Die Kriege K. Heim*. II. mit Herzog Boleslaw I. von Polen.
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Bautzen und Böhmen hatte Boleslaw nach kurzem Besitze
wieder verloren; nur die Niederlausitz und Mähren behauptete er
auch fernerhin als werthvolle Stützpunkte, von denen aus das misslungene
Werk sich noch einmal versuchen liess. Eine Natur, wie
jene des Polenherzogs schrickt nicht vor den nächsten Unfällen und
aufstossenden Schwierigkeiten zurück; erst, nachdem er fast ein
Lehen an den durch Heinrichs Wachsamkeit und die Treue des
Böhmenherzogs vereitelten Plan gesetzt hatte, gab er diese Bemühungen
auf und wandte den Blick gegen Osten, wo ihm ein gleich
hoher, müheloserer Preis zu winken schien.
Frägt man zuletzt nach den Ursachen, an denen für diesmal
Boleslaw’s Plan scheiterte, so bieten sich deren mehrere dar: die
Empörung der Böhmen gegen den Druck der Fremdherrschaft, die
wesentlich deffensive Stärke der polnischen Macht, die Unthätigkeit
Boleslav’s während des Kampfes der Babenberger, vielleicht auch
der Ausgang von Heinrichs Kriegszug nach Italien. Am Po, meint
ein neuerer Forscher i), war Böhmen für Deutschland wieder gewonnen
worden. Boleslaw’s gerügte Unthätigkeit aber wird von
demselben durch eine Bedrohung seines Reiches auf anderen Seiten 3 )
erklärt, die freilich nur Muthmassung bleibt.
Die zweite Hauptquelle für die Geschichte der vorübergehenden
Eroberung Böhmen’s durch Boleslaw ist der böhmische Schriftsteller
Cosmas, der erst ein Jahrhundert später geschrieben hat.
Er selbst bezeichnet den Inhalt seines ersten Buches als Erzählung
von Dingen, die weniger als die folgenden Bücher Anspruch
auf Zuverlässigkeit haben. Ich trennte daher den Bericht völlig von
jenem der gleichzeitigen Quellen, wobei ich dem schon von Hirsch
beobachteten Vorgänge folgte.
„Nach dem Tode Boleslaw's II. von Böhmen“ — so erzählt
Cosmas — „folgte sein Sohn Boleslaw III. als Herzog, aber nicht mit
dem Glücke des Vaters in der Behauptung der erworbenen Lande.
Denn der Herzog von Polen, Mesco, den an Hinterlist kein anderer
übertraf, brachte durch List bald die Stadt Krakau an sich, nachdem
*) Gfrörer, Gregor 7. Bd. VI, 73.
2 ) Nämlich durch Stefan von Ungarn, wie Gfrörer a. a. 0. S. 46 blos aus dem Umstande
, dass Bruno, an seiner Sache verzweifelnd, an den Hof Stefan’s seines
Schwagers floh und durch Ungarn's Vermittelung Verzeihung fand, schliesst.