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Zeis.s borg
sich Boleslaw in den Besitz desselben gesetzt hat '). „Er würde“,
meint Thietmar, „das Land wohl gänzlich verwüstet haben, wenn ihn
nicht zuerst reichlicher Schneefall, darauf Thauwetter *) daran gehindert
hätte“.
Betrübt über diese unvorhergesehene Vereitlung des beabsichtigten
Zuges zurückkehrend, verstärkte er den Markgrafen Guncelin
und die übrigen Vertheidiger der Landesgrenzen durch eingelegte
Besatzungen und erfuhr, als er nach Merseburg kam, dass
sein Bruder zum Ungernkönig um durch dessen Vermittelung Verzeihung
zu erlangen, geflohen, und dass auch Heinrich in sich gegangen sei.
Er willfahrte daher, wiewohl ungerne, der Bitte, der Mittelspersonen
an welche sich dieser wandte, sowie seines vielgeliebten Tagino (Erzbischofs
von Magdeburg seit Beginndes Jahres 1004) und des Herzogs
Bernhard, stellte Heinrich und seinen Anhängern ihre Güter zurück
und gestattete ihm die Heimkehr unter der Bedingung, dass er ihn,
so lange er wollte, in Gefangenschaft halten könne. Heinrich bekannte
sich unter Thränen für in allen Stücken nur zu schuldig, unterwarf
sich reumiithig dem Könige und wurde auf dessen Geheiss von dem
besagten Erzbischöfe in die Veste Ivicanstein (Gibichenstein) gesperrt
und von dessen Mannen Tag und Nacht sorgsam bewacht. „Dort hat
er unter anderen guten Werken auch das gethan, dass er eines Tages
das Psalter mit ISO Kniebeugungen sang“.
Noch war also der Krieg wider Boleslaw keineswegs zu endgiltigem
Abschlüsse gekommen, als Heinrich II. plötzlich von demselben
abliess oder vielmehr die Fortsetzung desselben aufschob und nach
Italien zog, um die den deutschen Waffen unter Herzog Otto’s von
Kärnten Führung 1002 wiederfahrene Schmach zu tilgen. Auf dem
et cruenta caede devastans, sibi subiugavit“ kann, da sie an der Spitze der Nachrichten
des Jahres steht, eben so wenig- (vgl. L. Giesebrecht W. G. II, A. 2. und
II, 16 A. 4) richtig sein, als die hier erwähnte „Unterwerfung u . (Vgl. Wawrowski
p. 34 ad 3. und Hirsch I, 299 Anm. 1.)
J ) Usinger in Sybel, hist. Zeitschr. VIII, 403 bringt dieses Ereigniss in Verbindung
mit Boleslaw’s erfolglosem Anschläge auf Meissen 1003.
2 ) „superflua ni vis effusio celeriter resoluta“ ist nicht „strenge Kälte und tiefer
Schnee“, was Röpell 1.119 wohl aus Adalbold gefolgert hat. Doch dieser scheint
hier wieder nur eine Paraphrase Thietmar’s zu sein, wie auch Hirsch 1.299 Anm. 1
urtheilt. N. Laus. Mag. a. a. o. 13 meint: „Der König hatte auf Frost gerechnet
und war über die wahrscheinlich gefrorene Elbe gegangen; aber der reichlich
gefallene Schnee fing an zu schmelzen; der König fürchtete wohl das Autthauen
des Flusses“.