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Zeissberg
Clerus und des ganzen Volkes empfangen und in die Kirche des heil.
Georg geleitet. Bald wird Jaromir von dem Könige mit allen von
dem Vater ererbten Würden in Gegenwart aller anwesenden Eingebornen
des Landes ausgezeichnet 1 )“.
„Der König beging sodann zu Wissigrodi das Fest Mariae Gehurt,
d. i. den 8. September 2 ). An diesem Festtage predigte mit Erlaubniss
des Bischofs von Prag der Bischof von Freisingen Godescalk
vor dem Könige. Er schloss mit den Worten: '0 König, ich
beschwöre Dich im Namen und um dessentwillen, der seinem Schuldner
die 10.000 Talente, d. h. den beschnittenen Juden die Übertretung
seiner Gebote nachsah. Hab’ Erbarmen mit Heinrich dem gewesenen
Markgrafen, der, wie ich hoffe, nun Reue empfindet, löse seine
Bande und schenk ihm Deine Gnade, damit Du mit um so freierem
Herzen heute zu Gott beten könnest: Vergib uns unsere Schulden
u. s. f.\ Der König wurde durch diese Ansprache bis zu Thränen
gerührt und gelobte, danach zu handeln und als er hierauf nach
Hause kam, erfüllte er gnädig die Zusage 2 ).“
„Nachdem sodann alles hier geordnet war, entliess er den Heerbann
der ßaiern in seine Heimat. Er selbst aber, begleitet von dem
neuen Herzoge der Böhmen, zog unter grossen Schwierigkeiten auf
dem Marsche in das ihm damals zunächst liegende Milzienerland und
*) Thietm. I. 6^ c. 9. ann. Quedl.’ a. 1004 drücken sich sehr kurz über den Feldzug
H’s nach Böhmen aus: „rex de Italia regressus, parvo post tempore ßohemiam,
quam Boliziavus Polinensis iniuste possederaf, pugnaturus intravit. sed tarnen, deo
adiuvante, tota illa gens sese cum pace suaque omnia regi dedere et ille tyrannus
Boliziavus contumeliose evasit; rex uero, deo gratias, victor cum suis exivit" ;
ebenso ann. llildesh. a. 1003: „H.einricus Berhthaldi comitis filius et Bruno frater
regis et ambo Bolizlavones, Polianicus ac Boemicus, a rege infideliter maiestatis
rei deficiunt.“ Worin Boleslaw’s v. Böhmen Abfall vom Könige bestand, sieht man
nicht. Die Angaben der ann. Augustani ad a. 1004: „H. ltaliam, Boemanos, Bolanos
petens, subiugavit“ und Hermann’s von Reichenau zu demselben Jahre: H. „Boemanis
ad prislinam servitutem tributumque redactis, Bolizlaum etiam, ducem Sclavorum
Bolanorum cum tota gente sua subiugauit“ lauten höchst übertrieben. Von
Dudik’s Satze (M. allg. G. II, 114): „am 8. September 1004 leistete er in der
Georgskirche dem König Heinrich II. für das Land Böhmen durch einen Handschlag
den Eid der Treue“ steht wieder in der Quelle (Thietmar) nichts. Auch ist die
ebenda stehende Angabe, Jaromir sei „im Exil“ gestorben, falsch.
2 ) Der Feldzug hatte demnach einen Monat gedauert.
s ) Thietmar VI, 10.