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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Z  e  i  8  s  b  e  r

3  os
Otto  in  Italien  weilte,  stellte  —  so  erzählt 1 )  der  um  die  Mitte  des
11.  Jahrh.  lebende  Verfasser  jener  vita,  Petrus  Damiani  —  der2)
slavonische  König  Busclavus  das  Ansuchen,  ihm  Geistliche  zu  senden,
welche  sein  Volk  zum  Glauben  erweckten.  Der  Kaiser  wandte  sich
sofort  an  Romuald  und  bat  diesen,  ihm  einige  von  seinen  Schülern
zu  dem  besagten  Zwecke  zu  überlassen.  Allein  Romuald  wollte  in  dieser
Sache  nicht  von  der  ihm  als  Vorsteher  zukommenden  Gewalt  Gebrauch ­
  machen,  sondern  stellte  seinen  Schülern  die  Wahl  frei,  oh
sie  bleiben  oder  gehen  wollten.  Zuletzt  fanden  sich  nur  zwei  von
allen  bereit  zu  gehen,  Johann  und  Benedict.  Als  sie  zu  Busclavus
kamen,  lebten  sie  zuerst  sechs  Jahrelang  in  einer  Einsiedelei,  wo
sie  von  Busclavus  Unterhalt  bekamen  und  sich  eifrig  mit  der  Erlernung ­
  der  slavonischen  Sprache  beschäftigten.  Im  siebenten  Jahre
aber,  als  sie  die  Landessprache  bereits  vollkommen  inne  hatten,
sandten  sie  einen  Mönch  nach  Rom,  um  sich  vom  Papste  die  Erlaubnis ­
  zur  Predigt  zu  erwirken.  Auch  gaben  sie  dem  Boten  den  Auftrag, ­
  einige  Schüler  des  heil.  Romuald  mit  sich  zu  bringen,  die,  an
das  einsame  Leben  gewöhnt,  mit  ihnen  im  Lande  der  Sclaven  wohnen ­
  sollten.  Dies  erfuhr  Busclav  und  da  er  die  Krone  seines  Reiches
kraft  päpstlicher  Autorität  empfangen  wollte,  bat  er  jene,  dass  sie
viele  Geschenke  von  ihm  dem  Papste  überreichten  und  ihm  eine
Krone  dafür  von  dem  päpstlichen  Stuhle  überbrächten.  Sie  versagten
jedoch  die  Erfüllung  dieser  Bitte,  indem  sie  sprachen:  Wir  gehören
einem  geheiligten  Stande  an;  daher  ziemt  es  uns  nicht,  weltliche
Angelegenheiten  zu  betreiben.  Sie  verliessen  also  den  König  und
kehrten  zu  ihrer  Zelle  zurück.  Nun  hatten  aber  einige  Männer  von
des  Königs  Absicht,  aber  nicht  von  der  Antwort  der  Mönche  vernommen.
Diese  thaten  sich  zusammen  und  da  sie  meinten,  die  Mönche  hätten
das  viele  Geld,  um  es  dem  Papste  zu  überbringen,  mit  sich  genommen,
beschlossen  sie,  die  Mönche  Nachts  in  ihrer  Einsiedelei  zu  überfallen,
zu  tödten  und  des  Geldes  sich  zu  bemächtigen.  Sobald  nun  die
Mönche  hörten,  dass  jene  in  ihre  Zelle  einzubrechen  versuch-Bretislaw

  ihre  Leiber  nach  Böhmen  überführte?  Für  1003  als  Zeitpunkt  des  Martyriums ­
  erklärte  sich  Hirsch  Jahrb.  d.  d  R.  1,304  Exc.  VIII;  für  1004  Griinhagen  in
den  „Regesten  zur  schlesischen  Geschichte,“  für  1008  Papst  in  Hirsch’**  Jahrb.  d.
d.  R.  11,  383  Anm.  4.
vita  S.  Romualdi  c.  48.
2 )  Bereits  c.  19  erwähnte.
            
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