's und
bat gleichfalls urn den apostolischen Segen und um die Königskrone.
Der Papst zeigte sich dieser Bitte geneigt und liess eine kostbare
Krone anfertigen, die er jenem mit seinem Segen zu senden beschloss.
Da aber der Herr, der Mathias den zwei von den Aposteln
zum Apostel auserkornen vorzog, die seinen kennt, hatte er
beschlossen, seinen geliebten Stephan mit der irdischen Krone zu
schmücken, der sodann die ewige folgen sollte. Am bestimmten Tage
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