Die Kriege K. Heinr. IF. mit Herzog Bol es Ja w I. von F*olen.
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des Herzog’s Jaromir auf der Jagd, au einen Ort, Welis genannt,
und als sie durch ein Gerücht erfahren, was mit dem Herzoge in
Polen geschehen war, sagten sie: Was ist das für ein kleiner Mensch,
schwächer als Tang, der über uns stehen und unser Herr heissen soll?
Gibt es denn nicht unter uns einen bessern und würdigeren zur
Herrschaft? 0 des schlechten Herzens! o des schlechten Geistes! Was
sie überlegen, da sie nüchtern sind, thun sie öffentlich in der Trunkenheit.
Denn wie ihre Schlechtigkeit Feuer ting und durch den
Wein an Stärke zunahm, ergreifen sie ihren Herrn, binden ihn grausam
und heften ihn nackt und rücklings an Händen und Füssen mit
hölzernen Nägeln an den Boden, umreiten ihn in kriegerischem
Reigen, und reiten selbst über den Körper ihres Herrn. Als dies
einer seiner Leute, Dovora i), sieht, eilt er flugs nach Prag und
meldet, was hier geschehen, alsbald den Freunden des Herzogs,
und zur Stunde führt er sie an die Stelle des Frevels. Sobald jene
Übelthäter diese bewaffnet über sich herkommen sehen, fliegen sie
wie die Fledermäuse in die Schlupfwinkel des Waldes. Aber jene
finden den Herzog von Fliegen zerstochen, halb todt, da wie ein
Bienenschwarm die Fliegen über seinen entblössten Körper herfielen,
binden ihn los und f ühren ihn auf einem Wagen in die Burg Wissegrad.
Dem Diener Dovora aber, dem alles Lobes würdigen Freunde
des Herzogs, wird nach Verdienst folgende Gnade zu Theil. Ein Herold
nämlich verkündet auf -allen Märkten, dass sowohl Davor,i selbst,
als seine Nachkommen unter die edlen und freigebornen in alle Zukunft
aufgenommen seien. Ausserdem erhält er die Würde des Landesjägermeisters,
welche an dem Hofe Zbeena haftet, und welche Enkel
und Urenkel seitdem bis heute s) besitzen. Während dies in Böhmen
geschieht, bricht Herzog Mesco mit einem starken polnischen Heere
auf, bemächtigt sich der Burg Prag und hält sie durch zwei Jahre
1000 und 1001 besetzt. Nur die Burg Wissegrad blieb ihrem Herzoge
getreu, unerschrocken und uneinnehmbar, ln jenen Tagen schickte
derselbe Herzog Mesco seine Boten an den Kaiser, indem er ihm
eine ungemein grosse Summe Geldes zusandte und zu senden versprach,
auf dass er ihm den Sohn Herzog Boleslaw’s Udalrich, der
0 „bei allen späteren Hovora“ Hirsch, 1, 491.
~) Stebecna d. i. Zbecna im Satzer Kreise.
3 t Dies sag-t auch noch Job. Marignola bei Debiler 11, 145.
Sitzb. d. pliil.-hist. CI. LVI1. ßd. II. Hit.
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