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Die Kriege K. Heinr. II. mit Herzog Bolesfaw I. von Polen. 295
zu liindern und befestigten im Walde Miriquidui *) einen Pass, indem
sie auf die Anhöhen ringsum Bogenschützen aufstellten. Der König
sandte, da er dies erfuhr, heimlich auserlesene gepanzerte Ritter
voraus, die, gegen den Wunsch der Feinde, den Engpass durchbrachen
und denen, die nachfolgten, den Weg bahnten. Damals geschah
es, dass Bolestaw eines Tages zu Mittag speiste, einer von
unseren Landsleuten, der Capellan Reinbern’s, seines Bischofes *),
über die Ankunft unseres Heeres sprach und von ihm alsogleieh vernommen,
befragt wurde, was er da sage. Und da dieser, was ihm
erzählt war, berichtete, rief er aus: „Und wenn sie, wie die Frösche,
hüpften, müssten sie schon da sein“. Und für wahr! wenn nicht Gottes
Gnade den König begünstigtund ihn nicht der Hochmuth aufgeblasen
hätte, so würde uns nicht sobald der Sieg zu Theil geworden
sein. Den König förderte auch die Begleitung des verbannten Jaromir,
dessen Name „fester Friede“ bedeutet und seine erwünschte Ankunft
wirkte auch in versöhnlichem Sinne auf das Heer der Böhmen ein.
Auf ihren Rath und ihre Aufforderung öffnete er dem Könige die Zugänge
und überlieferte gerade an der Schwelle des Landes aus
freiem Antriebe ihm eine Veste. Der König verzögerte um der Baiern
willen, die noch nicht eingetroffen waren, seinen Marsch ein wenig,
kam nach der Burg Satzi und fand auch in den Bewohnern derselben,
die ihm die Thore öffneten und die polnische Besatzung niederhieben,
seine Freunde. Als der König dies Gemetzel sah, wurde er gerührt
und befahl die, welche am Leben geblieben waren, in eine Kirche zu
sperren. Da kömmt denn auch einer, der als etwas sicheres vorgibt,
dass Bolestaw von den Landeshewohnern getödtet worden sei. Darüber
freuen sich nun in Gott die Leute des Königs und trauern die
bestochenen Begünstiger des ehebrecherischen Herzogs. Diese raunten
sich aus den verborgenen Tiefen ihres unlauteren Herzens die
Lüge zu: wenn der König sich jemals sicher fühlen werde, so wür-')
„Im Erzgebirge, nicht dem Lausitzer Gebirge, wie auf Spruner’s Karte angegeben
wird.“ N. laus. M. XXX, 14. Über die Bedeutung des Namens Miriquidui des
eddischen Myrkvidr, d. i. dunkler Wald vgl. Jacob Grimm, Kleinere Schriften.
II. Bd. S. 32. Berlin 1863.
2 ) Von Kolberg.
3 ) „ni asspiraret regem divina pietas“, Laurent falsch: „hätte den König nicht
die Liebe des Herrn beseelt“.