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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  ITeinr.  il.  mit  Herzog  Boleslaw  I.  von  Polen.

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sie  jedoch  den  Befehl  des  Königs  erfuhr,  ersehrack  sie,  eilte  in  die
Schlosskirche  und  erklärte,  den  Brand  der  Kirche  nicht  überleben
zu  wollen.  So  rettete  sie  das  Schloss.  Denn  die  genannten  Herren
„um  Christi  willen  irdische  Besorgnisse  fallen  lassend“,  änderten  den
Beschluss  nach  eigenem  Ermessen  ab:  sie  brachen  blos  die  Mauern
und  Befestigungen  i)  der  Burg  und  trösteten  die  trauernde  Matrone
damit,  dass,  wenn  je  der  König  es  erlauben  würde,  sie  selbst  aus
eigenen  Mitteln  dieselben  wiederherstellen  lassen  würden.
Der  König  aber  kam,  nachdem  er  das  ganze  Eigen  des  Grafen
verwüstet  und  sammt  den  Lehengütern  weithin  vergabt  hatte,  nach
Bamberg.  Dort  entliess  er  sein  Heer  und  feierte  er  die  Geburt  Mariens
(8.  September)  a ),  so  dass  also  der  Feldzug  wider  Heinrich  etwa
einen  Monat  gedauert  haben  und  Bolestaw’s  Plünderzug  in  die  zweite
Hälfte  des  Augusts  gefallen  sein  dürfte.  Von  Bamberg  reis'te  der
König  in  den  Spehteshart  (Spessart)  und  ergötzte  sich  an  der  Herbstjagd. ­
  Am  1.  December  ist  er  wieder  zu  Begensburg  3 ),  zieht  sodann
durch  Franken  nach  Sachsen  und  kündet  den  Bewohnern  dieser
Gegenden  4 )  für  den  nächsten  Winter  einen  Feldzug  in  das  Gebiet
Milzieni  an,  der  Boleslaw  galt  5 ).  Denn  noch  immer  „fügte  Boleslaw
theils  aus  eigener  Rachbegierde,  theils  auf  Antrieb  des  Grafen  Heinrich, ­
  den  Baiern  und  allen  seinen  Mitvasallen  grossen  Schaden  zu 7 )“.
Desshalb  brach  der  König  zu  Beginn  des  Jahres  1004  8 )  feindlich ­
  in  das  Land  Milzieni  ein.  das  somit  damals  wenigstens  theilweise
in  Boleslaw’s  Besitze  sich  befand,  ohne  dass  wir  freilich  wissen,  wann

1 )  „aedificia“  s.  S.  288,  Anm.  2.
2 )  Stumpf  1363  ist  Radaspone  30.  Juni,  St.  1364  Babenberg  9.  Sept.  datirt.
3 )  Stumpf  1369.
Nach  Adalbold  auch  den  Thüringern.
5 )  Weihnachten  beging  II.  zu  Palithi  (Pöhlde)  Stumpf  1370  und  Thietm.  1.  5.  c.  23.
®)  „concivibus“
7 )  Thietm.  I.  6,  c.  2.
8 )  Stumpf  1371  :  Fehl*.  8.  Warim.  W.  Giesebrecht,  G.  d.  d.  Ks.  Zt.  II,  587
(2.  Auflage)  lehrt,  dass  hier  „Vuurcin“  zu  lesen  ist.  Stumpf  1572:  Fehl*.  25.
Magdeburg.  Stumpf  1373  März  4.  Walahusen.  Diese  Zeitangaben  lehren,  dass  der
Feldzug  in’s  Milzenerland  in  den  Februar  fiel,  wie  auch  Röpell  1,119  und  das  neue
laus.  Magazin  XXX,  13  annehmen,  nicht  in  den  März  wie  Palacky  1,258,  der  auch  mit
Unrecht  sagt,  Bolesfaw  habe  diesen  ersten  von  König  Heinrich  selbst  gegen  ihn
geleiteten  Feldzug  in  der  Lausitz  glücklich  vereitelt.  Die  Zeitangabe  der  ann.
Quedl.  ad  a.  1003:  „Heinricus  rex  Sclavos  Milkianos  hyemali  tempore  invasit
            
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