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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Kaiser  Heinrich  aber  wusste  wohl  um  Busclav’s  Absichten  und  liessallc
Strassen  bewachen,  um,  wenn  Busclav  nach  Rom  Gesandte  schicken
sollte,  ihrer  habhaft  zu  werden.  Der  Mönch  aber,  welcher  vor  kurzem
von  den  hh.  Märtyrern  war  abgesandt  worden,  wurde  gelangen  genommen ­
  und  in  Gewahrsam  gebracht.  Nachts  aber  besuchte  ihn  ein
Engel  Gottes  im  Kerker  und  zeigte  ihm  an,  dass  jene,  die  ihn  abgesandt, ­
  nicht  mehr  am  Leben  seien.  Alsbald  that  ihm  der  Engel  die
Thiire  des  Kerkers  auf  und  sagte  ihm,  an  dem  Flusse,  über  den  er
setzen  musste,  harre  ein  Fahrzeug  seiner.  Der  Mönch  eilte  dahin  und
fand,  wie  der  Engel  gesagt“.
Soweit  Petrus  Damiani.
Das  Datum  der  Gesandtschaft  Bolestaw’s  um  die  Krone  geben
die  kurzen  annalistischen  Aufzeichnungen  Polens,  die  zum  Theile,  wie
die  annales  Cracovienses  vetusti,  mindestens  eben  so  alt  sind  als
Damiani.  Diese  ann.  Cracov.  vetusti  enthalten  zum  J.  1003  die  Notiz:
„heremitae  quinque  in  Polonia  martirizati  sunt“.  An  der  Identität
dieses  Factums  mit  dem  von  Damiani  berichteten  kann  nach  einer
Vergleichung  mit  dem  von  den  polnischen  Annalen  gewiss  unabhängigen ­
  Cosmas  (s.  u.),  nicht  gezweifelt  werden.  Das  Jahr  1003  widerholen ­
  von  den  polnischen  Annalen,  die  der  Sache  überhaupt  erwähnen,
die  besten,  i)  und  dies  ist  auch  durchaus  glaubwürdig,  da  man,  wenn
es  in  Petri  Damiani  s  Berichte  substituirt  wird,  auf  997  als  Jahr  der
Absendung  beider  Mönche  nach  Polen  durch  Romuald  kömmt.  Nun  starb
aber  gerade  damals  der  h.  Adalbert  den  Märtyrertod  und  dies  mag  Bolesfaw
  veranlasst  haben,  die  Bitte,  um  die  Zusendung  anderer  Glaubensboten ­
  an  den  Kaiser  zu  richten.  Auch  passt  1003  desshalb  besser  als  das
J.  1004  bei  Cosmas  (s.  u.)  weil  in  flem  für  das  Martyrium  überlieferten
Monate  d.  J.  1004  Bolesiaw  Prag  verloren  hat  und  nicht  wahrscheinlich
ist,  dass  er  erst  nach  diesem  Verluste,  da  alles  so  ungünstig  für  ihn
stand  ,  nach  der  Krone  getrachtet  haben  wird.  Auch  bezüglich  der
Zahl  der  Märtyrer  bewähren  sich  die  polnischen  Quellen.  Die  alten
Krakauer  Annalen  haben  die  Zahl  fünf:  Damiani  nur  vier,  die  ann.
Polonorum  I.  III.  IV.  sechs 2 ),  indem  sie  vielleicht  den  ausgesandten

*)  Die  ann.  Cracov.  breues,  ann.  capituli  Cracoviensis,  ann.  Polonorum  II.  (während
I.,  III.,  IV.  1005  haben)  ann.  Kamenzenses,  ann.  Miechovienses,  ann.  scae  crucis
Polonici.  Nur  die  ann.  bei  Mizler  III,  181  haben  1002  und  jene  obige  Quelle  1005.
2 )  ann.  cracov.  breves,  ann.  bei  Mizler  I.  c.  ann.  Polon.  II.  ja  selbst  ann.  Michov.  und
ann.  sanetae  Crucis  Pol.  haben  keine  Zahl.
            
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