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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  fleinr.  II.  mit  Herzog 1  Bolesfaw  I.  von  Polen.

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2S.  Dec.  1003  i).  Auch  sind  wir  leider  über  die  Geschichte  gerade
dieser  beiden  Päpste  schlecht  unterrichtet.  Die  beiden  Mönche,  welche
Boleslaw  an  den  Papst  senden  wollte,  scheinen  deutscher  Herkunft
gewesen  zu  sein.  Denn  sie  erlernten  mühsam  die  polnische  Sprache
und  überhaupt  befanden  sich  2)  um  Romuald  viele  Deutsche,  darunter
auch  der  h.  Brun,  der  desshalb  mit  Recht  von  dem  Verfasser  des
chronicon  Halberstadense  s)  aus  dem  13.  Jh.  als  Klosterbruder  der
beiden  Mönche  Benedict  und  Johannes  bezeichnet  wird,  mit  denen
er  in  einer  Einöde  gewohnt  hatte,  nur  dass  nicht,  wie  dieselbe
Quelle  fälschlich  bemerkt,  Brun  sondern  Romuald  die  beiden
Brüder  nach  Polen  sandte.
Für  Boleslaw  und  sein  Land  knüpfte  sich  an  den  Märtyrertod
jener  Männer,  wie  ähnliches  gar  oft  im  Mittelalter  der  Fall  war,
manichfacher  Segen  und  Vortheil.  Des  Polen  Haupt  umgab  die  eifrige
Förderung,  die  er  einst  dem  grossen  Adalbert,  dann  diesen  fünf
Männern  und  endlich  jedem  apostolischen  Werke  zu  Theil  werden
Hess,  in  den  Augen  des  Clerus  mit  ganz  besonderem  Glanze.  Man  vergass
  über  diese  Verdienste,  durch  die  er  den  mächtigen  deutschen
Herschern  nachahmte,  die  Anmassung,  und  Begehrlichkeit,  die  er
gegen  die  benachbarten  sächsischen  Fürsten  bewiesen.  Dies  verwirrte
unwillkürlich  das  Urtheil  über  seinen  Gegner  Heinrich  II.,  dem  man
vorwarf,  dass  er  im  Bunde  mit  einem  heidnischen  Volke,  den  Liutizen,
den  tapferen  Vorkämpfer  Christi  bekriegte.  Dieser  Vorwurf  ist  leise
angedeutet  in  der  im  Jahre  1004  verfassten  vita  S.  Adalberti,  deren
Verfasser  Brun  von  Querfurt,  wie  sich  unten  zeigen  wird,  später
noch  bestimmter  dasselbe  an  Heinrich  II.  zu  tadeln  findet.  „Wehe“  !
ruft  derselbe  klagend  aus,  „unserer  bejammernswerthen  Zeit!  in  der
kein  König  sich  darum  kümmert,  die  Heiden  zu  bekehren,  als  ob  es
Gott  im  Himmel  befehle.  Sie  haben  ihren  Ruhm,  0  Herr,  nicht
Deinen  Gewinn  im  Auge.  Seit  dem  heiligen  Kaiser,  dem  grossen  Constantin
  und  seit  dem  vortrefflichen  Vorhilde  der  Frömmigkeit,  Karl,
haben  sich  den  Ruhm  der  Heidenbekehrung  nur  wenige  mit  Recht
erworben;  ja  leider  kömmt  wohl  vor,  dass  einmal  ein  Fürst  einen

0  Gregorovius,  G.  d.  St.  R.  IV,  8.
2 )  Nach  vita  S.  Romualdi  c.  26.
3 )  incerti  auctoris  saec.  XIII.  chron.  Halherstad.  hsg.  von  Dr.  W.  Schatz.  II.  iS30
P8-  22.
            
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